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„Unruhige Erde“ in Dresden

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Seit fast zwei Jahren tourt die Wanderausstellung zu den geologischen Urgewalten unseres Planeten durch Deutschland. Vom 12. Juli bis 12. Oktober öffnet „Unruhige Erde“ in der Staatlich Naturhistorischen Sammlung Dresden den Blick auf die dynamische Welt unter unseren Füßen.

Was Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche und Erdbeben anbelangt, leben die meisten Deutschen in recht behüteten Verhältnissen. Abgesehen von kleineren Beben im Köln-Aachener Raum, dem Oberrheingraben und der Schwäbischen Alp ist die Bundesrepublik seit 13.000 Jahren nicht mehr von geologischen Naturgewalten heimgesucht worden. Solange liegt die Explosion des Laacher See Vulkans zurück. Das Ereignis gilt als der gewaltigste Vulkanausbruch, der sich je in Europa ereignete – zumindest bisher. Denn auch wenn die Idylle der Eifellandschaft in absehbarer Zeit wohl ungestört bleiben wird, für den Süden unseres Nachbarlandes Italien gilt dies unter Umständen nicht.

Nicht nur im Inneren der Feuerberge Ätna und Stromboli, sondern vor allem rund um und unter der Küstenstadt Neapel brodelt es schon seit Jahrtausenden. Nicht nur der berühmt-berüchtigte Vesuv, sondern auch die so genannten Phlegräischen Felder haben Forscher schon länger als Risikozone ausgemacht. Vor 39.000 Jahren verwüstete dieser Supervulkan weite Teile des europäischen Kontinents. Wann es wieder soweit sein könnte, vermag niemand zu sagen. Dass aber Grund zur Sorge besteht, machten Geoforscher erst kürzlich durch Sprengungen und seismische Messungen sichtbar: Diese zeigten einen gewaltigen Magma-See, der in den Tiefen westlich von Neapel schlummert.

 

Lebensraum Risikozone

Lebensraum Risikozone. Für die Bewohner Neapels (links) gehört der Vulkankegel des Vesuv zum Stadtbild © DLR/DFD


Das Beispiel zeigt, dass Naturkatastrophen wie etwa gewaltige Vulkanausbrüche auch das geologisch ansonsten vergleichsweise unauffällige Mitteleuropa treffen können. Es macht aber auch deutlich, wie groß die Herausforderungen an die Geophysiker im Bereich der Naturgefahren und Frühwarnsysteme im Allgemeinen sind. Hier ist der Erkenntnisgewinn immer auch ein neues Werkzeug im Kampf gegen die verheerenden Auswirkungen, die entfesselte Naturgewalten in dicht besiedelten Regionen anrichten können.

Genau diese zwei Seiten, sowohl die der scheinbar unbarmherzigen Natur als auch jene der Geoforscher, die die Mechanismen hinter den Naturgefahren zu entschlüsseln suchen, zeigt bereits seit Herbst 2006 die Wanderausstellung „Unruhige Erde“. Sie flankiert den Forschungsschwerpunkt „Frühwarnsysteme gegen Naturgefahren“ innerhalb des Forschungs- und Entwicklungsprogramms GEOTECHNOLOGIEN und bietet den Besuchern erstmalig einen umfassenden Blick auf die Wandlungsfähigkeit und Dynamik unseres Planeten – nicht nur mittels spektakulärer Satellitenaufnahmen, sondern auch anhand von Mitmach-Exponaten und interaktiven Computeranimationen.

Dr. Ludwig Stroink, Leiter des für das Ausstellungskonzept verantwortlichen Koordinierungsbüros GEOTECHNOLOGIEN: „Wir wollen den Besuchern auf spielerische Weise und mit phantastischem Bildmaterial das grandiose Naturschauspiel einerseits und die zerstörerische Kraft von Naturereignissen andererseits nahe bringen. Vulkanausbrüche, Erdbeben, Hangrutschungen oder die eher exotischen Meteoriteneinschläge werden im wahrsten Sinne des Wortes "begreifbar“. Wenn die Besucher die Ausstellung verlassen, haben wir hoffentlich eine Reihe von Fragen beantworten können, die viele Menschen bewegen, wenn Sie an Naturgefahren, ihre Risiken und Vorsorgemöglichkeiten denken.“

Dass das Konzept der Ausstellungsmacher bisher aufging, zeigt nicht zuletzt das gleichbleibend große Besucherinteresse. So konnte „Unruhige Erde“ bis heute mehr als 280.000 Besucher verzeichnen.

TM, iserundschmidt 7/2008


Ab 22. Oktober wird „Unruhige Erde“ im Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe zu sehen sein. Danach folgt als zehnte und damit letzte Station die Hansestadt Rostock.

Allgemeine Infos zur Ausstellung finden Sie auf den Seiten der GEOTECHNOLOGIEN. Mehr Informationen zur Dresdner Station der Wanderausstellung finden Sie hier.

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