Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Members huenken BMBF Projekte EWS Transport

EWS Transport

erstellt von huenken zuletzt verändert: 05.08.2011 13:52

Projekt:
EWS Transport
Frühwarnsysteme für Verkehrswege
Laufzeit:
01.04.2007 bis 31.03.2010
Koordinator:
Prof. Dr. Eberhard Hohnecker

Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen (Abteilung Eisenbahnwesen)
Kaiserstraße 12
76128 Karlsruhe
Projektpartner:
Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung Karlsruhe

Programm:
Sonderprogramm GEOTECHNOLOGIEN
Themenschwerpunkt: Frühwarnsysteme im Erdmanagement
Ziele:
Ziel des Verbundes ist die Entwicklung und Erprobung eines Erdbebenfrühwarnsystems für Verkehrsinfrastrukturen, die durch Verkehrsleitzentralen gesteuert werden. Die Arbeiten sollen sich zunächst nur auf den Schienenverkehr (Deutsche Bahn) konzentrieren, da dieser im Falle eines stärkeren Bebens einem höheren Risiko ausgesetzt ist als andere Verkehrssysteme und aufgrund seines hohen Organisationsstandards für den Test eines Frühwarnsystems besonders geeignet ist. Die aus den Arbeiten gewonnen Erfahrungen sollen bei der späteren Entwicklung von Systemen für andere Verkehrsträger genutzt werden.

Das Verbundvorhaben EWS Transport gliedert sich in drei Teilprojekte: 1. Echtzeitseismologie für Erdbebeninformationssysteme, 2. Risikominderung für spurgeführte Verkehrssysteme und 3. Entwicklung eines Informationssystems. Im Rahmen des ersten Teilprojekts sollen auf der Grundlage von Echtzeitseismologie Herdparameter, Ankunftszeiten der Starkbebenphase am Transportweg sowie Erschütterungskarten ermittelt werden. Mit Hilfe dieser Informationen ist es möglich, die Gefährdung der betroffenen Region und der darin befindlichen Verkehrswege zu bestimmen und je nach Entfernung vom Epizentrum Vorwarnzeiten im Minutenbereich zu erzielen. Zur Risikominderung sollen im Zuge des zweiten Teilprojekts Gefährdungs- und Schadenskataloge entwickelt werden, die dazu geeignet sind, entsprechende Notfallbetriebspläne in den Verkehrsleitzentralen auszulösen. Weiterhin soll ein möglichst schnelles Schadensbild der geschädigten Streckenabschnitte erstellt werden. Das dritte Teilprojekt befasst sich mit dem Einsatz eines fachspezifischen Informations- und Kommunikationssystems zur Beschleunigung des Informationsaustausches und zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen.

Das Karlsruher Institut für Technologie ist für die Durchführung des ersten und zweiten Teilprojekts zuständig. Das Geophysikalische Institut wird im Rahmen des ersten Teilprojekts die Möglichkeiten untersuchen, Informationen aus Beschleunigungsmessungen entlang des Schienenfahrweges zu gewinnen. Die Beschleunigungsmesser (Akzellerometer) sollen im Rahmen von Geländearbeiten auf einem definierten Streckenabschnitt installiert werden. Es ist geplant, eine Echtzeitprognostik der Bodenbewegung (Shakemaps) längs der Bahntrasse mit Hilfe neuronaler Netzwerke zu entwickeln. Weiterhin soll das Signal zu Rausch Verhältnis entlang von Schienenfahrwegen und die Nutzungsmöglichkeit bereits vorhandener bahneigener Sensoren bestimmt werden. Der Lehrstuhl für Eisenbahnwesen wird untersuchen, in welchem Ausmaß bestimmte Bebensstärken zu einer Betriebsgefahr und zu einer Schädigung der Verkehrsinfrastruktur führen können. Unter Berücksichtigung bauphysikalischer Parameter, bahnspezifischer Modelle (z. B. Entgleisungsmodell) und der Informationen aus dem ersten Teilprojekt soll eine Schadensanalyse in Form eines Schadenskataloges entwickelt werden. Auf Basis des Schadenskataloges und des aktuellen Betriebszustandes ist die Erstellung eines Gefährdungskataloges geplant, der wiederum für die Erarbeitung eines Notfallmaßnahmenkataloges genutzt werden soll.

Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung ist für die Konzeption und Entwicklung eines Informationssystems für das geplante Erdbebenfrühwarnsystem zuständig. Im Rahmen des Vorhabens soll zunächst eine Spezifikation der Kommunikationsprofile und geeigneter Übertragungstechnologien erfolgen. Hierbei sind insbesondere die zu erwartenden Volumina der Sensordaten sowie die Anforderungen hinsichtlich Echtzeitübertragung und Zuverlässigkeit zu prüfen. Weiterhin ist die Spezifikation einer Dienste orientierten Architektur auf Basis europäischer Referenzarchitekturen sowie die funktionale Erweiterung für die spezifischen Anforderungen des Verbundvorhabens erforderlich. Abschließend sollen die Spezifikation eines Pilot-Informationssystems sowie die Entwicklung eines Demonstrators erfolgen.