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Online-Marktplatz für Geoforschung

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 25.03.2010 14:07

Seit 2008 steht mit Geotechmarket ein Katalysator für den Transfer von Geo-Wissen und -Hightech in marktfähige Produkte zur Verfügung. Die Plattform arbeitet an einer engeren Verzahnung von Forschern und Unternehmern – seit kurzem auch mithilfe einer eigener Dependance im Web.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass die Technologietransfer- und Kommunikationsplattform Geotechmarket ins Leben gerufen wurde. Betrieben vom Koordinierungsbüro GEOTECHNOLOGIEN soll sie Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft einander näher bringen und dabei helfen, die Hemmschwellen, die es auf beiden Seiten gibt, zu überwinden. Unternehmer können einen Blick in aktuelle Forschungsprojekte werfen und deren wirtschaftliches Potenzial kennenlernen; Geoforschern wird der Zugang zum Produkt- und Dienstleistungssektor erleichtert und Hilfestellung bei der Umsetzung ihrer Ideen bis hin zur Marktreife angeboten.

Zentrale Anlaufstelle für beide Seiten sind die Internetseiten der GEOTECHNOLOGIEN, deren Infostand auf Messen und Tagungen sowie eigens eingerichtete Innovationsworkshops. Seit kurzem kommt ein eigenes zentrales Internetportal hinzu, auf dem sich Geotechmarket mit seinem Gesamtangebot präsentiert. Dabei spiegelt die Seite die zentralen Ansprüche der Plattform wieder: Unternehmer werden möglichst bedarfs- und produktorientiert angesprochen, Wissenschaftlern wird ein individuelles Transfermodell für den Weg aus dem Labor in den Markt angeboten.

Startseite Geotechmarket

Startseite der Technologietransfer- und Kommunikationsplattform Geotechmarket (Screenshot: ius)


Zentrales Markenzeichen der Website sind in dieser Hinsicht die beiden „Für-Rubriken“. Unter „Für Wissenschaftler“ bzw. „Für Unternehmer“ kann man nicht nur eingegangene Anfragen der jeweils anderen Seite einsehen, man kann auch eigene formulieren und zusätzlich technologische Entwicklungen melden – für die entweder noch Forschungs- oder aber Anwendungsbedarf besteht. So entsteht eine Art „Kontaktbörse“, die, moderiert von den GEOTECHNOLOGIEN, die notwendigen Verbindungen herstellt zwischen den Forschenden auf der einen, und der Industrie auf der anderen Seite.

Kontaktarbeit ist aber nicht nur Sache des Internetportals. Persönliche Treffen jenseits des Bildschirms sind mindestens genauso wichtig. Wie wichtig, das konnte Werner Dransch, innerhalb des Koordinierungsbüros GEOTECHNOLOGIEN verantwortlich für die von ihm mit gestaltete Plattform, erst kürzlich auf der Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft DGG2010 in Bochum erleben. Am Infostand des Koordinierungsbüros konnten sich interessierte Wissenschaftler und Unternehmer einen Überblick über Geotechmarket verschaffen. Dabei stieß die Initiative auf reges Interesse, für das Geograph und Wirtschaftsexperte Dransch vor Ort vor allem zwei Gründe ausmachen konnte: „Die Firmen sehen den Wert der Plattform unter anderem darin, die eigene wissenschaftliche Infrastruktur bekannter zu machen und eigene, spezielle Forschungsanfragen an die geowissenschaftliche Community für die Weiterentwicklung der eigenen Produkte stellen zu können.“

In Bochum präsentierte sich das GEOTECHNOLOGIEN-Programm außerdem mit zwei besonders anwendungsnahen Beispielprojekten aus seinem Portfolio, in dem derzeitig die Entwicklung von Frühwarnsystemen gegen Naturgefahren gefördert wird. Den Tagungsgästen wurde ein Sensorsystem zur Warnung vor Hangrutschungen („SLEWS“) und ein anderes zur Frühwarnung des Schienenverkehrs bei Erdbeben („EWS Transport“) anhand aufwendiger Mitmach-Exponate vorgestellt. Mehr als 30 Vorführungen und Gespräche gab es während der Tagung, darunter sowohl Interessensbekundungen ausländischer Firmen am schienengebundenen Warnsystem „EWS Transport“ als auch konkrete Anfragen bezüglich „SLEWS“. Für dessen Sensoren, ursprünglich zur Überwachung von instabilen Berghängen gedacht, tat sich dabei im Gespräch mit potenziellen Anwendern ein ganz neues Einsatzgebiet auf. Sie könnten in Zukunft durchaus auch zur Erschütterungsmessung in direkter Nähe von Sprengungen verwendet werden – die per Funk verschalteten Sensoren sind so kostengünstig gebaut, dass ein möglicher Verlust verkraftbar ist.

Das Beispiel zeigt, dass die Verantwortlichen hinter Geotechmarket gut daran taten, die Initiative auf ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Anwender auszurichten. Gleichzeitig illustriert es, wie die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, hat man diese erst einmal zusammengeführt, ganz neue Ideen zutage fördern kann.

TM, iserundschmidt 03/2010


Mehr zu Geotechmarket finden Sie auf der Homepage der Plattform und auf den Seiten des FuE-Programms GEOTECHNOLOGIEN.

Einige Erfolgsgeschichten über Allianzen zwischen Geoforschern und Unternehmern im Rahmen von GEOTECHOLOGIEN-Projekten finden Sie hier.

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