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Spur des kalten Wassers

erstellt von eschick zuletzt verändert: 02.05.2016 09:59

Mitte Mai macht sich die Maria S. Merian auf den Weg in den Nordatlantik, bis hoch hinauf nach Kanada und Grönland. Ziel der Expedition MSM54 ist es, die Wasserbewegungen in der Labrador- und Irminger-See besser zu verstehen. Schließlich beeinflussen die Ströme mit ihrem Weg über die Weltkugel das Klima. Für planeterde berichten die Wissenschaftler in einem Logbuch von ihrem Alltag an Bord.

Die Wassermassen sind ständig in Bewegung: Dichtes Wasser aus dem Europäischen Nordmeer und der Labradorsee fließt in der Tiefe nach Süden und wird in den oberen Schichten der Wassersäule durch einen nach Norden gerichteten Strom warmen Wassers ersetzt. Ein internationales Wissenschaftlerteam will die Strömungen im Rahmen der Ausfahrt MSM54 nun näher untersuchen. Immerhin ist dieser Teil des Nordatlantik in der gegenwärtigen Phase der Erdgeschichte eine der bedeutenden Quellen für das Tiefenwasser im Weltozean, bestimmt maßgeblich dessen Zirkulation - und somit das globale Klima.

Die Maria S. Merian bietet mit ihren Labor- und Arbeitsräumen Platz für 23 Forscher und 23 Besatzungsmitglieder. (Bild: As3.1415rin/Wiki Commons)

Die Maria S. Merian bietet mit ihren Labor- und Arbeitsräumen Platz für 23 Forscher und 23 Besatzungsmitglieder. (Bild: As3.1415rin/Wiki Commons)


Die Reise der Maria S. Merian startet Mitte Mai in St. John’s (Neufundland, Kanada) und nimmt dann Kurs auf den Südausgang der Labradorsee. Dort vermisst eine Station seit fast 20 Jahren die Stärke des Abtransports von kaltem Wasser nach Süden. Die Wissenschaftler wollen diese Station nun bergen und ihre Daten auswerten. Anschließend werden Techniker die Instrumente warten und die Station wieder im Meer aussetzen, damit sie ihre Messungen fortsetzen kann. Des Weiteren steht die Wartung von Geräten an, die in der zentralen Labrador- und in der Irminger-See installiert sind.

Während das Schiff seine Stationen anfährt, nutzen die Wissenschaftler unter Leitung des Kieler Ozeanographen Johannes Karstensen vom GEOMAR die Zeit, um verschiedene Messungen der Wassersäule durchzuführen und ein besseres Verständis des nördlichen Subpolarmeeres zu erhalten. Nach knapp vier Wochen endet die Expedition. Das Schiff wird voraussichtlich in der ersten Juniwoche im Hafen von Reykjavik einlaufen.

Panoramablick in den Hangar der Maria S. Merian. (Bild: As3.1415rin/Wiki Commons)

Panoramablick in den Hangar der Maria S. Merian. (Bild: As3.1415rin/Wiki Commons)


In Kooperation mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel veröffentlicht planeterde ein Logbuch der Wissenschaftler von Bord.