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erstellt von admin zuletzt verändert: 12.04.2012 14:20

"Blutende" Wasserfälle am Gletscher
Die Antarktis erscheint als lebensfeindlicher Eiskontinent, der nur an den Rändern von gut angepassten Spezialisten bewohnt werden kann. Dieser Eindruck trügt offenbar, denn mehr und mehr stellt sich heraus, dass auf dem Südkontinent zwischen Eispanzer und Gesteinsbett eine Zone mit Seen und Flüssen existiert, die von überraschend vielfältigen mikrobiellen Ökosystemen besiedelt ist. Mittlerweile kennt man Mikrobengemeinschaften selbst unter dem gewaltigen Eispanzer der Ostantarktis. Von einem besonders auffälligen Fund in den trockensten Tälern des Kontinents haben Forscher auf der Herbsttagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union in San Francisco berichtet.
Geburt einer Plattengrenze
Im Indischen Ozean hat sich 2012 eines der stärksten Erdbeben ereignet, das jemals innerhalb einer Krustenplatte gemessen wurde. Da das betreffende Gebiet unter mehr als 4000 Meter Wasser liegt, hat die Menschheit wenig davon mitbekommen, doch die Wissenschaftler wurden hellhörig. Eine Gruppe um den in Paris arbeitenden Satish Singh glaubt, dass das Beben die Entstehung einer Plattengrenze markiert. In „Science Advances“ haben die Forscher ihre Ansicht näher vorgestellt.
Aufwallungen unter Neuengland
Das US-Projekt Earthscope war eines der größten seismologischen Vorhaben der Geschichte. Zwischen 2008 und 2013 wurde die gesamte kontinentale Landfläche der USA bis in große Tiefe seismologisch durchleuchtet. Die Auflösung der Daten sucht seinesgleichen. Nach und nach werden jetzt die ersten Ergebnisse publiziert, die auf dem einzigartigen Datensatz beruhen. Zu ihnen gehört ein ungemein detailliertes Bild von Mantelaufwallungen unter den Neuenglandstaaten, das auf der Herbsttagung der US-amerikanischen Geophysikalischen Union AGU in San Francisco präsentiert wurde.
Eine Kolonie wurde abgewickelt
Das Schicksal der Wikinger, die unter Erik dem Roten Grönland entdeckten, ist eines der großen Rätsel der nordischen Geschichte. Bislang wird es als eine Tragödie interpretiert, an deren Ende die letzten Siedler in einer lebensfeindlichen Umwelt wahlweise von Inuit erschlagen oder an Hunger oder Krankheiten zugrunde gingen. Neueste Erkenntnisse aus Archäologie und Naturwissenschaften deuten jedoch auf eine andere Geschichte hin: auf eine Kolonie, der die wirtschaftliche Grundlage abhanden kam.
Klebengeblieben
China hat sich als eine wahre Fundgrube für kreidezeitliche Dinosaurier, speziell solche mit Federn, erwiesen. Die jüngste Sensation stammt jedoch nicht aus den bekannten Fundstätten rings um die nordöstliche Provinz Liaoning, sondern von einem Bernsteinmarkt im benachbarten Myanmar. Es ist das erste eindeutige Saurierfossil, das sich in Bernstein erhalten hat, und es besitzt - natürlich - Federn. In der aktuellen Ausgabe von "Current Biology" wird das Fossil vorgestellt.
Romer-Lücke wurde gefüllt
Ein Massenaussterben, bei dem vor allem im Meer ein Großteil der Tierarten ausstarb, beendete vor 360 Millionen Jahren das Devon. Die Krise des Lebens im Meer ist weithin bezeugt, vom Schicksal der Landlebewesen weiß man dagegen nahezu nichts. Der Mangel an Überlieferung trägt seit 1995 den Namen des US-Paläontologen Alfred Romer, der als erster auf diese Lücke hinwies. In der jüngsten „Nature Ecology & Evolution“ schließen britische Paläontologen diese Lücke in der Überlieferung mit neuen Fossilienfunden aus Schottland.
