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Forschungseisbrecher "Polarstern"

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:35

Das bekannteste deutsche Forschungsschiff ist die "Polarstern", die dem BMBF gehört und vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung betrieben wird. Der 118 m lange Forschungs-Eisbrecher ist seit Ende 1982 abwechselnd in den jeweiligen Sommermonaten in der Arktis und der Antarktis im Einsatz. Einen besonderen Rekord stellte "Polarstern" auf, als sie am 7. September 1991 als erstes nicht-atomar angetriebenes Schiff den Nordpol erreichte.

Die Aufgabengebiete der "Polarstern" sind vielfältig. Ob die Dicke des Meereises in der Arktis gemessen oder Sedimente auf dem Meeresgrund erforscht werden sollen, ob mit Wetterballons die Windverhältnisse am Nordpol oder mit ferngesteuerten Unterwasserkameras Lebensformen am Boden des Südpolarmeeres zu untersuchen sind: Die "Polarstern" ist die ideale, vielseitige und sichere Plattform für die Polarforschung.

Dank ihrer Größe und Ausrüstung taugt die "Polarstern" aber nicht nur zu Forschungsaufgaben, sondern auch zu "handfesteren" Einsätzen; so wurde zum Beispiel mit ihrer Hilfe im Februar 1999 die Filchner-Station in der Antarktis geborgen. Der Teil des Schelfeises, auf dem die Station 1982 errichtet worden war, hatte sich im Herbst 1998 gelöst und trieb seitdem als riesiger Eisberg im Weddellmeer. Kürzlich barg die "Polarstern" die Reste der auf einer Eisscholle treibenden russischen Forschungsstation "Nordpol-32".

Auch nach über 20 Jahren und über einer Million Seemeilen zählt die "Polarstern" damit noch lange nicht zum alten Eisen. Nach technischen Erneuerungen in den Jahren 1998 und 2002 ist ein Ende ihrer Erfolgsgeschichte nicht absehbar. Im August und September dieses Jahres stehen unter anderem ozeanographische, meteorologische, meereisphysikalische und geologische Untersuchungen in der Framstraße zwischen Spitzbergen und Nordgrönland sowie der Karasee nördlich von Russland auf dem Programm, bevor es im November 2005 wieder in die Antarktis geht.

Steckbrief Forschungseisbrecher "Polarstern"


Bild: AWI Bremerhaven

Baujahr: 1982
Länge: 118 m
Breite:25 m
Tiefgang: maximal 11,21 m
Wasserverdrängung: maximal 17.300 t
Antrieb: 4 Maschinen mit zusammen 20.000 PS
Reisegeschwindigkeit: 16 kn
Höchstgeschwindigkeit im Eis: 5 kn bis zu einer Eisdicke von 1,5 m
Ausrüstung: 9 wissenschaftliche Labore, Kühlräume, Aquarien, Möglichkeit zur Installation zusätzlicher Laborcontainer, Kräne und Winden zum Ausbringen von Forschungsgeräten und Messinstrumenten, Hangar und Landedeck für zwei Hubschrauber
Besatzung: maximal 44 Seeleute und 70 Wissenschaftler
Einsatzgebiete: Nord- und Südpolarmeer
Aufgaben: geologische, ozeanographische, glaziologische, biologische und meteorologische Forschung
Anzahl der Forschungsreisen: 20 Arktis- und 21 Antarktisreisen bis September 2004
Zurückgelegte Strecke: mehr als 1.000.000 Seemeilen

Wo ist die Polarstern jetzt?

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