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Indexlog #1: Gespannte Gesichter

erstellt von eschick zuletzt verändert: 05.09.2017 10:06

Tief hängen die grauen Wolken im Hafen von Colombo, Sri Lanka. Die Mittagsluft ist feucht und ölgeschwängert. Das Thermometer zeigt 30 Grad im Schatten. Wer aus dem heruntergekühlten Hangar des Forschungsschiffes SONNE auf das Holzdeck tritt, prallt gegen eine heiße unsichtbare Wand. Das Schiff liegt fertig beladen am Kai.

 

Das FS SONNE verlässt den Hafen von Colombo, Sri Lanka. (Bild: BGR)

Das FS SONNE verlässt den Hafen von Colombo, Sri Lanka. (Bild: BGR)

Gespannte und zugleich zufriedene Forscher-Gesichter blicken auf den diesigen Horizont. In Kürze betritt der Lotse das Schiff. Die Leinen werden gelöst und das Schiff sticht in See: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist plangemäß zu ihrer 50-tägigen Schiffsausfahrt in das deutsche Lizenzgebiet im Indischen Ozean gestartet. Mit der vierten Expedition SO259 (INDEX2017) setzt die BGR ihre Suche nach Erzlagerstätten, den polymetallischen Sulfiden, in den Tiefen des Meeres fort. Dabei werden auch wieder Umweltbasisdaten über den Indischen Ozean erfasst. "Dieses Jahr sind besonders viele Experten an Bord", freut sich Fahrtleiter Dr. Ulrich Schwarz-Schampera von der BGR. Mit 116 Metern Länge und etwas mehr als 20 Metern Breite bietet das FS SONNE dem 37-köpfigen internationalen Wissenschaftlerteam genug Kabinen und Laboratorien.

Ausreichend Platz ist auch an Deck für Schiffscontainer, viele sperrige Unterwasser-Messgeräte und Kuriositäten wie ausgediente Eisenbahnräder zur Beschwerung von Sedimentfängern am Meeresboden. "Insgesamt haben wir ca. 34 Tonnen Messgeräte, Werkzeug, Computer bis hin zu kompletten Laborausrüstungen verpackt und für den Zoll genauestens dokumentiert", fasst BGR-Mitarbeiterin Simone Sturm die Arbeiten im Vorfeld der Ausfahrt zusammen. "Allein der Wert der Ausrüstung beträgt ca. 2,8 Millionen Euro."  Das gesamte Material wurde in Deutschland in zehn Schiffscontainer mit je sechs Metern Länge verstaut. Bereits sechs Wochen vorher wurden sie nach Colombo verschifft. Dort angekommen, wurden die letzten noch in der Nacht vor dem Auslaufen auf Deck des Forschungsschiffes verfrachtet. Hinzu kamen noch eine halbe Tonne Luftfracht im Wert von ca. 90 000 Euro, die ebenfalls pünktlich am Hafen eintraf und aufs Schiff gehievt wurde.

Das Forschungsschiff SONNE wird im Hafen von Colombo, Sri Lanka beladen. (Bild: BGR)

Das Forschungsschiff SONNE wird im Hafen von Colombo, Sri Lanka beladen. (Bild: BGR)

Obwohl noch sieben Tage Transit bis zum deutschen Lizenzgebiet vor den Wissenschaftlern liegen, haben sie gleich nach dem Auslaufen des Schiffes begonnen, ihre Labors auf dem Schiff einzurichten und die Messapparaturen auszupacken und aufzubauen. Ist alles Wichtige dabei? Haben die empfindlichen Instrumente den Transort überstanden? Funktioniert der Aufbau? Der Einsatz der sogenannten CTD-Rosette ist schon in zwei Tagen geplant. Mit ihr werden Wasserproben aus bis zu 5000 Metern Tiefe entnommen.

Abendliche Fachvorträge runden die ersten langen, ereignisreichen Tage auf See ab. Die eine oder der andere hat nebenbei noch mit dem starken Wellengang zu kämpfen, der in Äquatornähe üblich ist.

Viele Grüße von der Sonne,

Bettina Landsmann, BGR-Geologin


Das neue Forschungsschiff SONNE trat seinen Dienst im Frühjahr 2014 an. (Bild: M. Hartig/Meyer Werft)Im Rahmen der Ausfahrt SO259 begibt sich ein Forschungsteam mit Fahrtleiter Ulrich Schwarz-Schampera (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) in das deutsche Lizenzgebiet im Indischen Ozean. Dort wollen sie Metallsulfidvorkommen an Schwarzen Rauchern aufspüren.

Im Logbuch für planeterde berichtet das Team direkt von Bord der SONNE.

Eine Kooperation mit der BGR.