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Im Porträt: Dr. Horst Häußinger

erstellt von egoernert zuletzt verändert: 19.08.2015 11:11

Dr. Horst Häußinger arbeitet seit fast 30 Jahren im Bereich des Grundwasserschutzes und der Trinkwasserversorgung. Der leidenschaftliche Diplomgeologe ist sicher: „Wir wissen mehr vom Universum als vom Untergrund“.

Dr. Häußinger ist nicht nur Geologe, sondern auch Hobby-Musiker. (Foto: privat)Wer Dr. Horst Häußinger trifft, muss ihn wohl für einen sehr traurigen Menschen halten – sein Kopf ist meist nach unten geneigt, auf den Boden schauend. Dies hat jedoch andere Gründe als Traurigkeit: Der Geologe aus Leidenschaft interessiert sich eben sehr für den Boden und seine Bestandteile.

„Es ist ein Kraftort für mich bis heute“


Zu einem besonders prägenden Erlebnis gehört in Häußingers Leben immer noch sein Aufenthalt in Namibia während seines Studiums zwischen 1985 und 1988. Dort beschäftigte er sich verstärkt mit Metasedimenten und dem geochemischen Fußabdruck von Buntmetall-Lagerstätten. Die Arbeit vor Ort ging für ihn „von 0 auf 100 los“, erinnert er sich, „ich habe mich wohl gut eingearbeitet. Mein Chef war begeistert“, so Häußinger.

In den vergangenen zehn Jahren war er noch drei Mal mit seiner Familie in Namibia. „Es ist ein Kraftort für mich bis heute“, erzählt er. Übernachtet wird dort unter freiem Himmel – nachts kommen Zebras und andere Wüstenbewohner vorbei. „Es gibt dort fast nichts“, so der Geologe.

Für seine wissenschaftliche Arbeit hat er gut eine halbe Tonne Gestein von Namibia nach Deutschland geschafft und sie anschließend geochemisch und petrologisch analysiert.

Über 6.000 Messstellen in näherer Umgebung


Zu seinen alltäglichen Aufgaben heute gehören die qualitativen und quantitativen Messungen des Grundwasserstandes und des Chemismus in den über 6.000 Mess-Stellen in Bayern. Im Viertelstundentakt werden dort die Pegel gemessen und in einer Datenbank an seinem Arbeitsort in Hof im Nordosten Bayerns gesammelt. Diese Daten werden anschließend vom Landesamt für Umwelt veröffentlicht.

Diese Veröffentlichungen sind nicht nur wichtig für Wissenschaftler, sondern auch nützlich für den „Otto-Normal-Einwohner“: Diese können auf der Seite des Amts beispielsweise einsehen, ob das Grundwasser steigt. Dies ist nützlich, wenn es unter anderem darum geht, den Keller während eines Hochwassers auszuräumen oder anderweitig vorzubereiten.

„Der Umweltschutz beginnt mit dem Wasser“


Häußinger liebt an seinem Beruf besonders die Nähe zum Wasser, an und mit dem er arbeitet. Er ist sich dessen hoher Bedeutung im Klaren: „Der Umweltschutz beginnt mit dem Wasser“, so der Geologe, „keiner kann ohne Wasser leben“. Es sei eine „tolle Herausforderung“, zum Beispiel die Trinkwasserversorgung seiner Heimat sicherzustellen und dort in der Praxis mitzuwirken.

Zu seinen größten Projekten gehörte die Sicherung von Trinkwasser entlang einer 30 Kilometer langen Autobahntrasse. Diese führt direkt über eines der größten Trinkwasservorkommen in Bayern. Im Falle eines Unfalls hätten Öl und andere Schadstoffe in das Trinkwasser gelangen können. „Das wäre eine Katastrophe gewesen“, so Häußinger. Daher wurden Alarmpläne und besondere Sicherungssysteme entwickelt, die sich bisher sehr gut bewährt haben.

„Wir wissen immer noch sehr, sehr wenig“


Häußinger sieht es als eine wichtige Aufgabe, geologische Sachverhalte so zu „übersetzen“, dass Entscheidungsträger und Politiker dies verstehen und weitergeben können. „Wir müssen es runter brechen auf ein Niveau, das ein Nichtwissenschaftler versteht“, fasst er zusammen. Dennoch ist er sich sicher: „Wir wissen immer noch sehr, sehr wenig“, so der Geologe, „Wir wissen mehr vom Universum als vom Untergrund“.

Zur Person


Dr. Horst Häußinger (Jahrgang 1958) promovierte an der Uni Würzburg über lagerstättenkundlich-petrologische Themen in Namibia. Anschließend führte ihn sein beruflicher Weg über die Kontinentale Tiefbohrung der Bundesrepublik Deutschland in der Oberpfalz, eine Planstelle beim Wasserwirtschaftsamt Bayreuth, zum Umweltministerium in München und dann zum Bayerischen Landesamt für Umwelt in Hof. Dort arbeitete er zwei Jahre als Referatsleiter für das Grundwassermonitoring. Ganz aktuell bekam er die Aufgabe des „Chef-Wasserwirtschaftlers“ an der Regierung von Oberfranken in Bayreuth übertragen.

Er engagiert sich außerdem im Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V., und ist Mitglied in der Fachsektion Hydrogeologie und der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung.

Dr. Horst Häußinger ist nicht nur leidenschaftlicher Geologe, sondern auch Hobby-Musiker. Seine Band gab er damals für das Studium auf. Heute spielt er immer noch ab und zu gemeinsam mit alten Freunden und seinem Sohn auf Festen und Geburtstagen.