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Merianlog #2: Pannen und Probealarm

erstellt von eschick zuletzt verändert: 19.05.2016 15:18

Die Wissenschaftscrew meldet sich von Bord: Die Kieler Studentin Amelie Klein berichtet von einer wechselhaften Anreise nach Kanada und beschreibt ihre ersten Eindrücken vom Forschungschiff und der malerischen Hafenstadt St. John's. Mittlerweile hat das Schiff abgelegt und die Forscher machen sich an die Arbeit, während sie an Eisbergen vorbeischippern.

Nach kleinen Pannen wie vermeintlichem Sprengstoff im Laptop und einem unerwarteten Upgrade in die Premium Economy Class für einen Teil der Gruppe kamen wir gut in St. John’s an. Dank des frühen Flugs blieb nach dem Einchecken im Hotel, in dem wir die erste Nacht verbrachten, genug Zeit, um die Stadt zu erkunden. So starteten wir nach einem Abstecher zur Merian, wo die Vorbereitungen schon auf Hochtouren liefen, eine Tour auf den berühmten Signal Hill. Dieser bot neben unglaublich krassem Wind eine schöne Aussicht auf den Hafen von St.John’s, weshalb von diesem Hügel früher Flaggensignale für die einlaufenden Schiffe gegeben wurden. Außerdem wurde auf diesem Hügel im Jahre 1901 vom Funkverkehr-Pionier Guglielmo Marconi das erste transatlantische Funksignal empfangen.

Blick vom Signal Hill auf das malerische St. Johns. (Bild: Kenny Louie/Flickr/CC BY 2.0)

Blick vom Signal Hill auf das malerische St. Johns. (Bild: K. Louie/Flickr/CC BY 2.0)

 

Abends gab es dann noch ein gemeinsames Essen in einem hübschen Lokal. Sowohl die bunten Häuser als auch die unglaublich offenen und herzlichen Kanadier machen das besondere Flair der Stadt aus. Am Donnerstag ging es dann auf die Merian, unserem Zuhause für die nächsten Wochen. Nachdem wir uns eingerichtet und mit Crew, Wissenschaftlern und der neuen Umgebung bekannt gemacht hatten, ging es am Freitag nach weiteren Vorbereitungen erstmal zum Tanken, was bei so einem Schiff doch relativ lange dauert.

Wiebke im Überlebens-Anzug. (Bild: Johannes Karstensen)Ansonsten standen die Begrüßung durch die Crew sowie die Sicherheitseinweisung auf dem Programm. Am Nachmittag konnte die Merian dann begleitet von einem Lotsenschiff den Hafen von St. John’s verlassen. Während der erfolgreich gemeisterten Probe-Alarme konnten wir dann (für die meisten) zum ersten Mal in ein Rettungsbot klettern. Es folgten weitere Einweisungen, die Bekanntgabe der genauen Aufgaben, des Wachplans und gegen Abend die erste CTD-Messung, bevor nun für den nächsten Tag erstmal ein Transit zur nächsten Messstation folgte.

Über Nacht wurde es dann etwas schaukeliger und den Freitag kann man für die meisten sehr kurz zusammenfassen: seekrank… Oder müde von den Tabletten, sodass der Tag relativ unspektakulär verlief. Am heutigen Samstag konnten wir dann nach dem Frühstück unsere ersten Eisberge sehen. Nachdem anfangs bereits der winzigste Eisklotz zu begeisterten Ausrufen führte, bekamen wir nach und nach immer mehr und immer größere Eisberge zu sehen!

Ihre Amelie Klein, Wissenschaftscrew MSM54

Die ersten kleinen Eisberge. (Bild: Nora Fried)

Die ersten kleinen Eisberge auf unserer Expedition. (Bild: Nora Fried


Blick vom Battery Park auf den Hafen von St. Johns. Im Vordergrund: li. die irische Celtic Explorer, re. die deutsche Maria S. Merian. (Bild: J. Karstensen) Für die Expedition MSM54 macht sich die Maria S. Merian auf den Weg in den Nordatlantik, bis hoch hinauf nach Kanada und Grönland. Das Ziel: Die Wasserbewegungen in der Labrador- und Irminger-See besser zu verstehen. Schließlich beeinflussen die Ströme mit ihrem Weg über die Weltkugel das Klima. Für planeterde berichten die Wissenschaftler um den Kieler Ozeanographen und Fahrtleiter Johannes Karstensen in einem Logbuch von ihrem Alltag an Bord.

Eine Kooperation mit dem GEOMAR Kiel.