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Gib Katastrophen keine Chance!

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 26.06.2008 10:14

Der auf Betreiben der UN jährlich stattfindende „Internationale Tag zur Vermeidung von Naturkatastrophen“ fiel diesmal auf den 10. Oktober. In vielen Ländern gab es rund um dieses Datum Fachkonferenzen, Diskussionsrunden und Ausstellungen, die sich mit dem Schutz vor Naturkatastrophen befassen. Hierzulande startete am gleichen der Tag der GEOTECHNOLOGIEN-Schwerpunkt „Frühwarnsysteme gegen Naturgefahren“.

Vulkanausbrüche, Erdbeben, Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen fordern Jahr für Jahr zahllose Opfer und verursachen wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe. Dabei müssen solche Ereignisse nicht zwangsläufig zu einem Desaster führen. Effektive Frühwarnsysteme, solide Bauweise und ein gut eingespielter Katastrophenschutz können Menschenleben retten und Schäden gering halten.

Von zentraler Bedeutung ist es außerdem, die in Risikogebieten lebenden Menschen über Gefahren und Schutzmaßnahmen aufzuklären – und dies möglichst schon im Kindesalter. „Kinder werden eines Tages Bürgermeister, Architekten und Entscheidungsträger der Welt von morgen. Wenn wir ihnen schon im jungen Alter zeigen, was sie tun können, werden sie eine sicherere Welt schaffen“, so Salvano Briceño, Leiter des Sekretariats „International Strategy for Disaster Reduction“ (ISDR) der Vereinten Nationen. Diese Gedanken werden von der weltweiten Kampagne „Disaster Risk Reduction Begins at School“ umgesetzt, die die UN für die Jahre 2006 und 2007 ausgerufen hat. Zentrale Themen sind die Sicherheit von Schulgebäuden und Bildungsangebote. So wurde beispielsweise das kostenlose Online-Spiel „STOP DISASTERS!“ entwickelt. Das Spiel richtet sich an Kinder im Alter zwischen 9 und 16 Jahren und veranschaulicht, wie man sich vor Tsunamis, Erdbeben, Wirbelstürmen und Waldbränden schützen kann.

„Kinder werden eines Tages Bürgermeister, Architekten und Entscheidungsträger der Welt von morgen. Wenn wir ihnen schon im jungen Alter zeigen, was sie tun können, werden sie eine sicherere Welt schaffen.“

Hierzulande bündelt das FuE-Programm GEOTECHNOLOGIEN unter dem Themenschwerpunkt „Frühwarnsysteme gegen Naturgefahren“ 11 verschiedene Projekte zum Katastrophenschutz. Im Fokus stehen geologische Ereignisse wie Felsstürze, Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt dafür in den nächsten vier Jahren insgesamt neun Millionen Euro zur Verfügung.

„Durch jahrzehntelange Forschung kennen die Wissenschaftler heute die Mechanismen, die zur Entstehung von Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Hangrutschungen führen. Trotzdem ist es bislang nicht möglich, exakte Voraussagen zu treffen, wann und wo es zum nächsten Ereignis kommt. Was bleibt, ist die rechtzeitige Warnung der Bevölkerung. Mit Hochdruck wird daher an diesem Thema gearbeitet“, so Dr. Ludwig Stroink, Leiter des Koordinierungsbüros GEOTECHNOLOGIEN.

Von der Erfassung anrückender Flutwellen per Küstenradar bis zur Satelliten-Beobachtung von Gebirgsflanken, die von einem Felssturz bedroht sind, sollen daher diverse Technologien zur Früherkennung von Naturgefahren erprobt werden. Am Beispiel des Schienenverkehrs wird zudem ein Erdbeben-Warnsystem für Verkehrswege entwickelt. Muss ein bestimmter Streckenabschnitt infolge eines Erdstoßes gesperrt werden? Dies ist die Frage, um die es dabei geht.

Die Projekte des Themenschwerpunkts „Frühwarnsysteme gegen Naturgefahren“ werden in enger Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie durchgeführt. Der offizielle Startschuss dafür fiel am 10. Oktober mit einem Kick-Off-Meeting an der Universität Karlsruhe.

MN, iserundschmidt 10/2007


Mehr Infos zum „Internationale Tag zur Vermeidung von Naturkatastrophen“ finden Sie hier; zu den vielfältigen Projekten des GEOTECHNOLOGIEN-Schwerpunkts „Frühwarnsysteme gegen Naturgefahren“ gelangen Sie hier.

Hier geht’s zum kostenlosen Online-Spiel „STOP DISASTERS!“.

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