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Der ökologische Rucksack wiegt schwer

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Ein verantwortungsvoller Umgang mit den endlichen Ressourcen unseres Planeten gilt als eine der zentralen Aufgaben dieses Jahrhunderts. Veranstaltungen wie der „Wissenschaftssommer“ haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, nicht zuletzt junge Menschen für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.

Bei aller Freude über die stabile Wirtschaftslage, bringt die deutsche Produktivität auch ihre Probleme mit sich. So bedarf es angesichts aktueller Technologienentwicklungen, etwa im Bereich Elektromobilität oder dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, keiner hellseherischen Fähigkeiten, um für die kommenden Jahre einen steigenden Bedarf an Hightech-Rohstoffen wie den Seltenen Erden vorherzusagen.

Aber auch der Hunger nach „klassischen“ Ressourcen stieg hierzulande in den letzten Jahren stetig. Allein im überschaubaren Zeitraum von 2003 bis 2008 hat sich der Wert der nach Deutschland importierten mineralischen Rohstoffe mehr als verdoppelt. Vieles spricht dafür, dass sich dieser Trend nach einer durch die Weltwirtschaftskrise hervorgerufenen Wachstumsdelle in den kommenden Jahren unvermindert fortsetzen wird.

Dass der Import endlicher Rohstoffe nicht beliebig steigerbar ist, liegt auf der Hand. Vor diesem Hintergrund wird Recycling – in vielen Bereichen lange als unrentabel angesehen und entsprechend stiefmütterlich behandelt – zunehmend interessant. Bei Blei, Kupfer oder Aluminium ist Deutschland bei der Wiederverwertung bereits weltweit führend; der Wert von deutschem Rohstoffrecycling belief sich 2009 auf insgesamt rund 10 Milliarden Euro. Zudem wurden im gleichen Jahr Rohstoffe im Wert von 17,5 Milliarden Euro produziert. Dem standen allerdings auch 86 Milliarden Euro teure Rohstoffimporte in das einwohnerstärkste EU-Land gegenüber.

Eine Schieflage, die noch reichlich Potenzial verspricht, weitere Fortschritte im Bereich Recycling zu erzielen. So befinden sich etwa inzwischen geschätzte 70 Millionen nicht mehr genutzte Handys in den Schubladen deutscher Haushalte. Diese Altgeräte enthalten neben werthaltigen Edelmetallen wie Gold und Silber zum Beispiel auch Indium, Tantal oder Neodym – wichtige Hightech-Metalle für die Industrie, die eines gemein haben: Auch wenn ihr Anteil am Handygewicht nur im Promillebereich liegt, sind sie für seine Funktionsfähigkeit doch unverzichtbar und auf den internationalen Märkten entsprechend heiß umkämpft.

Wissenschaftssommer 2012 in Lübeck

Die Öffentlichkeit für einen nachhaltigen Umgang mit knappen Ressourcen zu sensibilisieren, haben sich Veranstaltungen wie der Wissenschaftssommer in Lübeck auf die Fahnen geschrieben. Unter dem Motto "Zukunftsprojekt Erde" beschäftigt sich das noch bis Mittwoch laufende Wissenschaftsfestival mit Themen wie Ernährung, Gesundheit oder Klimawandel, aber auch intensiv mit Fragen zu Ressourcenverbrauch und Rohstoffen. Mit Bühnenprogramm, Workshops, Science Slam oder Puppentheater sollen nicht zuletzt bereits junge Menschen für die wichtigen Aufgaben dieses Jahrhunderts interessiert werden.

Wissenschaftssommer 2012

Passend zum Festivalsmotto „Zukunftsprojekt Erde“ geht es beim Wissenschaftssommer um das große Ganze (Bild: Wissenschaft im Dialog).

Welche Schätze sich etwa im besagten Handy befinden, kann der Besucher anschaulich am Stand der GEOTECHNOLOGIEN erfahren. Mittels Touchscreen lassen sich die Rohstoffe der einzelnen Bauteile eines Mobiltelefons anzeigen und erforschen, welche physikalisch-chemischen Eigenschaften für die jeweiligen technischen Anforderungen von Bedeutung sind. Die Ausstellung des FuE-Programms zeigt zudem am Beispiel Gold, wie sich der „ökologische Rucksack“ von Produkten füllt, wenn für ihre Herstellung der Kreislauf von Lagerstättenerkundung, Rohstoffabbau, Transport, Produktion und Entsorgung durchlaufen wird.

Damit steht der Auftritt des Forschungsprogramms exemplarisch für die Stoßrichtung des Wissenschaftsfestivals: „Mit unserer Teilnahme an Veranstaltungen wie dem Wissenschaftssommer wollen wir eine breite Öffentlichkeit, die in Geowissenschaften nicht vertiefend geschult ist, neugierig auf die Forschung machen“, erklärt Simon Schneider, bei den GEOTECHNOLOGIEN unter anderem für die Konzeption von Ausstellungen zuständig, „und dies gelingt nach unserer Erfahrung am besten, wenn man den gesellschaftlichen und individuellen Nutzen der Geowissenschaften anhand von alltäglichen Beispielen aufzeigt.“

RD, iserundschmidt 06/2012


Der Wissenschaftssommer in Lübeck gastiert vom 02.-06. Juni auf dem Marktplatz und im Lübecker Rathaus. Die GEOTECHNOLOGIEN-Ausstellung finden Sie auf dem Rathausplatz in Lübeck am Stand Nr. 11. Weitere Informationen erhalten Sie hier und auf den Seiten der GEOTECHNOLOGIEN.