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Hamburg Underground

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Wenn Geotechnologen in den Untergrund gehen, wollen sie nicht der Welt entfliehen, sondern dabei helfen, diese um Verkehrsadern, Treibhausgasdepots und ganze Stadtgebiete zu erweitern. Den Stand der Dinge auf dem Weg hin zur gläsernen Erde präsentieren Experten am 15. und 16. November auf einem Status-Seminar in Hamburg.

Den Titel „Erkundung, Nutzung und Schutz des Unterirdischen Raumes“ hat das Treffen vom gleichnamigen Themenschwerpunkt innerhalb des GEOTECHNOLOGIEN-Programms. Auch der Tagungsort Hamburg hängt mit dem Schwerpunkt, bzw. einem seiner Projekte zusammen: Die Unterwelt der Elbe-Metropole haben Geophysiker und ihre Sonden schon länger im Visier. Unter dem Projektnamen „HADU – Der dynamische Untergrund Hamburgs“ vermessen die Forscher den größten von insgesamt fünf Salzstöcken, die als Hohlräume unter dem Stadtgebiet ruhen. Im Zentrum steht die Frage, welche Prozesse in den löchrigen Tiefen überirdisch allein im letzten Jahrhundert zu insgesamt 20 Einsturzbeben führten.

Es muss aber nicht immer die Suche nach Gefahrenherden sein, die den Blick in den Untergrund lenkt. Nicht selten ebnet moderne Explorationshightech auch den Weg für das Spinnen immer feinerer Netze urbaner Infrastruktur und groß angelegte Verkehrsprojekte. Beispiele wie der jüngst beschlossene unterirdische Durchgangsbahnhof in Stuttgart stehen für das wachsende Interesse der Stadtplaner am Untergrund. Auch Energieunternehmen halten den Blick gesenkt, wenn es etwa um die Zukunft des fossilen Teils ihrer Energiesparten geht. Sie sehen in erschöpften Erdgasfeldern und Salzwasser getränkten Sedimentschichten potenzielle Lagerstätten für den Klimaschädling Kohlendioxid.

Wie heiß genau dieses Thema zurzeit diskutiert wird, das zeigt auch das Status-Seminar in Hamburg: Das Verpressen und Speichern von CO2 im Untergrund durchzieht einen Großteil des zweitägigen Vortragsprogramms, dass nicht nur den Forschern und Industriepartnern einen aktuellen Überblick verschaffen soll, sondern auch den GEOTECHNOLOGIEN selbst. Wie weit sind die einzelnen Projekte gediehen? Wie klappt die Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen?

Der Schwerpunkt „Erkundung, Nutzung und Schutz des Unterirdischen Raumes“ wurde durch ein Kick-Off-Meeting im Herbst 2005 eingeleitet. Seitdem stehen für die erste Phase bis 2008 über 7 Millionen Euro den einzelnen Projekten zur Verfügung. Dass dieses Geld gut angelegt ist, davon können sich die Experten in etwas mehr als zwei Wochen in Hamburg selbst überzeugen.

TM, iserundschmidt 10/2007


Weitere Infos zum Programm des Status-Seminars sowie die Anmeldungsunterlagen finden Sie hier.

Den Science Report No. 6 zum Kick-Off-Meeting des Schwerpunkts „Erkundung, Nutzung und Schutz des Unterirdischen Raumes“ (aus dem Jahr 2005) können Sie hier herunterladen oder als gedrucktes Exemplar bestellen.

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