Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Aktuelles Den Geowissenschaften auf der Spur - Guter Tausch: Forschungsschiff statt Dinos

Den Geowissenschaften auf der Spur - Guter Tausch: Forschungsschiff statt Dinos

erstellt von aahke zuletzt verändert: 01.04.2008 16:50

"Den Geowissenschaften auf der Spur" berichtet über das vielseitige Berufsfeld, in dem Geowissenschaftler heute tätig sind. Ein breites Feld, das weit über die Grenzen der Forscherlaufbahn hinaus geht. Diesmal war planeterde im Gespräch mit Dr. Nicole Biebow, Projektmanagerin des Forschungseisbrechers AURORA BOREALIS am AWI Bremerhaven.

Guter Tausch: Forschungsschiff statt Dinos

Planeterde im Interview mit Dr. Nicole Biebow, Projektmanagerin des Forschungseisbrechers AURORA BOREALIS, AWI Bremerhaven

„Try and error“, so beschreibt die dynamische Koordinatorin des Projekts AURORA BOREALIS, Dr. Nicole Biebow, ihren Weg aus der Grundlagenforschung zum Projektmanagement des Forschungseisbrechers der Zukunft. Seit ihrer Zeit als Dinoflagellaten-Forscherin hat die Kieler Meeresbiologin eine steile Karriere gemacht. Zunächst in der Koordination eines deutsch-russischen Forschungsprojekts tätig, folgte die Geschäftsleitung der eigenen Firma für Dienstleistungen im Bereich Geowissenschaften. Seit einem Jahr managt die 43jährige erfolgreich die Geschicke des zukünftigen „Polarlichts“ am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, dem Forschungsschiff AURORA BOREALIS. Für planeterde berichtete sie über ihre Arbeit und Ziele. Damals wie heute, als Wissenschaftlerin und Koordinatorin.


Guter Tausch...1. April: Portrait Nicole Biebow

Forschen wie Cousteau und Sielmann

planeterde: Für die Natur interessieren sich viele bereits als Kind. Wann hat sich das Interesse an Naturwissenschaften bei Ihnen geregt?

Naturwissenschaften haben mich schon immer sehr interessiert. Ich wollte bereits als Grundschülerin Wissenschaftlerin werden. Darunter hatte ich mir allerdings etwas ganz anderes vorgestellt - nämlich eher eine Tätigkeit wie die damals bekannten Tierfilmer Sielmann oder Cousteau.

Da Geologie in den meisten Bundesländern leider nicht als eigenständiges Schulfach unterrichtet wird, bin ich zu diesem Studium erst durch eine Berufsberatung in der Schule gekommen. Geologie vereint alle klassischen Naturwissenschaften und erschien mir daher die richtige Wahl. Da ich mir aber nicht so richtig etwas unter dem Fach Geologie vorstellen konnte und man mir sagte, dass dieses Studium durch die vielen Exkursionen sehr teuer ist, habe ich dann doch erst ein Chemiestudium begonnen. Nach zwei Semestern Chemie habe ich dann das Studienfach zu Geologie/Paläontologie gewechselt.

planeterde: Ihre Begeisterung für das Leben im Meer hat sich im Zweitstudium fortgesetzt. Haben Ihre Eltern Ihre Berufswahl unterstützt?

Mein Vater hat früher eine eigene Brunnenbaufirma gehabt und hat anschließend in der Erdölindustrie gearbeitet. Er ist also quasi vom Fach und hat meinen Entschluss nach zwei Semestern Chemiestudium zu Geologie zu wechseln daher sehr begrüßt.

Geowissenschaften - Studium damals und heute

planeterde: Geowissenschaften als Studium. Worin unterscheidet sich dies von Ihrer Zeit als Studentin in Kiel?

Früher gab es den Studiengang Geowissenschaften noch nicht, sondern man hat die einzelnen Fächer wie z.B. Geologie/Paläontologie, Mineralogie oder Geophysik als eigenen Studiengang studiert. Das heißt zu meiner Zeit war das Studium wesentlich spezialisierter. Heutzutage hört man in dem Studiengang Geowissenschaften die gesamte Palette der "Geofächer", was ich persönlich für sehr gut halte. Denn man guckt etwas mehr über seinen Tellerrand hinaus.


