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Endlose Wüsten

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 03.12.2007 15:08

Die Bilder der sowjetischen Venera-Landemissionen lieferten erstmals einen Eindruck von der Venus-Oberfläche. Eine öde Staub- und Steinwüste bedeckt den Planeten, wie es bei den Temperaturen auch nicht anders zu erwarten ist.

Die US-Sonde Magellan lieferte in der ersten Hälfte der 90er Jahre dann die immer noch gültige Überblickskarte der Venusoberfläche. Danach ist der Planet von zahlreichen Vulkanen geprägt, deren Laven 80 Prozent seiner Oberfläche bedecken und mit denen der Planet die gewaltige Hitze aus seinem Inneren nach außen beförderte. Nach allem, was wir bisher wissen, ist die Planetenoberfläche nur rund 500 Millionen Jahre alt. Wie der Planet dieses „Face-lifting“ zustande brachte, ist unklar.


Maat Mons, klein

Maat Mons ist einer der zahlreichen Vulkane auf der Venus. Bild: Nasa

Neben den Vulkanen gibt es noch Hochländer, die so genannten Tesserae, die rund acht Prozent der Planetenoberfläche bedecken. Diese Tesserae sehen auf den Radarbildern der Magellan-Sonde aus, als ob sie starken tektonischen Prozessen ausgesetzt worden seien. Allerdings ist nicht bekannt, dass Venus Plattentektonik besitzt.

Wasser hat die Venus aber auf jeden Fall besessen und das sogar etwa in vergleichbarem Umfang wie die Erde. Beide Planeten stammen aus derselben Zone der protoplanetaren Scheibe, aus der sich vor 4,56 Milliarden Jahren die Sonne und alle Planeten bildeten. Damals haben die Planeten den Großteil ihrer Wasservorräte mitbekommen und daher sollten Erde, Venus und auch der Mars etwa gleich ausgestattet worden sein.

In der ersten Zeit dürfte der irdische Schwesterplanet daher auch Ozeane besessen haben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich in diesen Meeren auch Leben entwickelt hat, ist relativ hoch, denn inzwischen schätzt die Wissenschaft, dass der Sprung von unbelebter zu belebter Natur ziemlich schnell gehen kann. Lange ausgehalten haben es die Bewohner der Venus allerdings nicht. Mit dem Ende der Ozeane und dem galoppierenden Treibhauseffekt war es schnell um sie geschehen. Selbst die zähesten irdischen Mikroben halten Temperaturen von 450 Grad nicht aus. Allein in der Venusatmosphäre könnten noch Einzeller schweben, denn dort herrscht eine komfortable Temperatur von etwa 20 Grad.

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