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Asche in der Tiefsee

erstellt von Lisa Hölzer zuletzt verändert: 05.05.2017 10:41

Die Poseidon tritt im Mai eine Expedition in die Ägäis an, die neue Aufschlüsse über künftige Vulkangefahren geben soll. Am Hellenischen Inselbogen werden der Fahrtleiter und Vulkanologe Armin Freundt und das Team der Expedition POS513 einer von Europas seismisch aktivsten Regionen mithilfe eines Schwerelots auf den Grund gehen.

 

Das Forschungsschiff Poseidon. (Bild: Gerd Fahrenhorst/CC BY-SA 3.0)

Das Forschungsschiff Poseidon. (Bild: Gerd Fahrenhorst/CC BY-SA 3.0)

 

Der Tiefseegraben, an dem die Afrikanische und die Ägäis-Platte aufeinandertreffen, umfasst mehrere aktive Vulkansysteme, wovon das Santorini Vulkanfeld und der Kos-Yali-Nisyros Vulkankomplex aufgrund wiederholter  Unruhe eine besondere Gefahr darstellen. Beide Systeme haben während der letzten 160.000 Jahre bis in historische Zeiten wiederholt hoch-explosive Eruptionen produziert. Auf dem Vulkanexplosionsindex  (VEI)  – einer Skala der Stärke von Eruptionen ähnlich der Richter-Skala für Erdbeben – erreichten sie Werte von 4 bis 7. Damit sind sie teilweise stärker als der berüchtigte Ausbruch des Pinatubo (VEI 6), der 1991 fast tausend Menschen das Leben kostete und einer der stärksten des 20. Jahrhunderts war. Die Interaktion mit dem Meer im Hellenischen Inselbogen generiert zusätzliche Gefahren in Form von gesteigerter Explosivität oder Tsunamis.

Eine Untersuchung der Häufigkeiten, Intensität und eruptierten Magma-Masse soll helfen, künftige Ausbrüche abzuschätzen. Das Schwerelot wird bis zu neun Meter lange Proben aus dem Meeresboden stanzen, die im besten Fall zahlreiche Aschelagen enthalten, welche durch Ascheregen bei großen Vulkaneruptionen entstanden sind. Nach zwei Wochen wollen Freundt und seine Kollegen mit ihren Ergebnissen in den Ausgangshafen Heraklion zurückkehren. In Kooperation mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel veröffentlicht planeterde ein Logbuch der Wissenschaftler von Bord.