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Millionen Arten zu leben: Ausstellung begleitet UN-Konferenz COP 9 in Bonn

erstellt von aahke zuletzt verändert: 19.05.2008 22:09

Die biologische Vielfalt ist eine unverzichtbare Grundlage unseres Lebens. Sie sichert materielle und kulturelle Bedürfnisse des Menschen und sorgt für die Stabilität von Ökosystemen. Weltweit ist jedoch ein zum Teil dramatischer Rückgang der Arten zu beobachten, der vor allem auf die menschliche Landnutzung und den Klimawandel zurückgeführt wird. Bei der Ausstellung "Millionen Arten zu leben - Forschung für die biologische Vielfalt", auf der sich begleitend zur COP 9 (Start der Konferenz am 19. Mai) die Biodiversitätsforschung Deutschlands darstellt, präsentieren auch DFG-geförderte Projekt ihre Forschungsziele: die Erfassung der Artenvielfalt, ihren Erhalt sowie ihre nachhaltige Nutzung.

Funktionen der Vielfalt verstehen


Biodiversität im System Erde-Mensch
Die biologische Vielfalt ist eine unverzichtbare Grundlage unseres Lebens. Sie sichert materielle und kulturelle Bedürfnisse des Menschen und sorgt für die Stabilität von Ökosystemen. Weltweit ist jedoch ein zum Teil dramatischer Rückgang der Arten zu beobachten, der vor allem auf die menschliche Landnutzung und den Klimawandel zurückgeführt wird. Hier ist die Forschung gefragt: Um die Zusammenhänge zwischen Umweltveränderungen, Klimawandel und Artenverlust besser zu verstehen, ist es dringend erforderlich, die Rolle der Biodiversität in Ökosystemen genauer zu untersuchen. (...)
Meldung 19. Mai COP 9





















Ausstellung in Bonn präsentiert Deutschlands Biodiversitätsforschung

Bei der Ausstellung "Millionen Arten zu leben - Forschung für die biologische Vielfalt", auf der sich begleitend zur COP 9 die Biodiversitätsforschung Deutschlands darstellt, präsentieren auch DFG-geförderte Projekt die Ziele dieser Forschung: die Erfassung der Artenvielfalt, ihren Erhalt sowie ihre nachhaltige Nutzung.
Die "Biodiversitäts-Exploratorien" etwa untersuchen an drei Standorten in Deutschland naturnahe Ökosysteme - Wälder, Wiesen und Weiden - und verbinden experimentelle und beobachtende Untersuchungen. Das Projekt "Jena-Experiment" hingegen untersucht die Funktion der Biodiversität auf der Basis von künstlich geschaffenen Grünlandsystemen, in denen einzelne Faktoren gezielt verändert werden können. Wie die Verteilung von Arten wiederum in verschiedenen Höhenzonen einer Bergregion aussieht, untersucht ein Projekt aus Bayreuth, das sich mit der Biodiversität am Kilimandscharo beschäftigt.

Meldung 19. Mai COP 9: Kaffeebohnen





















Wirtschaft contra Artenvielfalt?

Dass der Erhalt der Artenvielfalt immer auch in Einklang mit den wirtschaftlichen Bedürfnissen einer Region gebracht werden muss, ist vor allem in Entwicklungsländern eine Herausforderung und ebenfalls Thema der Ausstellung. Die Forschergruppe "Ecuador" leistet seit 2001 zu diesen Fragen einen wichtigen Beitrag: Sie untersucht sowohl natürliche als auch durch menschliche Nutzung gestörte Bergwaldregionen und will aus den Ergebnissen dieser vergleichenden Forschung Vorschläge für eine nachhaltige Nutzung und Verbesserung der Lebenssituation für die Bergbevölkerung der Anden entwickeln. Auch der Göttinger Sonderforschungsbereich "STORMA" befasst sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Hier stehen die tropischen Regenwälder Indonesiens im Mittelpunkt, die in den vergangenen 50 Jahren vor allem durch Rodung fast um die Hälfte geschrumpft sind. Gemeinsam mit Partnern vor Ort erforschen die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Folgen der Entwaldung und suchen nach nachhaltigen Wirtschaftsformen für die Zukunft.

Ausstellungsinfos

Ort und Öffnungszeiten der Ausstellung "Millionen Arten zu leben - Forschung für die biologische Vielfalt":

Plaza der Vielfalt, Nähe Robert-Schumann-Platz,
53175 Bonn, Stand Nr. 30.
19.-26. Mai 2008, Mo-Fr 13-15 Uhr und 18-20 Uhr;
27.-30. Mai 10-20 Uhr.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bundesministerium für Bildung und Forschung, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Deutsche Naturwissenschaftliche Forschung e.V. und Diversitas Deutschland.

Die Biodiversitätsforschung steht in engem Zusammenhang mit dem "Übereinkommen über die biologische Vielfalt" (CBD), das 1992 als völkerrechtliches Abkommen in Rio de Janeiro unterzeichnet wurde und dem Deutschland 1994 als Vertragspartei beigetreten ist. Das Abkommen hat zum Ziel, die biologische Vielfalt zu erhalten, ihre Bestandteile nachhaltig zu nutzen und eine gerechte Aufteilung der Vorteile daraus zu erreichen. Diese Ziele gelten auch für die Forschung und werden in den Förderentscheidungen der DFG sehr ernst genommen. Um die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Planung und Antragsvorbereitung von CBD-relevanten Forschungsprojekten zu unterstützen, hat die DFG entsprechende Hinweise erarbeitet.

Infobroschüre

Anlässlich der UN-Konferenz hat die DFG eine Broschüre zur Biodiversitätforschung herausgegeben. Unter dem Titel "Biodiversity Research" fasst sie die wichtigsten Aufgaben und Ansätze der Biodiversitätsforschung aus der Perspektive der DFG zusammen und stellt eine Auswahl einschlägiger DFG-geförderter Projekte vor.

Fragen zur Förderung der Biodiversitätsforschung in der DFG beantwortet Dr. Roswitha Schönwitz, Tel. +49 228 885-2362, Roswitha.Schoenwitz@dfg.de.

Hinweis für Redaktionen:
Rezensionsexemplare der Broschüre "Biodiversity Research" können in der DFG-Geschäftsstelle unter Michael.Hoenscheid@dfg.de angefordert werden. Eine deutschsprachige Version der Broschüre erscheint im Sommer 2008.