Guter Tausch...1. April: Auf Expedition





















Auf Expedition: Nicole Biebow bei der Probennahme auf dem Arbeitsdeck. Quelle: AWI

"Die erste Schiffsexpedition hat mich geprägt"

planeterde: Sie haben bereits eine bunte Palette im Bereich Berufserfahrung vorzuweisen. Erinnern sie sich an ein ganz besonderes, prägendes Ereignis während ihrer Karriere?

Das prägende Erlebnis in meinem bisherigen Beruf war sicher die erste Schiffsexpedition. Während meiner Diplomarbeit ging ich 1990 mit Meteor in das Europäische Nordmeer. Das interdisziplinäre Arbeiten auf See hat mich sehr fasziniert und danach war mir klar, dass ich auch eine Doktorarbeit im Bereich der Meeresgeologie machen und an weiteren Expeditionen teilnehmen möchte.

Ich habe später an vielen Expeditionen teilgenommen, vor allem in das Ochotskische Meer mit russischen Forschungsschiffen. Während meiner Zeit als Koordinatorin für KOMEX (Kurilen Ochotskisches Meer Experiment) waren es zeitweilig drei große Expeditionen pro Jahr und vier bis fünf Monate auf See.

Ein weiteres prägendes Erlebnis, schon zu Beginn meiner Tätigkeit als Koordinatorin von KOMEX, war meine erste Reise nach Moskau, besonders in den Fernen Osten nach Wladiwostok. Ich konnte mir davor gar nicht vorstellen jemals so eng mit russischen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten und sooft nach Russland zu reisen. Ich war vorher sehr angespannt und aufgeregt. Allerdings haben mich meine russischen Kolleginnen und Kollegen bereits auf der ersten Reise mit soviel Herzlichkeit und Gastfreundschaft begrüßt, so dass ich gleich wusste: die Entscheidung für KOMEX war für mich richtig.

planeterde: Wissenschaftliche Koordinatorin heute, Mikropaläontologin früher. Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Grundsätzlich fasziniert mich in meinem Beruf die Beschäftigung mit der Geschichte unserer Erde und spezieller den Ozeanen. Als Mikropaläontologin habe ich mich ja auch mit der Rekonstruktion unserer jüngsten Klimageschichte beschäftigt. Es ist erstaunlich, was man alles über die damalige Umwelt aus den Organismen-Gemeinschaften heraus lesen kann. Ich habe mit den Zysten von Dinoflagellaten gearbeitet. Dinoflagellaten sind durch ihre Anpassungsfähigkeit unglaublich faszinierend, z.B. weil sie in der Lage sind sowohl als Pflanze als auch als Tier zu leben. Auch extreme Umweltbedingungen können sie ohne weiteres überstehen.

Heute kommt dazu, dass ich durch meine Tätigkeit im Bereich der Koordination von Großprojekten (KOMEX wie auch AURORA BOREALIS) sehr viele interessante Menschen kennen lerne und viele Plätze dieser Erde sehe, die man sonst nicht so einfach erreichen könnte.

Vom Dino zur Wissenschaftskoordination

planeterde: Ein Jahr nach Ihrer Promotion haben Sie sich beruflich umorientiert und die Koordination des Projekts KOMEX übernommen. Wie wird „frau“ wissenschaftliche Koordinatorin?

Man hat mir nach meiner Promotion die Position als Koordinatorin für KOMEX angeboten. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich dringend eine Stelle gesucht habe, die mir es damals erlaubte in Kiel zu bleiben. Zu dieser Zeit bin ich allerdings noch davon ausgegangen neben meiner Koordinatoren-Tätigkeit auch Grundlagenforschung betreiben zu können. Leider war das zeitlich einfach nicht mehr möglich. Es war so ein bisschen wie ein Sprung ins kalte Wasser, denn meine bisherige Ausbildung hatte ja kaum etwas mit derartigen Aufgaben zu tun. Man lernt es dann nach der Methode "Try and Error".

Die Geschäftsfrau

planeterde: Ab 2002 waren Sie in der Geschäftsleitung der Tethys Geoconsulting GmbH. Was macht diese Firma und welches waren Ihre Aufgaben?

