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Mühseliger Preis

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 24.02.2009 10:00

Die Entdecker des ersten Exoplaneten war ein 2-Mann-Team der Universität Genf. Michel Mayor, Professor für Astronomie am dortigen Observatorium, und sein Doktorand Didier Queloz. Sie entdeckten den ersten extrasolaren Planeten 51 Peg b direkt am Beginn ihrer Suche. Queloz erinnert sich im Gespräch mit planeterde.

planeterde: Wie fühlte man sich als Entdecker des ersten Exoplaneten?


ExosonnensystemQueloz: Nun, man entdeckt einen Planeten nicht an einem Tag, man braucht Monate, Jahre. Man muss erst das Instrument bauen, was eine Menge Arbeit kostet, und dann das Beobachtungsprogramm beginnen. Als es dann so weit war, war es für uns schwer, uns selbst davon zu überzeugen, dass wir etwas gefunden hatten, denn bis dahin war ja noch kein Planet entdeckt worden. Und dann mussten wir die anderen von unserer Entdeckung überzeugen, und das ist noch schwerer. Wissenschaftler sind skeptische Menschen, und das ist auch gut so. Es gab viele, die sagten, wir hätten keinen Planeten entdeckt, und gegen die mussten wir uns durchsetzen. Das war ein sehr langer Prozess, aber zwei oder drei Jahre nach unserer Ankündigung, glaube ich, stimmten uns alle zu, dass wir einen Planeten entdeckt hatten. Es ist nicht, als ob man einen Preis gewinnt und man sich darüber freut. So fühlt man sich überhaupt nicht, denn es dauerte lange, bis wir diesen Preis auch hatten.

planeterde: Wie fanden Sie den Planeten?

Queloz: Dieser erste Planet war ausgesprochen erstaunlich. Ich sollte vorausschicken, dass wir nur große Planeten entdecken konnten, Planeten wie Jupiter. Jupiter umkreist unsere Sonne in etwas über 11 Jahren. Und jeder, der sich zur damaligen Zeit um Planeten kümmerte, hatte dieses Bild vor Augen. Jeder, der nach Planeten suchte, war überzeugt, dass er lange warten müsse, und auch wir waren davon überzeugt. Ich erinnere mich, dass ich gerade meine Doktorarbeit begann, als wir das Suchprogramm starteten. Michel Mayor sagte mir, du weißt, wir starten das Programm gerade erst, erwarte nicht, dass wir etwas finden. Und ich sagte, in Ordnung, für mich ist es schon interessant genug so ein Projekt zu beginnen. Unser großer Vorteil damals gegenüber dem anderen Team war, dass wir unsere Ergebnisse in Echtzeit erhielten und nicht warten mussten. Damals war ich im Observatorium, während Michel in Hawaii war, und ich erkannte, dass wir etwas Seltsames gefunden hatten - seltsam genug, dass man es näher untersuchen sollte.

planeterde: Und wie sah er aus?

Planet und SonneQueloz: Ich fand heraus, dass dieser Planet, diese Welt, sehr seltsam war, weil er ein Planet wie Jupiter war, dessen Jahr aber genau vier Tage dauerte, ein Tag pro Jahreszeit. Und das war vollkommen unerwartet, denn die damalige Theorie der Planetenentstehung sah so etwas nicht vor. Wir dachten, Gasplaneten beginnen mit einem Eiskern, und um in einem Sonnensystem Eis zu bekommen, geht man besser nicht zu nahe an den Stern heran, weil es da zu heiß ist. Deshalb war dieser Planet ein absolutes Rätsel. Aber dummerweise fanden wir damals diese Planeten, von denen keiner sagen konnte, wie sie entstanden sein sollten. Aber sie existierten trotzdem.