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Im Licht der Öffentlichkeit

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.03.2010 15:47

Immer wenn Naturkatastrophen zuschlagen, steigt die mediale Nachfrage nach Geo-Experten. Dass auch andere Aspekte unserer Erde außer ihr Gefahrenpotenzial mehr und mehr ins allgemeine Bewusstsein rücken, dafür sorgt eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit.

Am deutlichsten tritt die Bedeutung geowissenschaftlicher Arbeit dort hervor, wo sie lebenswichtig ist – in der Nähe von rauchenden Vulkanen oder auf tektonischen Bruchstellen des Erdmantels. Doch auch in ruhigeren Zonen ist Geoforschung längst Teil des Alltags. Ihre Erkenntnisse und Einflüsse begegnen uns überall, sei es, wenn wir durch einen Straßentunnel fahren, der ohne spezielle Hightech-Sonden nie hätte gebohrt werden können oder unsere Energie aus Erdwärmequellen speisen, die ohne geologische und geophysikalische Expertise nie aufgespürt worden wären.


Blick über Stuttgart

Blick über Stuttgart. Wenn Städte immer weiter anwachsen, gehen Städteplaner immer öfter auch in die Tiefe. Bei dieser Erweiterung des Stadtgebietes in den Untergrund hinein ist vor allem eines gefragt: geowissenschaftliches Knowhow. (Bild: ius)

Diese Bedeutung der Erdwissenschaften sowie das Wissen um die Vorgänge im Inneren unseres Planeten in der Allgemeinheit zu verankern, ist eine immer bedeutendere Aufgabe für die geowissenschaftliche Forschergemeinde. Für sie gilt das gleiche wie für alle anderen Forschungsdisziplinen auch: die Menschen sollen am geistigen Fortschritt, der nicht selten auch in handfeste Innovationen mündet, stärker teilhaben. Dazu müssen jedoch die Hemmschwellen zur vermeintlich abgehobenen Welt der Kopfarbeiter zunächst abgebaut werden.

Wie wichtig geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit ist und warum diese aus weit mehr besteht als nur dem Warten auf Presseanfragen, darüber sprach planeterde mit dem Leiter des Koordinierungsbüros GEOTECHNOLOGIEN, Dr. Ludwig Stroink sowie mit Simon Schneider, innerhalb des Koordinierungsbüros verantwortlich für die Bereiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Internet.

planeterde: Aktuelle Frage als Einstieg: Seit dem 7. Juni ist die GEOTECHNOLOGIEN-Wanderausstellung "Unruhige Erde" in Rostock zu Gast. Davor machte die Ausstellung, die sich mit Naturgefahren und Frühwarnsystemen beschäftigt, bereits in neun anderen Städten Station. Wie war denn die bisherige Resonanz?

Stroink: Die Resonanz war hervorragend. Ursprünglich war die Ausstellung ja nur für zwei Jahre und sechs Standorte vorgesehen. Wir haben mit maximal 150.000 Besuchern gerechnet. Doch schon nach wenigen Wochen erhielten wir von zahlreichen Museen aus ganz Deutschland Anfragen für weitere Ausstellungstermine. Aus diesem Grund haben wir die Ausstellungszeit um ein Jahr verlängert. Ende Oktober, wenn die Ausstellung nach einer drei jährigen Tournee nun endgültig ihre Tore schließt, werden mehr als 300.000 Besucher sich „Unruhige Erde“ angesehen haben. Zudem ist das Begleitprogramm ein voller Erfolg: mit bisher über 340 Führungen und mehr als 2.000 Hörern in 28 Vorträgen.

Schneider: Die Gästebucheinträge, aber auch die Kommentare im Rahmen der „Ask a Prof.“-Aktion, waren überwältigend. Zahlreiche Lehrer äußerten ihren Dank für die in der Ausstellung angesprochenen Themen. Alles in Allem hat uns die Wanderausstellung „Unruhige Erde“ gezeigt, dass das Interesse der Öffentlichkeit an Themen aus den Geowissenschaften sehr groß ist. Dies bestärkt uns darin, auch weiterhin Ausstellungen über Geo-Themen zu konzipieren.

planeterde: „Unruhige Erde“ ist nicht die erste Ausstellung, die Sie organisiert haben. Davor gab es bereits die, thematisch eher um unterirdische Welten kreisende "In die Tiefe gehen" und die Vulkan-Fotoschau "Elements". Woher kommen die Ideen und Konzepte für die Ausstellungen?

