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Vom Schicksal eines Naturwunders

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 29.04.2010 12:55

Vor mehr 300 Jahren muss die Karibik ein Naturwunder gewesen sein. Herden von Suppenschildkröten knabberten Seegraswiesen ab, während sich an den Riffen Schwärme von Karettschildkröten über die Schwämme hermachten. Wie auf einer Almwiese ließ auch in der Karibik der Hunger der großen Fresser den Lebensraum bunt und vielfältig werden. So war es bis ins 17. Jahrhundert.

Bunte UnterwasserlandschaftVon da an belegen die Bücher britischer Kaufleute, dass sie Jahr für Jahr Millionen von Meeresschildkröten exportierten - wegen des Fleisches und des enorm profitablen Schildpatts. Dieser Raubbau vernichtete das karibische Naturwunder. Auch wenn Hobbytaucher heutzutage schwärmen: Riffe und Seegraswiesen sind nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Poul Holm: "Das Herausnehmen der Schildkröten löste im Ökosystem eine Kaskade aus." Die artenreichen Seegraswiesen beispielsweise verwandelten sich in Wüsten, in denen nur noch eine Seegrasart wuchert und Seegurken den Ton angeben. "Solche Kaskadeneffekte haben wir in vielen Ökosystemen beobachtet ", so der Umwelthistoriker, "und das ist wohl die wichtigste Botschaft, die wir aus der Geschichte mitnehmen können."