Mit oder ohne Gletscher
Grönlands Eispanzer ist nach der Ostantarktis der zweitgrößte der Welt. Die in ihm gespeicherte Wassermenge würde ausreichen, den globalen Meeresspiegel um mehr als sieben Meter ansteigen zu lassen. Zwei Studien in "Nature" geben jetzt derart unterschiedliche Auskunft über die Stabilität des Eisschildes in der Vergangenheit, dass sie einer dringenden Aufforderung zu schleunigster Intensivierung der Forschung gleichkommen.
Zehn Jahre bis zur Normalisierung
Oklahoma wird in absehbarer Zeit einen Spitzenplatz verlieren, auf den der Prärie- und Erdölstaat überhaupt nicht stolz ist. 2014 war er zum ersten Mal Erdbebenmeister der USA. Ein Risikomodell, das jetzt in „Science Advances“ vorgestellt wurde, erfasst den Zusammenhang zwischen Beben und der Wassermenge, die die Erdöl- und Erdgasindustrie in den Untergrund einleitet. Die Wissenschaftler haben so abgeschätzt, wie lange die Beben noch anhalten, nachdem die Einleitungen drastisch reduziert wurden.
Auf schwankendem Grund
Rund ein Viertel der Landoberfläche auf der Nordhalbkugel ist von Permafrost bedeckt. Dabei geht es nicht nur um einsame Weiten, durch die allenfalls Rentier- oder Yakherden ziehen. Vielmehr leben auch Millionen Menschen auf dauerhaft gefrorenem Boden. Das stellt sie vor immense technische Herausforderungen, die sich durch den Klimawandel noch verstärken..
WLAN am Berg
In den Alpen sind Gletscher und Permafrostgebiete auf dem Rückzug. In der Schweiz setzen die Fachleute modernste Kommunikationstechnik ein, um ein genaues und lückenloses Bild zu erhalten. Auf der Internationalen Permafrosttagung in Potsdam stellten Wissenschaftler die Sensornetzwerke vor, mit denen die Eidgenossenschaft das Geschehen im Hochalpin überwacht.
Trügerische Ruhe in Bhutan
Erdbeben sind im Himalaja an der Tagesordnung, schließlich bohrt sich hier die indische in die eurasische Kontinentalplatte. Zwischen Pakistan im Westen und Myanmar im Osten sind auch schwerste Beben mit Magnituden von 7,5 und mehr möglich, nur in Bhutan klaffte bislang eine seismische Lücke, in der sich nur mittelschwere Beben ereigneten. Ein Bericht in den „Geophysical Research Letters“ zeigt, dass es sich nur um eine Lücke in der Überlieferung handelt.
Kraterbildung geklärt
Mindestens drei Mal ist die Erde in den vergangenen 2,5 Milliarden Jahren von wirklich großen Asteroiden getroffen worden - und vermutlich war es für den Planeten und die Lebewesen an seiner Oberfläche jedes Mal eine Katastrophe von globalen Ausmaßen. Am Beispiel des Chicxulub vor der Nordküste der mexikanischen Halbinsel Yucatán haben Wissenschaftler des Internationalen Meerestiefbohrprogramm IODP jetzt klären können, wie ein solcher Einschlag abläuft. In der aktuellen „Science“ haben sie ihre Ergebnisse veröffentlicht.
Schild gegen Erdbebenwellen
Historische Bauwerke sind gegen Erdbebenwellen kaum zu schützen. Die notwendigen Eingriffe in die Gebäudestruktur zerstören in der Regel den historischen und künstlerischen Wert. Italienische Physiker haben jetzt ein alternatives Konzept mit Computersimulationen getestet und darüber im „New Journal of Physics“ berichtet. Dabei wird das gesamte Gebäude mit einem Pufferring umgeben, der die Energie der Erdbebenwellen auf ein tragbares Maß abschwächt.
