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Pimp my Bahnhof

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 26.06.2008 10:19

Jetzt ist es amtlich: In Stuttgart wird ein ganzer Bahnhof tiefer gelegt. Bereits 2010 wird mit den Arbeiten an dem Großprojekt "Stuttgart 21" begonnen, dass ohne den Einsatz modernster Hightech aus dem Bereich der Vorerkundung und des Tunnelbaus wohl undenkbar wäre.

"Der Untergrund als Verkehrs- und Wirtschaftsraum zur Reduzierung des Flächenverbrauchs" - so heißt einer der Forschungsschwerpunkte des FuE-Programms GEOTECHNOLOGIEN. Wie das in der Praxis aussieht, kann man vermutlich ab 2020 in Stuttgart bestaunen. Dann nämlich soll das Großprojekt "Stuttgart 21" abgeschlossen sein; eine insgesamt 4,8 Milliarden teure Umgestaltung des Schienenverkehrsnetzes in und um Stuttgart. Nach dreizehn Jahren Planung und Diskussion über die Finanzierung des Bauvorhabens haben sich Bundesregierung, die Bahn und das Land Baden-Württemberg nun auf eine Aufteilung der Gesamtkosten geeinigt.

Damit ist die Bahn frei für ein wahrhaft gigantisches Projekt, dessen markantester Teil neben einer neuen ICE-Neubaustrecke und einem neuen Bahnhof am Flughafen zweifellos der Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs darstellt. Aus dem alten überirdischen Kopfbahnhof wird ein unterirdischer Durchgangsbahnhof, um 90 Grad gegenüber dem alten Schienenstrang gedreht und an eine neue Schnellbahnstrecke angeschlossen, die zumeist ebenfalls untertage verläuft. Überirdisch entstehen so ganz neue Stadtteile - 140 Fußballfelder Neufläche, die nicht nur Platz für Wohnungen und Büros, sondern vor allem für Parkanlagen schaffen. Alles was dann überirdisch noch vom Bahnknotenpunkt zu sehen sein wird, sind die "Lichtaugen" genannten ovalen Tageslichtöffnungen, die die Planer für das begehbare Bahnhofsdach vorgesehen haben und die wie die geschwungenen Löcher einer überdimensionalen Küchenreibe dann Grünanlagen und Plätze durchziehen werden.

Das Projekt im Detail: Von den Gesamtkosten von 4,8 Milliarden Euro entfallen etwa 2,8 Milliarden Euro auf die Versenkung des Bahnhofs und die Verbindung zum Flughafen und der benachbarten Landesmesse. Davon übernehmen rund 1,1 Milliarden Euro die Bahn, das Land Baden-Württemberg knapp 700 Millionen, der Bund 500 Millionen und den Rest unter anderem die EU. Zu "Stuttgart 21" zählt auch der Abschnitt Stuttgart-Wendlingen der ICE-Neubaustrecke Stuttgart-Ulm. Der Abschnitt Wendlingen-Ulm, der zweckmäßigerweise gleichzeitig in Angriff genommen werden soll, wird mit weiteren zwei Milliarden Euro veranschlagt.

Bereits vor zwei Jahren konnten Besucher der vom Koordinierungsbüro GEOTECHNOLOGIEN konzipierten und realisierten Wanderausstellung "In die Tiefe gehen" das Projekt Stuttgart 21 im Detail studieren. Ein zentrales Exponat der Ausstellung rund um die Erkundung und Nutzung des Untergrunds war ein imposantes Modell, das das ausführende Architekturbüro Ingenhoven & Partner aus Düsseldorf beigesteuert hatte.

TM, iserundschmidt 07/2007


Mehr Infos zum Projekt Stuttgart 21 finden Sie hier.

Mehr zu den Projekten des Forschungsschwerpunkts "Der Untergrund als Verkehrs- und Wirtschaftsraum zur Reduzierung des Flächenverbrauchs" sowie "Innovationen im Tunnelbau" im GEOTECHNOLOGIEN-Themenschwerpunkt "Erkundung, Nutzung und Schutz des unterirdischen Raumes" finden Sie hier.

Einblicke in die Hightech und die Herausforderungen des modernen Tunnelbaus gewinnen Sie auch hier auf planeterde.

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