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STIMTEC

erstellt von huenken zuletzt verändert: 21.07.2017 14:49

Projekt:

STIMTEC: Stimulationstests mit charakterisierenden periodischen Pumptests und hochauflösender seismischer Überwachung: Verbesserung von Prognosemodellen und Echtzeit-Überwachungs-Technologien für die Erzeugung von Wasserwegsamkeiten im Kristallingestein

Laufzeit:

01.07.2017 bis 30.06.2020

Koordination:

Prof. Dr. Jörg Renner

Ruhr-Universität Bochum, Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

Projektpartner:

Technische Universität Bergakademie Freiberg, Institut für Geotechnik

Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ), Sektion Geomechanik und Rheologie

geomecon GmbH Berlin

Programm:

Geoforschung für Nachhaltigkeit (GEO:N)

Themenschwerpunkt:

Unterirdische Geosysteme

Ziele:

In petrothermalen Geothermiereservoiren werden hydraulische Stimulationsverfahren eingesetzt, um künstliche Bruchnetzwerke im Gestein zu schaffen. Diese Netzwerke sind die Voraussetzung für einen optimalen Wärmeaustausch und die Gewinnung geothermischer Energie. Die Rissbildung in den stimulierten Gesteinen ist mit kleinräumigen mechanischen Bruchvorgängen verbunden, die schwache seismische Signale erzeugen. Diese induzierten mikroseismischen Ereignisse werden genutzt, um die Rissausbreitung im Untergrund zu verfolgen und zu kontrollieren. Dabei ist der Zusammenhang zwischen den Strukturveränderungen und den induzierten Ereignissen jedoch weitgehend ungeklärt. In der Regel besteht keine Möglichkeit, die tiefliegenden stimulierten Gesteine zu erbohren und obertägige Überwachungstechniken erreichen nicht die notwendige Auflösung. Die korrekte Identifikation der ablaufenden mechanischen Prozesse ist für Prognosen zum Langzeitbetrieb petrothermaler Geothermiereservoire jedoch von großer Bedeutung.

Im Rahmen des Verbundprojekts STIMTEC sollen hydraulische Stimulationsverfahren optimiert und weiterentwickelt sowie die dabei ablaufenden hydromechanischen Prozesse charakterisiert werden. Es ist geplant, die Entstehung und Ausbreitung hydraulischer Wegsamkeiten unter bekannten Randbedingungen im Feldversuch zu untersuchen. Hierfür sollen in einem Versuchsbergwerk Bohrungen angelegt und für kontrollierte Stimulationstests genutzt werden. Im Anschluss an die Tests sind Validierungsbohrungen geplant, um die Auswirkungen der Stimulation zu überprüfen. Die Untersuchungen werden von hydraulischen Pumpversuchen, Laborexperimenten, einem hochauflösenden seismischen Monitoring und numerischen Modellierungen begleitet. Durch das nachträgliche Erbohren eines stimulierten Bereiches soll erstmals der eindeutige Nachweis der ablaufenden hydromechanischen Prozesse sowie der dazugehörigen seismischen und hydraulischen Fingerabdrücke ermöglicht werden. STIMTEC gliedert sich in fünf Teilprojekte mit insgesamt sieben Arbeitspaketen. Nach geologischer und strukturgeologischer Erkundung werden in einem ausgewählten Abschnitt des Bergwerks mehrere Bohrungen durchgeführt. Mittels Pumpversuchen sollen die hydraulischen Ausgangsparameter der Bohrungen bestimmt werden. Weiterhin wird ein Überwachungsnetz aufgebaut, um seismische und akustische Signale während der Stimulation zu erfassen. Nach Abschluss der Stimulationsexperimente werden sog. Validierungsbohrungen abgeteuft und erneut Pumpversuche durchgeführt, um ablaufende hydromechanische Prozesse einzugrenzen und die entsprechenden diagnostischen Phänomene zuzuordnen. Die Arbeiten werden von Laborexperimenten und numerischen Simulationen begleitet. Die Möglichkeit, ein Gesteinspaket erstmals direkt nach der hydraulischen Stimulation untersuchen zu können, lässt einen erheblichen Erkenntnisgewinn zu Stimulationsprozessen im Feldmaßstab erwarten. Im Ergebnis soll ein Konzept für die optimierte Durchführung und Überwachung von hydraulischen Stimulationsmaßnahmen vorliegen.