Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Members aahke Meteor Blog M76/3b August 2008 Texte Meteor-Logbuch 24. Juli 2008: Matsch an Bord!

Meteor-Logbuch 24. Juli 2008: Matsch an Bord!

erstellt von aahke zuletzt verändert: 28.07.2008 11:13

Neben den Arbeiten mit ROV QUEST werden auch weitere Geräte eingesetzt. Geologe Jens Gröger berichtet vom ersten Einsatz des Schwerelots.

Planeterde Blog

Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor  Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew.  In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de  führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog  zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!

Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI  und AWI  sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.

Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch und Expedition M76/3B

Logo planeterde Blog weißer Hintergund


24. Juli 2008 (Autor: Jens Gröger)


FS Meteor: Shadow
Aktuelle Position

Heute im Meteor-Blog:


Jens Gröger„Moin! Ich bin Jens Gröger vom Fachgebiet Geochemie und Hydrogeologie der Universität Bremen. Dort arbeite ich als Doktorand an der Entwicklung von Methoden zur Einschätzung negativer Folgen von Bodenaushubmaßnahmen. In vielen Böden kommt eine natürliche Verbindung des Schwefels vor: Pyrit (oder auch Katzengold genannt).

24. Juli: ShiptrackDas kann dazu führen, dass bei einer Umlagerung des Bodens große Mengen an Säure in die Umwelt abgegeben werden. Mein Ziel ist es Methoden zu entwickeln und zu verbessern, um diese Gefahr durch diese „sulfatsauren Böden“ besser abschätzen zu können. Auf dieser Fahrt bin ich, etwas abseits meines normalen Arbeitsfeldes, neben drei anderen Kollegen für die Beprobung und geochemische Analyse von Porenwässern und Sedimenten verantwortlich (Bild 1).“

24. Juli: Bild 1










Bild 1: Jens Gröger bei der Arbeit


Matsch an Bord!

Nach der nächtlichen Anfahrt haben wir heute die Station REGAB erreicht. Da der Tauchroboter (ROV QUEST4000) nach dem gestrigen Einsatz noch einigen Reparaturen unterzogen werden musste, haben wir heute begonnen, mit einem Schwerelot den Meeresboden zu beproben. Ein solches Schwerelot (Bild 2) ist ein mehre Meter langes Stahlrohr an dessen oberen Ende ein 1,5 Tonnen schweres Gewicht montiert ist. In das Stahlrohr wird ein Plastikrohr, der so genannte „Liner“, eingebracht. Das Gerät wird dann zum Meeresboden herabgelassen und drückt sich durch das hohe Eigengewicht langsam ins Sediment. Nach der Bergung des Schwerelots wird der Liner, der nun das Sediment enthält, aus dem Lot entnommen, zersägt und beprobt.

24. Juli: Bild 3










Bild 2: Schwerelot kurz vor dem Einsatz

Bereit im ersten Versuch kamen mit dem Lot große Mengen Gashydrat (eine Art Methan-Wasser-Eis) mit an Deck. Die Gashydratbrocken wurden aus dem Kern gesucht und in flüssigem Stickstoff eingefroren, da das Gashydrat bei den hohen Temperaturen und dem niedrigen Druck an der Oberfläche sofort zu zerfallen beginnt. Neben dem Methangas enthielt der Kern auch jede Menge des übel riechenden Schwefelwasserstoff-Gases, ein Produkt aus dem mikrobiellen Umsatz von Methan. Der Schwefelwasserstoff reagiert stark mit Silber -  so haben einige Kollegen nun schwarze Verlobungsringe (Bild 3) am Finger. Der zweite Kern wurde im Kühllabor geschlachtet, in dem das Porenwasser mit so genannten „Rhizonen“ in Spritzen (Bild 4) aufgenommen wird, und die empfindlichen chemischen Parameter umgehend im Schiffslabor gemessen werden können. Der Rest des Kerns wurde für eventuelle spätere Untersuchungen verschlossen und im Kühlraum gelagert, sowie später im Kern-Archiv des MARUM.

 24. Juli: Bild 4








Bild 3: Schwarze Ringe - wie Schwefelwasserstoff mit Silber reagiert

24. Juli: Bild 5








Bild 4: Beprobung eines Kernsegments im Kühllabor mit Rhizonen.



24. Juli: Bild 2








Bild 5: Schild am Eingang zum Geochemie Labor (Künstler: Jens Gröger)


Verweise
Bild(er)