Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Archiv Aktuell Rohstoffversorgung als Flaschenhals

Rohstoffversorgung als Flaschenhals

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Der weltweite Hunger nach Rohstoffen wächst dramatisch. Längst gilt ein Zugriff auf seltene Ressourcen als entscheidender Wirtschaftsfaktor. Vor diesem Hintergrund spricht Dr. Volker Steinbach, Leiter der Deutschen Rohstoffagentur, heute über aktuelle Entwicklungen bei nicht-metallischen Rohstoffen.

Dass die Sicherung von Rohstoffen inzwischen weit oben auf den Agenden von Wirtschaft und Politik steht, ist eine direkte Folge tief greifender globaler Veränderungen unserer Zeit. Zukunftsweisende Technologiefelder wie Mobilität, Kommunikation oder eine nachhaltige Energieversorgung verlangen nach Rohstoffen, die teils nur mit hohem Aufwand abgebaut werden können. Gleichzeitig wird der Kampf um die raren Ressourcen zunehmend härter, da der Bedarf vor allem in Schwellenländern rapide steigt.

Besonders das Verlangen nach Elektronikmetallen wie Gallium, Indium oder Scandium wird sich in den kommenden Jahrzehnten vervielfachen. Weitere Innovationsschübe etwa bei Dünnschichtfotovoltaik, Lasertechnik, Brennstoffzelle oder Elektrizitätsspeichern könnten die Nachfrage weiter verstärken. Eine rasante Preissteigerung bei gefragten Rohstoffen ist schon heute die Folge: So explodierte in den Jahren vor der Weltwirtschaftskrise der Preis für Industriemetalle wie Aluminium, Blei oder Kupfer, teilweise war im Zeitraum von 2003 bis 2008 eine Verachtfachung der Kurse zu verzeichnen.

Tagebau in Trechtingshausen (Bild: Fritz Geller-Grimm, Wikimedia Commons)
Tagebau in Trechtingshausen. In der rheinland-pfälzischen Ortsgemeinde wird bereits seit dem 17. Jahrhundert quarzitische Grauwacke abgebaut, eine Bezeichnung für Sandsteine, die hauptsächlich aus Quarz, Feldspat, Glimmer und Chlorit bestehen (Bild: Fritz Geller-Grimm, Wikimedia Commons).


Auf Deutschland bezogen ergibt sich in Punkto Rohstoffversorgung ein uneinheitliches Bild. Auf der einen Seite müssen Metallrohstoffe vollständig und Energierohstoffe zu einem sehr hohen Anteil importiert werden – letztere nicht selten aus politisch instabilen und somit unzuverlässigen Erdregionen. Besser sieht es hierzulande bei Baustoffen und Industriemineralen aus. Kalisalz, Schwefel oder Gips sind beispielsweise so zahlreich vorhanden, dass das vergleichsweise kleine Deutschland auf den Weltmärkten als Nettoexporteur agieren kann.

Dass es jenseits einer Diskussion um „Seltene Erden“ weitere wichtige Aspekte in der Rohstoffversorgung eines Landes gibt, unterstreicht Dr. Volker Steinbach in einem Vortrag, der auf Entwicklung und Trends der Verfügbarkeit nicht-metallischer Rohstoffe eingeht. Steinbach, Leiter der Deutschen Rohstoffagentur DERA, wird sich heute mit einer Keynote Lecture an der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien beteiligen.

Initiiert wird der Vortrag von den GEOTECHNOLOGIEN. Das Forschungs- und Entwicklungsprogramm bietet zum Thema Rohstoffe zahlreiche Anknüpfungspunkte. Besonders im aktuellen Forschungsschwerpunkt „Tomografie der Erdkruste - Von der Durchschallung zum Echtzeitmonitoring“ wird in verschiedenen Projekten eine effektive Erkundung und nachhaltige Nutzung potenzieller Rohstoff-Lagerstätten untersucht.

RD, iserundschmidt 04/2012


3. GEOTECHNOLOGIEN Keynote Lecture

Dr. Volker Steinbach, DERA: "Entwicklung und Trends der
Verfügbarkeit nicht-metallischer Rohstoffe - mit einem speziellen Fokus auf High-Tech-Materialien"

Dienstag, den 24. April, 19 Uhr in Raum 13 des Austria Center Vienna, Sprache: Englisch

Weitere Informationen zur Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union erhalten Sie hier, eine Übersicht über die Tomografie-Projekte der GEOTECHNOLOGIEN auf den Seiten des Forschungsprogramms.