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Prekäre Lage

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 26.08.2008 11:46

Der Gazastreifen gehört mit seiner Bevölkerung von 1,5 Millionen Menschen und seiner Siedlungsdichte von 2600 Menschen pro Quadratkilometer zu den am dichtesten bevölkerten Landstrichen der Erde - und er hängt komplett vom Grundwasser ab. Seit Jahren wird mehr Wasser emporgepumpt als durch Regen oder Zufluss nachströmt. Mit 60 bis 65 Millionen Kubikmeter bezifferte die palästinensische Wasserbehörde jüngst das jährliche Defizit, und das bei Jahresverbrauch von 155 Millionen Kubikmetern.

In der Folge ist der Grundwasserspiegel zum Teil beträchtlich abgesunken, im Gebiet des inzwischen zu einer Großstadt angeschwollenen Rafah sank das Wasser innerhalb von nur sechs Jahren um über vier Meter ab. Gleichzeitig warnen Ökologen aus Deutschland und den Palästinensergebieten, dass das Grundwasser inzwischen weit über jegliche WHO-Standards hinaus mit Nitrat belastet ist. Nur in zehn von 115 untersuchten öffentlichen Brunnen wurden die Grenzwerte eingehalten.  „Das Nitrat im Grundwasser ist hauptsächlich auf Gülle als Dünger zurückzuführen ist“, erklärt Dr. Karsten Osenbrück vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle.

Als Lösung schlagen die Umweltwissenschaftler vor, das versalzte Grundwasser stromaufwärts an der Grenze zu Israel hochzupumpen, dort in Entsalzungsanlagen zu reinigen und ins Trinkwassernetz des Gazastreifens einzuspeisen. Doch selbst wenn es gelänge, diese immens teure Art von Wasseraufbereitung zu installieren, drohte den Grundwasservorkommen des Gazastreifens eine weitere Gefahr: Das salzige Wasser des Mittelmeeres droht in den Leiter einzubrechen und das Vorkommen schleichend unbrauchbar zu machen.