Die Hauptfelder der Firma Tethys Geoconsulting GmbH sind wissenschaftliche Dienstleistungen aus dem Bereich der Geowissenschaften. Ich habe damals die Firma zusammen mit einem Kollegen gegründet und geleitet. Der Grund dafür war, dass es uns beiden aufgrund des damaligen Hochschulrahmengesetzes nicht mehr möglich war unsere Arbeiten in den wissenschaftlichen Projekten als befristete Angestellte des GEOMAR fortzuführen. Obwohl wir ausreichend Drittmittel für unsere Stellen für mehrere Jahre eingeworben hatten. Wir haben diese Projektarbeiten dann als Auftrag über unsere Firma weiter fortführen können. Das GEOMAR und auch unser Projektträger haben uns damals sehr bei dieser Entscheidung unterstützt.


Guter Tausch...1. April: AURORA BOREALIS













Zeichnung des Forschungseisbrechers AURORA BOREALIS.Quelle: AWI


Karriere mit AURORA BOREALIS

planeterde: Seit 2004 sind sie am AWI tätig, seit dem letzten Jahr als Leiterin des Projekts AURORA BOREALIS. Worum geht es in dem Projekt und welches sind Ihre Aufgaben als Koordinatorin?

Das Projekt AURORA BOREALIS befasst sich mit der Entwicklung eines eisbrechenden Forschungsschiffes, dass auch wissenschaftliche Tiefbohrungen in den Polargebieten durchführen kann (wie IODP, Integrated Ocean Drilling Program). AURORA BOREALIS wird ein Schiffstyp werden, der bisher so noch nicht gebaut wurde. Es ist eine komplette technische Neuentwicklung. Das besondere an dem Schiff ist, dass es das ganze Jahr über autark in den Polargebieten arbeiten können wird und ohne zusätzliche Unterstützung durch weitere Eisbrecher Tiefbohrungen in eisbedeckten Gebieten durchführen kann. Der Inhalt des vom BMBF geförderten Projektes AURORA BOREALIS ist daher einerseits die technische Entwicklung dieses Schiffes, die maßgeblich von einem Ingenieurbüro aus Hamburg (SCHIFFKO GmbH) durchgeführt wird. Wir unterstützen diese Arbeiten dadurch, dass wir die Anforderungen der Wissenschaft mit in die Generalplanung einbringen.

Außerdem ist die AURORA BOREALIS als ein internationales / europäisches Forschungsschiff geplant, dass durch ein internationales Konsortium gebaut und betrieben wird. Dazu müssen Managementstrukturen erarbeitet werden und z.B. auch rechtliche Fragen geklärt werden. Diese Arbeiten sind im Rahmen des BMBF Projektes begonnen worden und werden ab März 2008 in einem EU Projekt gemeinsam mit der European Science Foundation und zurzeit weiteren 10 europäischen Partner intensiviert. Außerdem müssen die internationalen Partner gefunden werden, die sich finanziell an diesem Projekt beteiligen. Der Bereich der internationalen Zusammenarbeit ist meine Hauptaufgabe. Ich stelle das Projekt auf den entsprechenden Veranstaltungen vor, spreche mit den zentralen Wissenschaftlern aus interessierten Ländern, den potentiellen Förderorganisationen und koordiniere die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern. Außerdem leite ich das nationale Projekt und bin für dessen reibungslosen Ablauf verantwortlich.

planeterde: Eine abwechslungsreiche Aufgabe. Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?

Mein Arbeitsalltag ist eigentlich zwei geteilt. Nahezu die Hälfte des Jahres bin ich auf Dienstreise im In- und Ausland um Vorträge zu halten, in den wichtigen Polarforschungsgremien das Projekt voran zu treiben und um Gespräche mit unseren Partnern in der EU und in Russland zu führen.

Die andere Hälfte der Zeit besteht aus Büroarbeit. Dazu gehört Berichte, Anträge und Veröffentlichungen zu schreiben, das Projekt am Laufen zu halten und die Reisen vor- und nachzubereiten.