Schneider: Ein ganz wichtiges Element unserer Ausstellungskonzepte ist, dass wir Themen aktueller Forschungsprojekte der GEOTECHNOLOGIEN zeitnah, attraktiv und verständlich für die Öffentlichkeit aufbereiten. Dabei geht es uns im Besonderen darum, den Alltagsbezug der Geowissenschaften herauszuarbeiten. Dies ist aber auch Leitmotiv für unsere gesamte Öffentlichkeitsarbeit.

Die Inhalte der Ausstellungen werden dabei aus den Forschungsschwerpunkten des FuE-Programms heraus und über Kontakte zu national und international tätigen Wissenschaftlern entwickelt. Zum Beispiel wurde die Wanderausstellung „In die Tiefe gehen“ konzipiert, um den damals neuen Forschungsschwerpunkt „Erkundung, Nutzung und Schutz des Unterirdischen Raumes“ zu begleiten. Ein Thema, das für viele Menschen sehr abstrakt ist, das aber hochkomplex und vielschichtig in den Alltag einfließt – denken Sie nur an den Untergrund als Lebens- und Verkehrsraum, an die Rohstoffsuche oder die Nutzung als natürliche Speicher für Erdgas oder Kohlendioxid.

Die Ausstellung „Elements“ hingegen entstand aus dem Kontakt zu Wissenschaftlern in Deutschland und Frankreich. Zusammen mit den Mineralogen der Universität Frankfurt und Wissenschaftlern am Vulkania Museums in der Auvergne konnten wir eine Fotosammlung der berühmten Vulkanologen Katia und Maurice Krafft erstmals in Deutschland zeigen. So wurde es uns möglich die Faszination, die von Vulkanen ausgeht und die die Geowissenschaftler immer wieder dazu bringt, ihr Leben an den Feuerbergen zu riskieren, einem Publikum näher zu bringen, dass selbst vielleicht nie die Gelegenheit bekommt, einen Vulkanausbruch zu erleben.


Unruhige Erde

Besucher in der Ausstellung „Unruhige Erde“ (Bild: ius)

planeterde: Einmal grundsätzlich gefragt: Erreichen Sie mit diesen Ausstellungen wirklich die breite Allgemeinheit, oder werden diese nicht doch wieder nur von den ohnehin geowissenschaftlich Interessierten besucht?

Stroink: Zweifellos werden bei Ausstellungen in Naturkundemuseen die „interessierten Laien“ angesprochen, also die Menschen, die sich ohnehin für die Naturwissenschaften interessieren. Die Ausstellungen in Naturkundemuseen werden zudem häufig von Schulklassen besucht. Um hier ein attraktives Programm anbieten zu können, hat das FuE-Programm spezielle Schulungen für das Museumspersonal durchgeführt. Die Grundidee für diese speziellen Schulungen ist es, das Schülerinnen und Schüler wieder neu für die Naturwissenschaften interessiert werden. Das Feedback von Lehrern und Schülern zeigt uns, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.

Schneider: Um weitere Besuchergruppen zu erreichen, gehen GEOTECHNOLOGIEN-Ausstellungen aber auch an andere, eher außergewöhnliche Orte. So wurde die Ausstellung „In die Tiefe gehen“ im Neuen Leipziger Rathaus oder der Zeche Zollverein gezeigt, „Unruhige Erde“ war am Flughafen Münster/Osnabrück zu sehen, „Elements“ wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Dürrenberg im Blumenhaus des Stadtparks ausgestellt. Außerhalb der Museen machen wir mit eindrucksvollen, großformatigen Bildern auch „Laufkundschaft“ neugierig und können so den eher zufälligen Besucher neu für die Geowissenschaften begeistern.

