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Exakte Archive

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 02.10.2008 16:49

Großes Potential versprechen die Höhlen in der Klimaforschung. Genau wie die Polkappen oder Tiefseesedimente speichern die Tropfsteine Informationen aus lang vergangenen Zeiten in ihren Kalkschichten. Hinzu kommt, dass es Höhlen auf allen Kontinenten und in allen Klimazonen gibt, so dass sie Auskunft über das jeweils regionale Klima geben können, anstatt einen Mittelwert für ein großes Gebiet zu liefern.

Tropfsteine „In den Tropfsteinen lassen sich sogar Jahreszeiten nachweisen, wir haben Lagen in hell und dunkel zum Beispiel, die auf Winter- oder Sommerlagen hinweisen“, erklärt Wilfried Rosendahl. Viel Wasser schwemmt auch viele Partikel mit in die Höhle, so dass sich die Ablagerung dunkel färbt. Mit ihren jahreszeitlichen Schichten kommen die Höhlen an die feinsten Bohrkernarchive heran.

Im Prinzip sind in den Kalksintersäulen die gleichen Informationen über die klimatischen Umstände längst vergangener Zeiten gespeichert, wie etwa im ewigen Eis der Polkappen. Die verschiedenen Isotope, die im Gletschereis Temperaturinformationen aufbewahren, sickern mit dem Wasser natürlich auch in die unterirdischen Grotten. Allerdings sind die Höhlenarchive noch lange nicht so gut erschlossen wie die aus der Tiefsee oder dem ewigen Eis.

Während etwa an den Polen das Wasser als Schnee fällt und so Schicht um Schicht bildet, wandert es in den Höhlen erst einmal mehr oder weniger lang durch den darüber liegenden Fels. Wie dieser Weg die Isotopenverhältnisse, in denen die Informationen gespeichert sind, beeinflusst, muss für jede Höhle aufwendig geklärt werden. Ist das aber einmal geschehen, dann können die Tropfsteine etwas, was kein Eis- oder Tiefseebohrkern kann: Sie können Informationen über das regionale Klima vor Ort liefern, und weil es so viele Tropfsteinhöhlen gibt, kann man Daten für viele Regionen der Erde gewinnen.

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