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METEOR-Expedition M76/1: Information DEEP BIOSPHERE

erstellt von aahke zuletzt verändert: 16.04.2008 14:45

Info DEEP BIOSPHERE

Erste Hinweise auf Lebensgemeinschaften und die Ökologie der Mikroben erhielten Forscher bereits Anfang der 80er Jahre. Der noch jungfräuliche Forschungsbereich der „tiefen Biosphäre“ rückte erst Mitte der 90er Jahre in den Fokus von Geowissenschaftlern und Mikrobiologen. Weltweit identifizierten Forscher Prokaryoten  und deren mikrobielle Aktivität – in Sedimenttiefen bis zu 800 Metern unter dem Meeresboden. 2002 wurde im Rahmen des Ocean Drilling Program (ODP) erstmals eine komplette Forschungexpedition der Erkundung dieses neuen Lebensraums gewidmet.

iodp_odp_dsdp.gif










Beinahe wie ein Schweizer Käse: Bohrstationen (Legs) des ODP (blau) und weiterer Bohrprogramme (DSDP grün, IDP rot).

ODP-Leg 201

Ergebnisse aus den bis zu 400 Meter tiefen Sedimentkernen des ODP-Leg 201, zeigten, dass der Anteil der Mikrobengemeinschaft der „tiefen Biosphäre“ rund zehn Prozent der globalen Biomasse beträgt. Ihr Lebensraum erstreckt sich von 150 bis mehr als 5000 Metern Wassertiefe. Besonders hohe Zellzahlen kennzeichnen ozeanographische Regionen, in deren Oberflächenwasser eine hohe Biomasseproduktion vorherrscht, beispielsweise in den nährstoffreichen Küstengewässern vor Peru. Obwohl die Erforschung der „tiefen Biophäre“ zunimmt, gibt es nicht genügend Kulturen tieflebenden Bakterien. Entsprechend wenig weiß man über einzelne Arten und die Lebensweise tiefvergrabener Mikroorganismen. Eines steht jedoch fest – die Bewohner der tiefen Biosphäre sind genügsam, denn sie leben von anorganischen Verbindungen, die nur geringe Energiemengen spenden. Offen bleibt, wie viele der tiefvergrabenen Mikroorganismen lebendig und unter welchen Bedingungen sie aktiv sind.

IODP Cruise: Beprobung mit Gasmake














Ein 10-m Sedimentkern an Bord des Bohrschiffs JOIDES RESOLUTION vor der peruanischen Küste. Der darin enthaltene giftige Schwefelwasserstoff erfordert, dass die Meeresforscher bei der Beprobung Gasmasken tragen. Quelle: Microbiological Garden, Paleomikrobiology Group, ICBM