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Merianlog #3: To-Do-Liste

erstellt von eschick zuletzt verändert: 23.05.2016 14:20

Doktorandin Sijia Zou von der US-amerikanischen Duke University gewährt uns einen Einblick in das Arbeitspensum der Expedition MSM54. Auf der To-Do-Liste ganz oben steht ein Besuch bei den Messgeräten in der Labradorsee, die bereits vor Jahrzehnten ausgesetzt wurden. Was werden Ihnen die gesammelten Daten über die globalen Wasserbewegungen verraten?

Sonnenuntergang über der Labradorsee. (Bild: Algkalv/Wiki Commons)

Sonnenuntergang über der Labradorsee. (Bild: Algkalv/Wiki Commons)

Ein weiterer vielversprechender Abschnitt von Messungen der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC) beginnt mit der Fahrt MSM54 der Maria S. Merian, die am 12. Mai in St. John’s, Kanada, abgelegt hat und am 7. Juni den Hafen von Reykjavik, Island, erreichen wird.

Der Hafen von St. Johns, Kanada vor der Abfahrt. (Bild: J. Karstensen)Im Laufe dieser Fahrt werden wir sieben Verankerungen entlang nahe 53°N am Ausgang des westlichen Randstroms aus der Labradorsee (s. weiße Rechtecke auf der Karte) bergen, die Daten auslesen, auswerten und die Geräte erneut installieren. Diese sammeln Daten über die Stärke und zeitliche Variabilität des Randstroms.

Orte der Verankerungen (weiß) und CTD-Messungen (gelb). (Bild: GEOMAR)Zudem erfassen weitere Verankerungen in der zentralen Labradorsee sowie in der Irmingersee die Stärke der Tiefenkonvektion im Nordatlantik, welche ausschlaggebend für den gesamten Wassermassentransport im Ozean ist und daher ein genaueres Verständnis der Chakteristika der Tiefenwasserbildung, insbesondere der Variabilität sowie der Kopplung mit unserem Klima, ein wichtiges Ziel darstellt.

Sijia Zou mit Christina Schmidt (li.) und Patricia Handmann (re.). (Bild M. Oltmanns)Des Weiteren werden während der Expedition rund 90 CTD-Messungen durchgeführt (s. gelbe Symbole auf der Karte). Dabei werden über die Leitfähigkeit (engl. conductivity) der Salzgehalt bestimmt, die Temperatur und die Dichte (temperature and density), sowie weitere Parameter wie Sauerstoff und Strömungsgeschwindigkeit über das gesamte Tiefenprofil gemessen. Daraus können wir dann unter anderem den Wassertransport berechnen. Wir hoffen darauf, eine sehr tiefe kalte Deckschicht in den Daten wiederzufinden, wie sie zuletzt 1994 bei sehr tiefreichender Konvektion beobachtet wurde.

Großartiges Essen an Bord. (Bild: Marilena Oltmanns)Nach nun fünf Tagen auf See, während welcher das Wetter zu Beginn recht ungemütlich war, haben wir jetzt ruhige See und Nebel. Wir hoffen auf weiterhin gutes Wetter, sodass alle geplanten Stationen abgearbeitet werden können. Ansonsten lässt sich zum Bordleben sagen, dass die Stimmung bisher, vor allem über die Pfingsttage, gut war und das Essen köstlich.

Ihre Sijia Zou, Wissenschaftscrew MSM54


Blick vom Battery Park auf den Hafen von St. Johns. Im Vordergrund: li. die irische Celtic Explorer, re. die deutsche Maria S. Merian. (Bild: J. Karstensen) Für die Expedition MSM54 macht sich die Maria S. Merian auf den Weg in den Nordatlantik, bis hoch hinauf nach Kanada und Grönland. Das Ziel: Die Wasserbewegungen in der Labrador- und Irminger-See besser zu verstehen. Schließlich beeinflussen die Ströme mit ihrem Weg über die Weltkugel das Klima. Für planeterde berichten die Wissenschaftler um den Kieler Ozeanographen und Fahrtleiter Johannes Karstensen in einem Logbuch von ihrem Alltag an Bord.

Eine Kooperation mit dem GEOMAR Kiel.