Generell ist die Frage der Wirkung wissenschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit und wie nachhaltig wir die verschiedenen Zielgruppen erreichen, aber nur schwer zu beantworten. In der Tat ist dies ein wichtiges Themenfeld der Kommunikationsforschung. Um hier neueste Erkenntnisse in unsere PR-Strategien einbinden zu können, stehen wir in engem Kontakt zu Kommunikationswissenschaftlern aus ganz Deutschland und arbeiten unter anderem auch mit US-amerikanischen Experten zusammen.

planeterde: Welche weiteren Elemente neben Ausstellungen sind aus Ihrer Sicht wirksame Werkzeuge im Rahmen der GEOTECHNOLOGIEN-Öffentlichkeitsarbeit?

Stroink: Um eine möglichst große Öffentlichkeit zu erreichen, werden vom Koordinierungsbüro nicht nur Ausstellungen wie „In die Tiefe gehen“ oder „Unruhige Erde“ organisiert, sondern auch herkömmliche PR-Maßnahmen wie Pressemitteilungen und Medienkontakte gepflegt. Ein neues Instrument sind die Medienworkshops, die im Rahmen der jährlichen Statusseminare geförderter Projekte abgehalten werden. Hier erhalten Journalisten aus dem Print- und Funkbereich die Möglichkeit, sich im Detail und intensiv mit den Akteuren der Forschung zu unterhalten und neue Kontakte zu knüpfen. Wir wollen, unabhängig von Institutionellen und wirtschaftlichen Interessen, die gesellschaftliche Bedeutung der Forschung präsentieren und rücken dazu die Breite der deutschen Forschungslandschaft in den Mittelpunkt des medialen Interesses.

Schneider: Ein wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit des FuE-Programms ist es auch, andere Zielgruppen anzusprechen. Zwischen 2000 und 2005 wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften Lehrerfortbildungen durchgeführt. Diese wurden 2009 im Rahmen der Ausstellung „Unruhige Erde“ in Karlsruhe – diesmal durch das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe - wieder aufgenommen.

Alles in allem wird vom FuE-Programm GEOTECHNOLOGIEN ein großes Spektrum an PR-Maßnahmen mit unterschiedlichsten Methoden und Medien angewendet – je nach Zielgruppe und Kommunikationsziel individuell auf die jeweiligen Inhalte zugeschnitten. Ein wichtiges Werkzeug der Öffentlichkeitsarbeit ist in diesem Zusammenhang natürlich die Berichterstattung im Internet.

planeterde: Ein gutes Stichwort. Gerade erst sind Sie mit einer vollständig neu gestalteten Seite online gegangen. Außerdem arbeiten Sie intensiv mit planeterde.de zusammen, das regelmäßig zu den Projekten der GEOTECHNOLOGIEN berichtet. Welche Bedeutung hat eine intensive Online-Berichterstattung aus Ihrer Sicht?

Stroink: Über die Zusammenarbeit mit planeterde.de und mit unserer eigenen Webseite www.geotechnologien.de erreichen wir ein großes Publikum. Überhaupt wird die Bedeutung des Internets für die Öffentlichkeitsarbeit in Zukunft immer stärker werden. Daher ist für uns die Kombination eines eigenen Programm-Portals und eines Medienportals sehr wichtig.

Schneider: Wissenschaftskommunikation unterliegt, wie die gesamte Medienwelt, einem starken Wandel. Die traditionellen Wege der Berichterstattung werden in Zukunft eher Randerscheinung sein. Heute spielt sich der überwältigende Teil der Kommunikation im Internet ab. Wissenschaftliche Publikationen können online gelesen werden, Forschungsprojekte veröffentlichen aktuellste Aktivitäten auf eigenen Webseiten und Wissenschaftler sind per E-Mail überall auf der Welt zu erreichen – egal ob im Labor, am Vulkan oder auf einem Forschungsschiff. Zudem wird das Potential der so genannten Social Networks wie Blogs, Twitter und Co heute schon von vielen Wissenschaftlern zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit genutzt.

Online-Berichterstattung spielt daher für die GEOTECHNOLOGIEN eine wichtige Rolle. Dabei dient uns das Internet sowohl als Medium selbst wie auch als Mittler zu den traditionellen Medien. Redaktionen von Zeitungen und Magazinen, aber auch von Funk und Fernsehen, stoßen häufig über die online-Recherche auf neue Themen und Inhalte oder informieren sich vorab auf den Webseiten von Forschungseinrichtungen und Universitäten.

