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Marikultur an Namibias Küste

erstellt von aahke zuletzt verändert: 30.06.2008 08:03

Wissensclou 17. Juni 2008


Küstenforschung in Namibia

Das Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen und die University of Namibia in Windhoek planen in Forschungsprojekten zu Marikultur und Küstenschutz zu kooperieren.

Auf Einladung des Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen war Mitte Juni eine Delegation der Universität Namibia, Windhoek, zu Gast am Institut. Vorausgegangen war im Februar ein Besuch von Wissenschaftlern und Vertretern des BMBF in Namibia, bei dem langfristige Kopperationsmöglichkeiten zur Erforschung der Wüsten- und Küstenökosysteme sondiert wurden. In Gesprächen zwischen dem Vizekanzler der Universität Namibia Prof. Mwandemele, dem Leiter der Küstenforschungsstation in Henties Bay und Mitarbeitern des ZMT sowie der Universität Bremen sind jetzt gemeinsame Projektansätze konkretisiert worden.

meldung 17. Juni: Marikulturprojekt in Namibia (ZMT Bremen)












Die Skelettküste in Namibia.

Meer leer

Für Namibia ist die Fischerei einer der größten Devisenbringer. Doch die Fischbestände auf offener See sind stark dezimiert. Das nährstoffreiche Auftriebsgebiet vor der Küste Namibias, der Benguela-Strom, zählte zwar einst zu den fischreichsten Regionen der Weltmeere. Mittlerweile ist er von der internationalen Fischereiindustrie leergefischt und die Bestände können sich aufgrund klimatischer Veränderungen in der Region nicht erholen. Zudem treten vor der Küste immer wieder Gaseruptionen auf, die Methan und das Atmungsgift Schwefelwasserstoff enthalten. Massenhaftes Sterben von Fischen, Krabben und Hummern ist die Folge.

Giftgas gefährdet Marikultur

Das Land setzt nun zunehmend auf die Züchtung von Fischen und Muscheln in Marikultur. Ein Wagnis, angesichts der toxischen Gase, die die Küstengewässer plötzlich heimsuchen können. In Kooperation mit dem ZMT soll nun ein Frühwarnsystem entwickelt werden, das es ermöglicht, Kulturen rechtzeitig aus dem Meer zu entfernen. Da die Gasausbrüche dem Wasser Sauerstoff entziehen, wird ein weiterer Forschungsansatz untersuchen, welche Auswirkungen eine sauerstoffarme Umgebung auf die Kulturen hat.



Blick aus dem AllAusführliche Informationen zum Ursprung der toxischen Gase in namibianischen Küstengewässern und über das durch GEOTECHNOLOGIEN geförderte Projekt NAMIBGAS lesen Sie in dem Artikel "Killergase vor Namibia - Ein Wissenschaftskrimi".





Auch das fortschreitende Auswaschen von Sand der Namib-Wüste ins Meer hat noch unerforschte Einflüsse auf die Küstengewässer. Die Namib ist eine der größten Küstenwüsten der Erde. Wo sie den Atlantik berührt, ist nur selten etwas Lebendiges anzutreffen. Hier wird gemeinsam mit dem ZMT die Möglichkeit untersucht werden, Küstenabschnitte mit einem Gürtel salztoleranter Pflanzen zu säumen, der Schutz vor Erosion bietet.

University of Namibia und ZMT im Team

Mit seiner Expertise auf dem Gebiet der Kreislauftechnologie und Marikultur wird das ZMT der University of Namibia auch als Partner für die Ausbildung von Mitarbeitern in technischem Know-How zur Seite stehen. Die Forschungsstation in Henties Bay, eine Einrichtung der Universität Namibia, befindet sich noch im Aufbau und legt ihren Schwerpunkt auf Marikulturforschung. Gemeinsam mit der Universität Bremen wurde zudem eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die den Austausch von Mitarbeitern und Studenten vorsieht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Kooperation mit Namibia.


Weitere Informationen:

Dr. Andreas Kunzmann
Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421 / 23800 - 26
Email: andreas.kunzmann@zmt-bremen.de



Verweise
Artikel