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Forschungsschiff SONNE weiter auf großer Fahrt!

erstellt von Leonards zuletzt verändert: 23.08.2007 14:16

Die Vereinbarung zwischen dem Forschungzentrum Jülich und der Reederei Forschungsschifffahrt GmbH Bremen über die weitere Charterung des Mehrzweckforschungsschiffes FS SONNE wurde am 3.12.2003 in Bremen unterzeichnet. Die Meeresforschung auf internationalem Spitzenniveau ist dadurch auf dem Forschungsschiff (FS) SONNE bis zum Jahr 2010 gesichert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird hierfür in den nächsten 7 Jahren insgesamt rund 70 Mio. € zur Verfügung stellen.

Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt und bestimmen damit nicht nur das Antlitz unseres Planeten, sondern auch die komplexe Dynamik des System Erde. Warm- und Kaltwasserströme beeinflussen unser Klima. Meeresplankton filtert die Luft, die wir atmen und Rohstoffressourcen, abgelagert auf dem Grund der Weltmeere, könnten in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Klärung der Energie-Probleme liefern. Dies und nicht zuletzt die Tatsache, dass ein Grossteil geologisch aktiver Zonen der Erdkruste unter dem Meeresboden liegen, sind starke Argumente für die Meeresforschung. Sie unterstreichen ihre wachsende Bedeutung für das Verständnis grundlegender ökologischer Zusammenhänge und des "System Erde".

Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, erfordert es zukunftsweisender Forschungsprogramme, die den Einsatz von Forschungsschiffen einschließen. Eine Spitzenstellung unter diesen weltweit und unter schwierigsten Seebedingungen operierenden mobilen Forschungsplattformen nimmt das deutsche Forschungsschiff (FS) SONNE ein. Es besitzt als einziges Schiff der deutschen Forschungsflotte eine "dynamische Positionierung". Mittels Kombination der Satelliten-Navigations-Systeme GPS und DGPS mit schiffseigenen Manövriersystemen ist es möglich, Positionen in kürzester Zeit anzusteuern und metergenau über längere Zeiträume einzuhalten, was essentiell ist für die Probenentnahme auf hoher See.

Aber auch die übrige technische Ausstattung von FS SONNE kann sich sehen lassen. Video-, Kamera- und Sensorenschlitten zur geologischen Kartierung, wissenschaftliche Labore einschließlich einem Seis-miklabor und einem Hydroakustiklabor, Tiefseewinden zur Bodenerprobung und ein Thermosalinometer zur kontinuierlichen Erfassung von Oberflächentemperatur und Leitfähigkeit des Seewassers sind nur ein Teil der Ausrüstung, die FS SONNE mit sich führt. Auf einer Gesamtfläche von über 420 Quadratmetern arbeiten 25 Wissenschaftler und Techniker und nutzen neben autonomen Unterwasserrobotern, Tauchbooten und Sonden auch am Meeresboden aussetzbare Bodenstationen von bis zu 10 Tonnen.

Ab 2004 sind Forschungsarbeiten in Kooperationen mit Indonesien, Russland, China, Chile und Südafrika geplant. Haupteinsatzgebiete werden der Indische Ozean und der Pazifik sein. Dort sollen in den nächsten Jahren vor allem die Kontinentalränder im so genannten "Feuergürtel" des Pazifiks und die vulkanisch äußerst aktiven Spreizungsrücken am Meeresgrund genauer erforscht werden.

Seit 1978 liefert FS SONNE Forschern und ausgefeilter Technik eine Plattform zur Erkundung der Ozeane. Damit leistet das Schiff einen wichtigen Beitrag zur Erfassung globaler Kreisläufe und hilft zu verstehen, wie die unterschiedlichen Systeme unseres Planeten zusammenwirken.

Weitere Informationen zur SONNE finden Sie hier.