Magma aus der Ferne
An der nordamerikanischen Westküste zieht sich wie auf einer Schnur aufgereiht eine Kette von Vulkanen, die vom US-Bundesstaat Oregon bis in die kanadische Provinz British Columbia reicht. Der bekannteste ist der Mount St. Helens, der am 18. Mai 1980 katastrophal ausbrach. Gerade er gab den Geologen bislang Rätsel auf, denn er tanzt aus der geographischen Vulkanreihe, weil er um 50 Kilometer nach Westen versetzt ist. In „Nature Communications“ liefern Geowissenschaftler aus New Mexico jetzt eine Erklärung.
Vogelkonzert für Dinosaurierohren
Die Dinosaurier der späten Kreidezeit kamen möglicherweise bereits in den Genuss eines ähnlichen Vogelkonzertes wie wir heutzutage. Paläontologen aus den USA und Argentinien haben in dem Fossil eines gänseähnlichen Vogels aus der Antarktis das bislang älteste Stimmorgan eines Vogels präpariert. In „Nature“ berichten die Forscher über ihren Fund.
Vulkan stoppt Erdbeben
Japanische Geophysiker haben zum ersten Mal unmittelbar gemessen, wie ein Vulkan die Ausbreitung eines Erdbebens stoppt. In der aktuellen "Science" berichten Forscher der Universität Kyoto vom Aufeinandertreffen des 7,1-Bebens von Kumamoto und dem japanischen Vulkan Aso am 16. April diesen Jahres.
Kontakt verloren
Die europäische Raumfahrtagentur ESA und ihr russischer Partner Roskosmos haben mit ihrer jüngsten Mars-Expedition ExoMars nur teilweise Erfolg gehabt. Die Doppelmission, die am 14. März vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur gestartet war, kam vor wenigen Tagen am Mars an und trennte sich in ihre Bestandteile. Während bei der im Orbit kreisenden Sonde TGO alles planmäßig verlief, scheint die experimentelle Landesonde Schiaparelli eine Bruchlandung hingelegt zu haben.
Klimaprognose für die kommende Saison
Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht seit der vergangenen Woche Temperaturprognosen für die jeweils kommenden drei Monate. Das Vorhersagesystem ist das Produkt eines Forschungsprojektes mit Forschern der Universität Hamburg und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie. Auf einer Veranstaltung des Deutschen Klima-Konsortiums wurde das Vorhersagesystem jetzt vorgestellt.
Steckbrief einer Katastrophe
15 Kilometer groß war der Asteroid, der vor 65,5 Millionen Jahren im heutigen Küstengebiet der mexikanischen Halbinsel Yucatán einschlug und das Ende des Erdmittelalters brachte. 30 Kilometer tief bohrte er sich in die Erdkruste, doch das Loch wurde innerhalb von etwa zehn Minuten von einem Gemisch aus Gesteinsbrocken und Schmelzen wieder gefüllt. Der Chicxulub-Krater war entstanden, mit einem Durchmesser von 180 Kilometer einer der größten Einschlagskrater, die heute auf der Erdoberfläche zu sehen sind. Im Frühsommer dieses Jahres schickte der europäische Arm des Internationalen Meerestiefbohrprogramms IODP eine Expedition nach Mexiko, um in den in 20 Meter Wassertiefe liegenden Krater zu bohren. Jetzt fand am Bremer Zentrum für marine Umweltwissenschaften MARUM die offizielle Erstbeschau der Bohrkerne statt, erste Erkenntnisse inbegriffen.
Experiment mit unwägbarem Ausgang
Die Menschheit hat in den vergangenen 200 Jahren den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre in einer bis dato nicht gekannten Geschwindigkeit erhöht. Auch die Ozeane bekommen das zu spüren, denn sie nehmen große Mengen des atmosphärischen Treibhausgases auf. Der Effekt: Das Meerwasser wird im Eiltempo saurer. Weltweit untersuchen Wissenschaftler, was das für die Lebenswelt in den Meeren bedeutet – und erleben dabei Überraschung nach Überraschung.