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Eisrandforschungsschiff "Maria S. Merian"

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:42

Steckbrief Eisrandforschungsschiff "Maria S. Merian"


(c) iserundschmidt
Die Maria Merian auf der Werft - noch sind die Festmacher des Forschungsschiffs schneeweiß

Baujahr: 2003-2005
Länge: 94,8 m
Breite: 19,2 m
Tiefgang: maximal 6,5 m
Tragfähigkeit: ca. 1.345 t
Antrieb: diesel-elektrisch, Pod-Antrieb (Elektromotoren in einer beweglichen Gondel unter dem Rumpf) mit 2x 2.590 PS, "Pumpjet" (bewegliches Strahlruder) mit 2.180 PS
Höchstgeschwindigkeit: 15 kn
Reichweite: 7500 Seemeilen
Aufenthaltsdauer auf See: maximal 35 Tage
Ausrüstung: 10 Labore und wissenschaftlich nutzbare Räume, 6 Kräne mit bis zu 20 t Tragfähigkeit, 11 Winden, Platz für 30 (Labor-)Container an und unter Deck
Besatzung: bis zu 20 Seeleute und 20 Wissenschaftler
Einsatzgebiete: Ostsee, Nordsee und Nordatlantik bis zum Eisrand
Aufgaben: ozeanographische, geologische, meeres- und luftchemische und meteorologische Forschung

Weitere Infos gibt es beim IFM und IOW.

Ein wenig kleiner als ihre Schwestern "Polarstern", "Meteor" und "Sonne" ist mit rund 95 m Länge die "Maria S. Merian".

Die Maria S. Merian wird hauptsächlich in Nordsee, Ostsee und dem Nordatlantik bis zur Eisgrenze unterwegs sein. Auf die speziellen Anforderungen dieser Seegebiete hin angepasst, wird die "Maria S. Merian" als "Eisrandforschungsschiff" bezeichnet. Es ist damit außer der "Polarstern" das einzige europäische Forschungsschiff, das auch im Eis einsatzbereit ist. Das Schiff ist so konzipiert, dass es Meeresbiologen, Geologen, Seismologen und Geophysikern optimale Arbeitsbedingungen - sei es in den Polargebieten oder am Äquator - bietet.
Der mittlere Teil des 95m langen Schiffes ist der Forschung vorbehalten. Von hier aus können z.B. 24 Meter lange Borkerne aus dem Meeresboden geborgen, in Laborräumern voruntersucht und in den Kühlräumen gelagert werden. Mit einem hochsensiblen Echolotsystem können die Wissenschaftler unter anderem Bodenstrukturen bis in 10 000 Metern Tiefe erkennen. Von Bord können auch Sonden ausgefahren und Proben entnommen werden. Mit tonnenschweren Tiefseewinden und Kabeln können die Wissenschaftler Mess- und Arbeitsgerät bis zu 6000 Meter Tiefe herunterlassen.

Seit Februar 2006 können Meeresforscher dieses schwimmende Labor der Superlative nutzen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) übergab am 9.2.2006 in Warnemünde das weltweit modernste Forschungsschiff an die Wissenschaft. "Mit der Maria S. Merian bauen wir Deutschlands internationale Spitzenposition in der Meeresforschung weiter aus", sagte Staatssekretär Frieder Meyer-Krahmer. Das eisrandfähige Schiff hat einen Wert von 56,4 Millionen Euro. Das BMBF trägt davon 42,3 Millionen Euro - 75 Prozent der Kosten. 12,5 Prozent der Investitionssumme hat das Land Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Die restlichen 12,5 Prozent teilen sich die Länder Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg.

Die Merian fuhr anlässlich der Übergabe in einem feierlichen Geleitzug in ihren Heimathafen Rostock ein. In der Aida-Cruises-Halle am Warnemünder Passagierkai feierte anschließend Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff mit 250 geladenen Gästen die Übergabe des Schiffes.

"Dieses beeindruckende Schiff wird den Wissenschaftlern helfen, den Klimawandel besser zu verstehen", sagte Staatssekretär Meyer-Krahmer. "Mit den neuen Erkenntnissen können wir anschließend verantwortungsbewusster mit unserer Umwelt umgehen." Meyer-Krahmer verwies auch auf die wissenschaftliche Vielseitigkeit des Forschungsschiffes. "Wir erhoffen uns mit Hilfe der MERIAN grundlegend neue Erkenntnisse in der Ozeanographie, der marinen Geologie, der Meeres- und Luftchemie, der marinen Geophysik bis hin zur Meteorologie", sagte der Staatssekretär. Innovative Technik an Bord würde helfen, dieses Ziel zu erreichen. So könnten die Wissenschaftler zum Beispiel spezielle Lotsysteme nutzen, mit denen Bodenstrukturen bis 10 000 Meter Wassertiefe zu erkennen sind.

Der Name des neuen Forschungsschiffes geht zurück auf einen Schülerwettbewerb des BMBF aus dem Jahr 2002, den der damals 10-jährige Steffen Kaiser aus dem süddeutschen Lorch gewann. Er hatte vorgeschlagen, das neue Schiff nach Maria Sybilla Merian zu benennen. Diese im Jahr 1647 geborene Wissenschaftlerin unternahm - sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit - gemeinsam mit ihrer Tochter Fernreisen zu Forschungszwecken

Ihre erste Expedition wird die "Maria S. Merian" zum finnischen Meerbusen führen. Bis dahin sind Testfahrten in Nord- und Ostsee geplant, um die Funktion der wissenschaftlichen und technischen Systeme zu überprüfen. Heimathafen der Maria S. Merian ist Warnemünde. Das in Warnemünde ansässige Institut für Ostseeforschung wird den Einsatz der Maria S. Merian koordinieren, die allen deutschen Meeresforschern und ihren ausländischen Partnern zur Verfügung stehen wird.

Am 26. Juli 2005 wurde die Maria S Merian auf der Werft in Schacht Audorf bei Rendsburg getauft.