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Japanlog #4: 50 Meter Matsch

erstellt von eschick zuletzt verändert: 17.10.2016 09:12

Gute Nachrichten für Schiffsärztin Anke und die Besatzung der Sonne: Nachdem Taifun Chaba ihnen ein paar stürmischen Tage beschert hat, klart das Wetter nun auf und die See beruhigt sich. Die Wissenschaftler widmen sich nun wieder voll den Bohrungen im Meeresboden. Ihre Ausbeute kann sich sehen lassen, ebenso die ersten Ergebnisse aus dem Labor.


Gutes Wetter und moderater Seegang am Bug der Sonne. (Bild: Tobias Schwestermann)

Nach einigen Tagen mit Regen und grauem Himmel scheint die Sonne endlich wieder und das Meer ist ruhig. Dies ist eine sehr willkommene Abwechslung nach den Beeinträchtigungen durch Taifun Chaba und mehrere andere Sturmtiefs in der letzten Woche, die zu einer eher rauen See führten – keine idealen Bedingungen für Tiefbohrungen. Trotz allem gelang es uns, wichtige Daten zu sammeln: Wir konnten rund 50 Meter Sediment gewinnen - drei 10-Meter lange Kerne aus dem Graben und vier 5-Meter lange Kerne aus dem Hang. Wir planen, in den nächsten 24 Stunden noch mehr Proben zu nehmen, und drücken daher die Daumen, damit dieses gute Wetter weiter anhält!

Mareike Höhne, Marie Rex und Sebastian Tütner untersuchen die physikalischen Eigenschaften der Proben. (Bild: Schwestermann)Sobald die Kerne vom Geochemie-Team beprobt worden sind, werden sie in zwei Hälften geteilt. Die Archivhälfte geht an die Sedimentologie-Gruppe, während die Arbeitshälfte an die "Physical-Property"-Gruppe geht. Diese Gruppe untersucht die physikalischen Eigenschaften der Proben. Dr. Gauvain Wiemer und Dr. Matt Ikari und ihre Assistenten Sebastian Trütner, Mareike Höhne, Marie Rex, Jess Hillman und Alex Rösner führen hierzu verschiedene geotechnische Analysen durch. Diese Tests ermöglichen es uns, die Scherfestigkeit und den Wassergehalt der Sedimente in den Kernen zu bestimmen. Diese Informationen sind sehr wichtig, um verstehen zu können, wie seismische Ereignisse die Festigkeit der Sedimente auf dem Meeresboden beeinflussen, und die Rolle verschiedener Faktoren bestimmen zu können, die Sedimentbewegungen und Erdrutsche und als Folge Tsunamis verursachen können.

Messung der Scherfestigkeit des Sediments. (Bild: Jess Hillman)Während der Fahrt nehmen wir Kerne aus dem Graben (in Wassertiefen von 7500 bis 8200 Meter) und am Hang (in Wassertiefen von ca. 5200 Meter). Unsere bisherigen Ergebnisse zeigen einen deutlichen Kontrast zwischen den physikalischen Eigenschaften der Sedimente an diesen Stellen, die wir auf die unterschiedlichen Prozesse in den verschiedenen Tiefen zurückführen würden. Wir erhalten auch einige interessante neue Daten, die mehrere Theorien bestätigen, an denen das "Physical-Property"-Team am MARUM arbeitet.

Jess Hillman, Wissenschaftscrew SO251


FS Sonne neu 2014 (thumb)Im Fokus der Ausfahrt SO251 steht die Erforschung des geologischen Archivs vor der Küste Japans. Erdbeben, submarine Rutschungen und Tsunamins hinterlassen ihre Spuren in den Sedimenten des Japangrabens und Nankaitrogs. Diesen spüren die Geowissenschaftler nach, um Entstehung und Folgen der Beben besser zu verstehen und daraus Modelle zu entwickeln. Im Logbuch berichten sie über das Leben und Arbeiten an Bord.

Eine Kooperation mit dem MARUM und der Universität Innsbruck.