Verschiedene aktuelle Studien haben gezeigt, dass das Internet immer mehr die Rolle des Leitmediums übernimmt. Um dieser Entwicklung zu entsprechen wird es in Zukunft notwendig sein, Trends wie Web 2.0-Anwendungen oder die audiovisuellen Möglichkeiten des World Wide Webs intensiver zu nutzen. Das FuE-Programm GEOTECHNOLOGIEN hat seine PR-Strategie bereits hierauf abgestimmt. Beispielhaft hierfür steht das EWS-Wiki, die Informations- und Kommunikationsplattform des Forschungsschwerpunktes „Frühwarnsysteme gegen Naturgefahren“ (www.ews-wiki.de). Das Wiki konzentriert sich dabei in seiner jetzigen Form auf den Kontakt zwischen den Wissenschaftlern selbst und dient insbesondere der besseren Vernetzung der unterschiedlichen Forschungspartner und Projekte.

planeterde: Bestimmte Themen wie etwa die CO2-Sequestrierung oder das Tsunami-Frühwarnsystem erfahren immer mal wieder einen Hype in der Presse. Spüren Sie diese "Spitzen" in der Berichterstattung auch in Ihrer Pressearbeit?

Stroink: Natürlich. Gerade die von Ihnen angesprochenen Themen machen deutlich, dass die Medienarbeit sehr stark an die Aktualität gebunden ist. Einige Forschungsthemen sind hierfür besonders prädestiniert. So steht die Forschung und Entwicklung von Frühwarnsystemen gegen Naturgefahren immer im Fokus der Medien, wenn es zu heftigen Erdbeben oder zu Vulkanausbrüchen kommt. Aber auch die Forschungsprojekte im Schwerpunkt „Erfassung des Systems Erde aus dem Weltraum“ erleben solche „Spitzenzeiten“. Zum Beispiel gerade erst im März diesen Jahres als der Satellit GOCE erfolgreich gestartet wurde.

Um diesen Spitzen schnell und effektiv begegnen zu können, haben wir für unterschiedliche Themen Expertenlisten vorbereitet. So können wir zum Beispiel bei einem Vulkanausbruch Print- und Funkmedien schnell an Top-Wissenschaftler in Deutschland weiter leiten.

planeterde: Sie deuteten es ja bereits an: Auslöser für eine verstärkte, aber auch zeitlich eher begrenzte Berichterstattung sind fast immer aktuelle Ereignisse. Gibt es geowissenschaftliche Themen, die auch langfristig in der Presse verweilen und sich gezielt lancieren lassen?

Stroink: Ja, solche Themen sind in den GEOTECHNOLOGIEN an vielen Stellen präsent. Die geologische CO2-Speicherung, die Forschungen rund um Geoinformationssysteme oder auch die Projekte im Bereich der Sedimentbecken und Kontinentalränder, die sich unter anderem mit natürlichen Trinkwasserspeichern und den Rohstoffressourcen befassen, sind hierfür Beispiele. Ein anderes Forschungsthema, dass in den Wissenschaftsredaktionen immer wieder auf der Agenda steht, ist die Erforschung der Gashydrate. Dieses Themenfeld wird sicher auch in Zukunft eine stetige Medienpräsenz erfahren.

Abseits der Forschungsthemen selbst trägt das FuE-Programm GEOTECHNOLOGIEN auch übergeordnete Themen an die Medien heran. So sind aus der Arbeit des Koordinierungsbüros Artikel und Berichte zum Management von wissenschaftlichen Großprogrammen oder zur Vermarktung von Technologien erschienen.

Schneider: Da sich all diese Themen einem ständigen Interesse von Seiten der Medien erfreuen, spielt das Agenda Setting - also das gezielte lancieren von Themen – nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings versuchen wir neue Forschungsfelder, wie den erst kürzlich gestarteten Schwerpunkt „Mineraloberflächen: von atomaren Prozessen zur Geotechnik“, gezielt an die Journalisten heran zu tragen.

planeterde: Obwohl sich vieles in dieser Richtung bereits geändert hat, ist in manchen wissenschaftlichen Disziplinen der Elfenbeinturm immer noch Realität, wenn es um die Öffentlichkeitsarbeit geht. Wie schätzen Sie die Lage im Bereich der Geowissenschaften ein?

