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Strategien zur CO2-Lagerung

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 19.03.2010 12:30

Am 19. März treffen sich Geoexperten an der Bochumer Ruhr-Universität zu einem besonderen Workshop. Es geht um die geophysikalischen Aspekte einer zukünftigen Kohlendioxid-Lagerung und um die Frage, wie man mögliche Lagerstätten, hat man diese erst einmal gefunden, später sicher betreiben kann.

Die Jubiläumstagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG) ist gerade zu Ende (planeterde berichtete), da steht das nächste geophysikalische Highlight in Bochum an. Der eintägige international besetzte Workshop „Geophysical Aspects of CO2-Storage – Challenges and Strategies“ konzentriert sich dabei ganz auf einen Bereich, den auch die DGG-Jahrestagung in ihrem Programm hatte: den zukünftigen Umgang mit dem Treibhausgas Kohlendioxid. Ein wichtiges Thema auch für das Forschungs- und Entwicklungsprogramm GEOTECHNOLOGIEN, da eine Reihe der Projekte zur CO2-Speicherung durch dieses Programm gefördert werden.

Mit welchen Methoden kann man unterirdische Lagerstätten erkunden? Und wie kann man sie später genau überwachen? Nur zwei Fragen, die heute in Bochum zur Sprache kommen und von Vertretern verschiedener Explorationsfirmen, Forschungsinstitute und großen Energieversorgern diskutiert werden. Mehr als die Hälfte der Vorträge geht dabei über eine rein theoretische Betrachtung hinaus und macht technische Entwicklungen und Lösungen an Erfahrungsberichten von bereits vorhandenen Testspeichern fest. Dazu zählt neben der bereits seit 10 Jahren bestehenden Anlage im kanadischen Weyburn, dem Aneth-Ölfeld im US-Bundesstaat Utah und dem Sleipner-Feld vor Norwegen auch die erste deutsche Testanlage im brandenburgischen Ketzin.

Die ersten dort gesammelten Erfahrungen im Umgang mit in unterirdische Kavernen gepresstem Treibhausgas leiten in der zweiten Hälfte des Tages dann zu den deutschen Aktivitäten im Bereich des CCS, des „Carbon Capture and Storage“, über. Einer der hier vertretenen Experten ist Ralph Schlüter vom Essener Ingenieur- und Consultingunternehmen DMT. Er ist Leiter des Projekts CO2SINUS, eines von zurzeit 11 im Rahmen des GEOTECHNOLOGIEN-Programms geförderten Forschungsprojekten. CO2SINUS beschäftigt sich mit der Untertagevergasung von Kohlevorkommen mit anschließender CO2-Speicherung. Die Idee: Verbrennt man die Kohle unter der Erde, ist das dabei entstehende Kohlendioxid direkt dort, wo man es bei herkömmlichen Kraftwerken erst mühsam hin befördern muss. Das klingt trivial, ist aber eine große Herausforderung, mit der sich weltweit nur eine Handvoll Experten beschäftigt. Viel Grundlagenforschung ist hier noch zu leisten, bevor man an eine technische Umsetzung denken kann.

Etwas weiter ist man in dieser Hinsicht in einem anderen Bereich des CCS, nämlich dem Trennen des Kohlendioxids aus den Rauchfahnen der Kohlekraftwerke. Wie das in der Praxis funktioniert, können sich einige Tagungsteilnehmer im Anschluss an den Workshop am 20. März mit eigenen Augen anschauen. Eine Exkursion führt sie zum RWE-Kraftwerk Niederaußem in Bergheim bei Köln. Dieses besitzt seit August 2009 Deutschlands erste Kohlendioxid-Rauchgas-Waschanlage.

TM, iserundschmidt 03/2010


Mehr zum Workshop „Geophysical Aspects of CO2-Storage – Challenges and Strategies“ in Bochum, veranstaltet von der DGG und der US-amerikanischen Society of Exploration Geophysicists, finden Sie hier. Der Programmflyer der Veranstaltung steht hier zum Download bereit.

Mehr zu den Aktivitäten des FuE-Programms GEOTECHNOLOGIEN im Forschungsschwerpunkt „Technologien für eine sichere und dauerhafte Speicherung des Treibhausgases CO2 II“ finden Sie hier. Mehr Informationen zum Projekt CO2SINUS finden Sie ebenfalls auf den GEOTECHNOLGIEN-Seiten, auf der Projekt-Homepage und natürlich auf planeterde.