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All-umfassende Geophysik

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 18.02.2011 14:01

„Vom Inneren der Erde bis ins Weltall“ – diesen Bogen will die 71. Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG) ab kommendem Montag in Köln schlagen. Den 500 Teilnehmern wird dabei einiges geboten: Allein 200 Vorträge stehen an den vier Veranstaltungstagen auf dem Programm.

Das allumfassend klingende Motto der Kölner Geo-Veranstaltung ist dem Umstand geschuldet, dass die DGG ihre Jahrestagung 2011 zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Extraterrestrischer Forschung und dem Fachverband Extraterrestrischer Physik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausrichten wird. Dies führt zu einem großen Themenspektrum, das von den Tiefen der Erdkruste bis zu weit entfernten extraterrestrischen Planeten reicht.

Dass die irdischen und außerirdischen Forschungsaktivitäten der Gruppierungen dabei durchaus einige Schnittmengen aufweisen, verdeutlichen die Ausrichter beispielhaft an der Suche nach unentdeckten Wasserreservoiren: Während Geophysiker wie Tagungsleiter Professor Bülent Tezkan an neuen Methoden arbeiten, Grundwasserquellen auch in unwirtlichen Erdregionen zu erschließen, spürt sein Kölner Kollege Professor Joachim Saur an entlegenen Orten unseres Sonnensystems nach flüssigem Wasser – gilt dies doch als Voraussetzung für mögliches Leben außerhalb unserer Erde.

Zudem stehen in der Domstadt Themen wie die zukünftige Energieversorgung angesichts schwindender fossiler Energieträger, die Nutzung umweltfreundlicherer Alternativen wie Bioenergie und Geothermie oder die Sicherheit bei einer unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid auf dem Tagungsprogramm. Rund 200 Vorträge und 220 Posterbeiträge zeugen von dem geballten Informationsangebot, das in den Räumen der Kölner Universität zu sehen sein wird. Knapp die Hälfte dieser Beiträge, betonen die Tagungsleiter Tezkan und Saur erfreut, wurden von Nachwuchsforschern unter 32 Jahren eingereicht.

Das FuE-Programm GEOTECHNOLOGIEN wird sich dem Kölner Fachpublikum unter anderem an einem eigenen Stand präsentieren. Ein Schwerpunkt des Auftritts: die Vorstellung des jüngsten Themenbereichs „Tomografie der Erdkruste“.  In insgesamt neun Projekten sollen in diesem Forschungsschwerpunkt Verfahren entwickelt werden, die einen hochpräzisen, skalenübergreifenden Blick ins Innere der Erdkruste ermöglichen. Neben der Arbeit an neuartigen Methoden, die bei der Inspektion von Tiefbauten, aber auch bei einer möglichen unterirdischen Verpressung von Kohlendioxid eingesetzt werden könnten, soll dieses Engagement zum Beispiel auch zu einer besseren Überwachung von Bergbauanlagen beitragen oder eine fundierte Einschätzung von Georisiken wie Vulkanausbrüchen oder Erdbeben ermöglichen. Zwei Projekte des Schwerpunkts, TOAST und Multi-EM, werden in Köln stellvertretend für die anderen Vorhaben auf Postern vorgestellt. „Bei beiden Projekten sehen wir aufgrund des intermethodischen Ansatzes ein großes Forschungs- und natürlich auch Anwendungspotential“, erklärt Werner Dransch, innerhalb der GEOTECHNOLOGIEN vor allem im Bereich Technologietransfer tätig.

Neben aktuellen Informationen aus den Projekten des Forschungsprogramms gibt Dransch bei der Fachtagung gerne auch Auskunft zu eher übergeordneten Themen rund um die GEOTECHNOLOGIEN: „Wer beispielsweise Näheres über die positiven Ergebnisse unserer kürzlich durchgeführten Evaluierung des Programms wissen möchte oder sich für künftige Ausschreibungen und Aktivitäten der GEOTECHNOLOGIEN interessiert, ist an unserem Tagungsstand jederzeit herzlich willkommen.“

RD, iserundschmidt 02/2011


Kurzporträts der Projekte des Forschungsschwerpunkts „Tomografie der Erdkruste - Von der Durchschallung zum Echtzeitmonitoring“ finden Sie auf den Seiten der GEOTECHNOLOGIEN.

Nähere Informationen zur 71. Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft erhalten Sie hier.

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