Wichtige Voraussetzungen für diesen Job sind sicher Flexibilität, Durchsetzungs- und Überzeugungsfähigkeit, die Fähigkeit zur Kommunikation mit den unterschiedlichsten Personen und die Fähigkeit schnell aber konzentriert Dinge zu erledigen. Letzteres vor allem deswegen weil zwischen den ganzen Reisen meistens viele dringende Dinge in ganz knapper Zeit erledigt werden müssen.

planeterde: Seit Ihrem „Branchenwechsel“ haben Sie als wissenschaftliche Koordinatorin eine beachtliche Karriere gemacht. Wie managen Sie Ihren Arbeitsaufwand mit Ihrem Privatleben?

Leider steht mein Privatleben immer etwas hinter dem Job mit seinen vielen und teilweise langen Reisen zurück. Ich habe nie Kinder bekommen und fühle mich jetzt auch zu alt dafür. Mein Lebensgefährte ist selber sehr oft auf Schiffsexpeditionen unterwegs und akzeptiert meinen Job daher voll.

Als Frau in einer Führungsposition heißt Kompromisse eingehen

planeterde: Als Frau stehen Sie erfolgreich „Ihren“ Mann. Denken Sie, Sie werden insgesamt akzeptiert und auch gleichwertig für Ihren Job bezahlt?

Ich habe während meines gesamten bisherigen Berufslebens nie das Gefühl gehabt gegenüber männlichen Kollegen benachteiligt zu sein. Ich fühle mich durchaus in meiner Position akzeptiert und glaube auch gleichwertig bezahlt zu werden.

planeterde: Frauen in Führungspositionen werden leider oft noch als Exotin betrachtet. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?

Ich sehe Frauen in Führungspositionen eigentlich nicht mehr als Exoten an, da sich in den letzten Jahren in diesem Bereich sehr viel geändert hat. Ich nehme zurzeit an einer Führungskräfteakademie der Helmholtz-Gemeinschaft teil. Daran sind genauso viele Frauen wie Männer beteiligt. Die Frauen haben alle leitende Positionen in der Helmholtz-Gemeinschaft. Das AWI hat sogar als erstes naturwissenschaftliches Institut in Deutschland zwei Frauen an der Spitze, so dass man aus unserer Sicht hier keine Unterschiede mehr sieht.

Dennoch zeigen die Statistiken, dass überproportional viele Doktorandinnen nach Ihrer Promotion aus dem Berufsleben ausscheiden, um sich vermutlich stärker ihrer Familie widmen. Um noch mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen, muss man gerade diese jungen Frauen stärker motivieren in der Wissenschaft zu bleibe. Dazu gehört auch, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie so weit wie möglich auszubauen. Zum Beispiel durch Kinderbetreuungsangebot, flexible Arbeitszeiten, Wiedereinstiegsunterstützung etc.

2013 sticht das "Polarlicht" in See

planeterde: AURORA BOREALIS existiert noch nur auf dem Reißbrett. Wann wird es gebaut und voraussichtlich in Dienst gestellt?

Der Baubeginn für AURORA BOREALIS steht noch nicht fest, da erst die Geldgeber gefunden werden müssen, die den Bau und Betrieb des Schiffes im Rahmen eines internationalen Konsortiums finanzieren. Das bedeutet, dass AURORA BOREALIS höchst wahrscheinlich an verschiedenen Standorten gebaut wird und nur in einer Werft zusammengesetzt wird. Es gibt allerdings nicht allzu viele Werften in Europa die ein derartiges Schiff zusammensetzen können und eine davon ist in Kiel. Diese Entscheidung wird allerdings erst von dem späteren internationalen Konsortium getroffen.

Der Termin der Indienststellung ist daher noch offen. Wir streben allerdings an, dass das Schiff spätestens im Jahr 2013 arbeiten wird.

Wir versuchen die Öffentlichkeit soviel wie möglich an dem Projekt teilhaben zu lassen und haben daher extra eine Mitarbeiterin angestellt, die sich vorrangig um die Medien und die Presse kümmert.

Und was bringt die Zukunft?

planeterde: Es liegen also noch einige Aufgaben vor Ihnen. Welche Ziele haben Sie persönlich wie beruflich für die Zukunft?

Im Moment ist meine berufliche Zukunft sehr eng an das Projekt AURORA BOREALIS gekoppelt. Vorrangiges Ziel ist es die Partner zu finden und den Bau des Schiffes in die Wege zu leiten. Sollte das gelingen, hoffe ich auch weiterhin im Management des Schiffes beteiligt zu sein. Das erscheint mir eine sehr interessante Aufgabe zu sein.

