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Wasserkonflikte im Fergana-Tal

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 05.12.2014 11:20

Was
  • Öffentlichkeit
Wann 11.12.2014
von 18:30 bis 20:00
Wo Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Einsteinsaal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
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Das Ferganatal ist ein altbesiedelter und fruchtbarer Kulturraum, der aus dem Fluss Syr Darya versorgt wird. Das Gebiet ist heute in die drei unabhängigen Staaten Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan unterteilt. Die Wasserversorgung ist für das flussabwärts liegende Gebiet problematisch. Usbekistan, der wichtigste zentralasiatische Baumwollproduzent, ist auf die Versorgung mit Syr Darya-Wasser aus Kirgisien angewiesen. Ein Konflikt war absehbar und ist eingetreten.

Bereits seit der zaristischen Kontrolle über weite Teile Zentralasiens wurden Pläne entwickelt, das bestehende Bewässerungssystem großmaßstäbig auszubauen. Doch erst in der sowjetischen Periode erfolgte der Ausbau für das „weiße Gold“ Zentralasiens, den Baumwollanbau. Der Übergang von einer zentral geplanten Wirtschaft und übergeordneten Ordnungsmacht zu eigenständigen Staaten war eine Zäsur, die eine gesellschaftliche und sozioökonomische Transformation aller Lebensbereiche auslöste.

Nach der Unabhängigkeit der zentralasiatischen Republiken vor bald 25 Jahren wurde das Ferganatal vor große Herausforderungen der Marktöffnung und Reorganisation des Bewässerungssystems gestellt. Die heute unabhängigen Staaten verfolgen zudem keine gemeinsame Politik und Planung. Internationale Mediation sowie Maßnahmen zum sparsameren Umgang mit Wasser gehören zum Repertoire der Konfliktlösungsmechanismen.

Hermann Kreutzmann, Professor für Anthropogeographie an der FU Berlin, wird in seinem Vortrag die historischen Rahmenbedingungen nachzeichnen und die Gegenwartsherausforderungen im Kontext der unterschiedlichen Akteure und Begrenzungen beleuchten. Er ist Professor für Anthropogeographie mit Schwerpunkt Geographische Entwicklungsforschung an der Freien Universität Berlin.