Stroink: Wir sehen die Geowissenschaften hier auf einem sehr guten Weg, wenn nicht sogar in einer Vorreiterrolle. Viel zu lange haben wir es jedoch nicht verstanden, die Menschen mit unseren Forschungsthemen „abzuholen“, obwohl diese Themen ja in ganz besonderem Maße unseren Alltag bestimmen. Die Geowissenschaften haben hier aber gewaltige Fortschritte gemacht. Denken Sie allein an die ständig steigende Zahl von Forschungssendungen, die immer wieder geowissenschaftliche Themen aufgreifen. Seit 2000 informieren die „Langen Nächte der Wissenschaften“ in vielen Deutschen Städten über das Geschehen in Labors und Instituten. Kinder-Unis sprießen seit 2002 an fast allen Hochschulstandorten aus dem Boden. Fernsehsender präsentieren Wissenschaft zur Prime-Time und die Länder, der Bund und die EU fördern großzügig Programme und Events wie das „EuroScience Open Forum“, die Messe zur Wissenschaftskommunikation „WissensWerte“ oder verschiedene Journalistenpreise. Der Boom im Wissenschaftsjournalismus geht natürlich auch an den Naturwissenschaften nicht vorbei. Die Geowissenschaften haben dies rechtzeitig erkannt. Sicherlich nicht zuletzt auch aufgrund des wachsenden Drucks drohender Etatkürzungen oder Schließungen von Instituten und Observatorien.

Heute ist es für viele Wissenschaftler selbstverständlich, die wissenschaftliche Arbeit, die eigene Faszination an der Forschung und die technischen Möglichkeiten der Labore und Institute einem großen Publikum vorzustellen. Die Geowissenschaften haben hierbei den großen Vorteil, Problemfelder zu bearbeiten, die immer stärker in das öffentliche Interesse rücken: Klima, Trinkwasser und Rohstoffe, Energiegewinnung und Lebensraummanagement – Themen, die nahezu jeden Tag durch die Presse gehen, weil sie uns und unsere globalisierte Gesellschaft unmittelbar betreffen, und nur mit Hilfe der Geowissenschaften gelöst werden können.

planeterde: Abschließende Frage: Welche öffentlichkeitswirksamen Aktionen sind für die nähere Zukunft geplant? Gibt es vielleicht schon Pläne für eine neue Wanderausstellung der GEOTECHNOLOGIEN?

Stroink: Das Koordinierungsbüro GEOTECHNOLOGIEN und seine Partner werden auch in Zukunft das gesamte Spektrum der PR nutzen. So wurde ein erster Schritt durch den schon erwähnten Relaunch der Webseiten gemacht.

Im Rahmen der anlässlich des Nobelpreisträgertreffens auf der Insel Mainau gezeigten Ausstellung „Entdeckungen: Wasser“ (3. Juli bis 31. August 2009) präsentiert sich das FuE-Programm mit Forschungsarbeiten rund um die Satellitenmissionen GOCE, SMOS und CryoSat. Eine neue Wanderausstellung ist für 2010 geplant. Gemeinsam mit Partnern aus dem musealen Bereich, unter anderen dem Museum „Mensch und Natur“ in München, wollen wir wieder einen der Forschungsschwerpunkte aus dem FuE-Programm genauer betrachten und den Menschen näher bringen. Daneben werden wir natürlich die bewährten Instrumentarien weiter nutzen.

planeterde: Herr Dr. Stroink, Herr Schneider, vielen Dank für dieses Gespräch.


In eigener Sache:

„Im Licht der Öffentlichkeit“ schildert nicht nur Methoden geowissenschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit, der Artikel steht auch symbolisch für einen Teil dieser Arbeit: Es ist der 100ste Artikel der Rubrik GEOTECHNOLOGIEN auf planeterde, die seit 2005 in Kooperation mit dem Koordinierungsbüro des gleichnamigen Forschungs- und Entwicklungsprogramms spannende und aktuelle Einblicke in die Geo-Forschung präsentiert. Die gesamte planeterde-Redaktion möchte sich an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit bedanken.

TM, iserundschmidt 06/2009