Grundsätzlich möchte ich gerne weiterhin im Wissenschaftsmanagement tätig sein und würde auch gerne noch mehr Verantwortung übernehmen. Ich könnte es mir auch gut vorstellen erneut im Ausland zu arbeiten, z.B. bei der EU oder einem der internationalen Gremien für Polar- und Meeresforschung.

Mein ganz persönliches Ziel: endlich eine unbefristete Stelle zu bekommen. Denn auch jetzt bin ich nur befristet für die Projektlaufzeit angestellt. Das würde meinem Leben endlich die nötige berufliche und auch finanzielle Sicherheit geben, auf die ich schon lange warte, um z.B. auch einige private Entscheidungen zu treffen. Das heißt allerdings nicht, dass ich nun plane, bis zum Ruhestand an einem Institut zu bleiben.

planeterde: Frau Dr. Biebow, zögen Sie ein Fazit, welche Funktion würden Sie sich in unserer Gesellschaft zuordnen?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Im wissenschaftlichen Bereich sehe ich mich eigentlich als Dienstleisterin. Ich versuche es mit meiner Arbeit möglich zu machen, dass meine Kollegen aus der Grundlagenforschung sich hauptsächlich auf die Forschung konzentrieren können, indem Ihnen das ganze Drumherum abgenommen wird. Im gesellschaftlichen Bereich würde ich gerne einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Öffentlichkeit etwas von der Faszination unserer Ozeane und Polargebiete mitbekommt und so auch willens ist, diese zu schützen und die Forschung daran zu unterstützen.

planeterde: Wir bedanken und ganz herzlich für dieses Gespräch.

Guter Tausch...1. April: Pferd Ulan












Am liebsten hoch zu Roß: In ihrer Freizeit findet sie den nötigen Ausgleich auf dem Rücken ihres Pferds Ulan. Quelle:privat


Kurzbiographie

Nicole Biebow wurde im September 1965 in Lübeck geboren. Bereits in der Grundschule durch gute Noten im naturwissenschaftlichen Bereich auffällig, entschloss sie sich zunächst für ein Chemiestudium an der Universität Kiel. 1985 wechselte sie zu einem Studium der Geologie und Paläontologie mit Schwerpunkt auf den Meereswissenschaften. Ihr Interesse an der Rolle, die marine Organismen im Laufe der geologischen Geschichte der Meere spielen, setzte Nicole Biebow im Rahmen eines Promotionsstudiums fort. 1996 wurde sie für ihre Arbeit über Dinoflagellaten im peruanischen Auftriebsgebiet and der Universität Kiel promoviert. Am GEOMAR Forschungszentrum für marine Geowissenschaften setzte sie zunächst ihre mikropaläontologischen Arbeiten fort. Da sie trotz eigenständig erworbener Finanzierung nicht am Institut bleiben konnte, nahm sie wenig später, ebenfalls am GEOMAR, eine Koordinatorenstelle an. Sechs Jahre lang betreute sie das deutsch-russische Forschungsvorhaben KOMEX, bevor sie 2002 zusammen mit einem Geschäftspartner die wissenschaftliche Dienstleistungsfirma Tethys Geoconsulting GmbH gründete. Damit schaffte sie die Arbeitsplätze, die ihr und ihrem Kollegen aufgrund des früheren Hochschulrahmengesetzes nicht mehr möglich war. Ihre bereits durch Drittmittel finanzierten Projekte fanden in der Firma eine Fortsetzung, die heute unter Leitung des Geschäftspartners besteht. Durch den Wechsel an das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung im Jahr 2004 verlagerte sich der Fokus der Karrierefrau auf den Aufbau und die Koordination des deutsch-russischen Studiengangs POMOR sowie der Betreuung der AWI-Initiative AURORA BOREALIS zum Bau eines neuen Forschungseisbrechers. Seit März 2007 ist die engagierte Mikropaläontologin und Geschäftsführerin für Koordination und Management des Projekts AURORA BOREALIS verantwortlich. Die begeisterte Reiterin lebt mit ihrem Mann bei Bremerhaven.

AA, iserundschmidt 04/2008


Weitere Informationen zu AURORA BOREALIS finden Sie auf den Projektseiten des AWI.