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An vorderster Front

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 15.03.2010 17:17

Hilfsorganisation wie CARE International werden auch in Zukunft mehr als genug zu tun haben. Die von Naturkatastrophen verursachten Schäden zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend. Hand in Hand mit Geowissenschaftlern versuchen Katastrophenhelfer in den Risikoregionen der Erde, das Schlimmste zu verhindern.

Betrachtet man allein die letzten fünf Jahrzehnte, ist ein deutlicher Anstieg der Zahl so genannter Großkatastrophen zu erkennen. Während geologische Naturereignisse wie Vulkanausbrüche oder Erdbeben rein zahlenmäßig nicht zugenommen haben, sind vor allem die wetterbedingten Katastrophen für die Entwicklung verantwortlich. Ein deutlicheres und weitaus schlimmeres Bild zeichnet sich ab, wenn man die mit den Katastrophen verbundenen Opferzahlen und Gesamtschäden, bzw. deren steilen Anstieg während der letzten Jahrzehnte betrachtet. Rasant ausufernde Megacities und Ballungsräume mitten in geologischen Risikozonen verwandeln selbst minder schwere Naturereignisse immer häufiger in wahrhaft zerstörerische Naturkatastrophen. Auch wenn die von ihnen verursachten Sachschäden durch Großversicherer abgeschätzt werden können, das Leid der Opfer lässt sich nicht beziffern. Ihnen muss schnellstmöglicht umfassende Hilfe zukommen - sei es durch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, Kleidung und Unterkünften, durch medizinische Betreuung oder den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur. Eine der größten nichtstaatlichen Hilfsorganisationen, CARE International, widmet sich weltweit dieser schwierigen und nicht immer ganz ungefährlichen Aufgabe.

Die Logistik nach Katastrophen ist eine große Herausforderung für Hilfsorganisationen.

 

Die Logistik nach Katastrophen ist eine große Herausforderung für Hilfsorganisationen. (c) CARE

CARE - heute die Kurzform für Cooperative for Assistance and Relief to Everywhere - wurde 1945 in den USA gegründet. Von hier aus erreichten fast zehn Millionen der berühmten CARE-Pakete mit Lebensmitteln, Kleidung und Werkzeugen die notleidende Bevölkerung des zerstörten Nachkriegseuropas. Später weitete CARE seine Aktivitäten auf Entwicklungsländer aus. Im Jahre 1980 entstand nach CARE USA und CARE Kanada in Deutschland die dritte nationale Organisation von CARE; 1982 folgte der Zusammenschluss aller nationalen CARE-Organisationen zu CARE International. In über 70 der weltweit ärmsten Länder betreut CARE International mittlerweile mit einem Mitarbeiterstab, der mehr als 10.000 überwiegend einheimische Helfer umfasst, zahlreiche Hilfsprogramme.

Eine gemeinsame Schnittmenge der Tätigkeitsbereiche von CARE und geowissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen wie den GEOTECHNOLOGIEN ist die Katastrophenfrühwarnung bzw. -prävention. In Laos und Vietnam entwickelte CARE beispielsweise gemeinsam mit der Bevölkerung Krisenpläne, installiert Frühwarnsysteme und bietet Schulungen für Katastrophenschutzteams an. Ohne die Sensibilisierung und Information der Betroffenen, Schulungen im Krisenmanagement und den Aufbau einer effektiven Informations-Infrastruktur vor Ort läuft nämlich auch die schnellste Frühwarnung ins Leere. Naturkatastrophen bzw. den ihnen zugrunde liegenden Naturgefahren wirksam begegnen heißt eben vor allem, den menschlichen Faktor nicht aus den Augen zu verlieren.

Einige Beispiele aus dem Bereich der Katastrophenvorsorge und Nothilfe präsentiert die Hilfsorganisation CARE auch in der GEOTECHNOLOGIEN-Wanderausstellung "Unruhige Erde". Bereits bei der Planung der Ausstellung hatten die Organisatoren CARE als Partner mit einbezogen. Einblicke in die Arbeit mitten im Katastrophengebiet bot am 25. Juli CARE-Nothilfekoordinator Dr. Wolfgang Tyderle im Rahmen einer Vortragsreihe, die mit jeweils wechselnden Experten an jedem Standort die Wanderausstellung begleitet.

TM, iserundschmidt 07/2007


Mehr Infos zur Hilfsorganisation CARE International finden Sie hier.

Lesen Sie hier auf planeterde auch das Interview mit dem Leiter des Koordinierungsbüros GEOTECHNOLOGIEN Dr. Ludwig Stroink zum Thema Frühwarnsysteme, "Zehn Minuten Vorwarnzeit".

Allgemeine Infos zur Wanderausstellung "Unruhige Erde" finden Sie hier. Bis zum 4. November 2007 gastiert die "Unruhige Erde" noch im Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn.

Verweise
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