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POSEIDON-Blog 22.&23. Mai: Die Landratten gehen an Bord

erstellt von aahke zuletzt verändert: 26.05.2008 12:55

Bis Mitte Juni berichten Forscher von Bord der POSEIDON. Das deutsche Forschungsschiff ist unterwegs, um im Rahmen des EUROPROX-Programms die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens zu untersuchen. Der zweite Fahrtabschnitt wird am 22. Mai von Stijn de Schepper und Mirja Hoins fortgesetzt.

Forscher-Logbuch 22.-23. Mai 2008

P366-2 RV POSEIDON


Autoren:

Stijn De Schepper und Mirja Hoins



Donnerstag/Freitag 22. & 23. Mai 2008


Hallo,

wir sind Stijn De Schepper, Paläontologe und Postdoktorand von EUROPROX, und Mirja Hoins, Studentin an der Universität Bremen und übernehmen für diesen zweiten Fahrtabschnitt der
EUROPROX-Expedition die Berichterstattung. Hier sind die Berichte der ersten beiden Tage:


22. Mai 2008

Heute Morgen verließen wir nach einer ruhigen Nacht den Hafen von Gran Canaria. Noch ein letzter Blick aufs Festland, dann nur noch Wasser um uns herum - Tage können durchaus unangenehmer beginnen. Da wir auf dieser Fahrt unsere erste Erfahrung als Seemänner/Seefrauen sammeln werden, fand zu allererst die Einweisung in die Sicherheitsvorschriften der Poseidon statt. Oberes Deck, unteres Deck, Hauptdeck- alles sehr verwirrend für uns Landratten. Aber dann hatten wir es geschafft und haben nach ein paar Stunden Fahrt, und der ersten Bekanntmachung mit kleineren Wellen, das erste Ziel - die ESTOC-Station - erreicht.

Anfangs noch unsicher begannen wir mit dem wissenschaftlichen Arbeiten an Bord. Bereits nach kurzer Zeit stellte sich jedoch Routine ein und wir erledigten unsere von der Fahrtleiterin Karin Zonneveld zugeteilten Jobs als hätten wir nie im Leben etwas anderes getan. Der Spaß kann also losgehen und wir freuen uns auf den morgigen Tag!

 poseidon 22./23. Mai: Bild 1 CTD



















Wissenschaftler der Poseidon bei der Entname der Wasserproben des CTD-Profilers. Diese befinden sich in den rosettenartig aufgehängten Niskin-Flaschen, die Wasser aus unterschiedlichen Meerestiefen geschöpft haben. CTD ist die Abkürzung für "Conductivity - Temperature - Depth": Das Gerät vermag also die Leitfähigkeit und Temperatur von Meerwasser in verschiedenen Tiefen und Drücken zu bestimmen. Mit diesen Parametern können beispielsweise die Dichte oder der Salzgehalt im Merrwasser bestimmt und u.a. Aussagen über Wassermassen im Ozean getroffen werden.



23. Mai 2008

Gleich zu Beginn des heutigen Tages sahen wir einen unserer indirekten "Nachbarn": Eine Schildkröte schwamm nur wenige Meter entfernt am Schiff vorbei! Später sahen einige von uns sogar noch ein paar Delfine.

Gestern war ein langer Tag. Einige Gruppen haben fast bis Mitternacht ihre Proben gesiebt, gefiltert oder sonst wie bearbeitet. Hauptsächlich dienen die Proben der genaueren Untersuchung von Plankton. Wir haben dazu mehrmals den CTD-Profiler, der die Wasserproben entnimmt, in unterschiedliche Tiefen an einer Winde heruntergelassen (siehe oberes Bild). Gestern erreichten wir mit dem Gerät eine maximale Tiefe von 3000
Metern. Außerdem kam ein Plankton-Netz zum Einsatz (siehe unteres Bild).

Heute haben wir zusätzlich zum CTD und Multinetz ein Handnetz und in-situ Pumpen benutzt. Der Einsatz des Multicorers zeigte übrigens, dass sich interessanterweise kein Sediment am Ozeanboden von Station 2 befindet. Es könnte sich eventuell auch um technische Probleme gehandelt haben... Wir hoffen, morgen darauf Antworten zu finden.

Schöne Grüße von der Poseidon,
Stijn und Mirja




Weitere Informationen:


Wo ist POSEIDON jetzt?

Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.


Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history
unter www.europrox.de.


poseidon 22./23. Mai: Bild 2























Auf dem Arbeitsdeck: Unsere Logbuch-Autoren beim Beproben des Planktonnetzes. Andere schauten nur zu...