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Schaufenster in die Antarktisforschung auf planeterde.de

erstellt von aahke zuletzt verändert: 19.03.2008 18:49

Eine Woche lang waren die Leser von planeterde zu Gast auf Deutschlands berühmtesten Polarforschungsschiff, der POLARSTERN. Mit tagesaktuellen Berichten von Eberhard Fahrbach, Fahrtleiter der aktuellen Expedition ANTXXIV/3, die im Rahmen des Internationalen Polarjahres 2007/2008 erfolgt, öffnete sich vom 1. und vom 9.-14.März ein Schaufenster in die Antarktisforschung.

Schaufenster in die Antarktisforschung

Deutschlands berühmtesten Polarforschungsschiff, der POLARSTERN. Mit tagesaktuellen Berichten von Eberhard Fahrbach, Fahrtleiter der aktuellen Expedition ANTXXIV/3, die im Rahmen des Internationalen Polarjahres 2007/2008 erfolgt, öffnete sich vom 1. und vom 9.-14. März ein Schaufenster in die Antarktisforschung.


planeterde und das Internationale Polarjahr 2007/2008

Ziel dieser weltweit koordinierten Bestandsaufnahme der Bedingungen in beiden Polargebieten, soll eine Bewertung der gegenwärtig ablaufenden Klimaveränderungen sein. Fahrbach schildert lebendig den Forscheralltag auf dem Eisbrecher, der in der dokumentierten Woche die Forscherbasis Neumayerstation anlief und Stationsarbeiten auf dem Meridian von Greenwich ausführte.

Dunkelste Stunden der Polarforschung

Neben all der faszinierenden Erlebnisse in der antarktischen Natur, erlebte die Crew des Forschungsschiffs jedoch auch die wohl dunkelsten Stunden in 25 Jahren Forschung auf der POLARSTERN. Am 2. März kam es während eines Personentransports bei der Neumayerstation zu einem tragischen Helikopterabsturzes. Die Bilanz des Unglücks: zwei Tote und drei schwerverletzte Wissenschaftler. „Vorfreude und Erwartung wechselte auf POLARSTERN in Bestürzung und Trauer“, so der Fahrtleiter zu der gedrückten Atmosphäre an Bord. Auch für den sehr erfahrenen wissenschaftlichen Leiter eine schwierige Situation, logistisch wie auch menschlich eine große Herausforderung.

Was auf POLARSTERN passiert steht im Fahrtleiter-Logbuch

Mit Rücksicht auf das Unglück setzte planeterde das Logbuch eine Woche später fort. Trotz solch schmerzvoller Augenblicke, die zeigen, dass Forschung in den Polarregionen obgleich modernster Technik auch in unserer Zeit gefährlich sein kann, muss der Betrieb auf dem Forschungsschiff weiter laufen. In der Woche vom 9.-14. März berichtet Fahrbach von Geräteeinsätzen, erklärte wie eine CTD und ein Strömungsmesser funktioniert und was eigentlich der Antarktisstrom mit dem Klimageschehen zu tun hat. Am Mittwoch wurde es regelrecht spannend auf der Suche nach einer verloren geglaubten Verankerung, die wertvolle ozeanographische Daten über drei Jahre enthält.

Forschung ist kein Zuckerschlecken

Mittlerweile dampft die rüstige „alte Dame“ der Polarforschung ins zentrale Weddellmeer und in Richtung King-George-Island. Forschung auf See ist kein Zuckerschlecken, sondern harte, jahrelange Arbeit, die auch emotionale Stärke fordert. „Sie (POLARSTERN) hat uns durch tiefsten Schmerz, aber auch durch viele schöne Momente zu einem unermesslichen Datensatz geführt. Es wird Jahre dauern, bis alle Proben und Messdaten analysiert sein werden und einen weiteren Mosaikstein zum Verständnis unseres Planeten Erde geliefert haben werden,“ zieht Fahrtleiter Eberhard Fahrbach sein Fazit am Ende der wohl schwersten Woche seiner Amtszeit auf „seiner“ POLARSTERN.

Planeterde bedankt sich an dieser Stelle herzlich beim Fahrtleiter Dr. Eberhard Fahrbach für die Berichterstattung von der POLARSTERN

AA, März 2008

Polarstern in der Antarktis