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Tsunami-Warnsystem: Forschungsschiff SONNE setzt erste Messboje

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:23

Am 15. November 2005 sticht das Deutsche Forschungsschiff SONNE in See, um die ersten Mess-Bojen für das Deutsch-Indonesische Tsunami-Frühwarnsystem auszubringen.

Die speziell ausgerüsteten GPS-Bojen sind ein Kernbestandteil des Tsunami-Frühwarnsystems. Sie erfassen den Wellengang und ergänzen so die seismischen Daten der Erd- bzw. Seebebenstationen um ozeanographische Messungen. Auf diese Weise können gefährliche Flutwellen rechtzeitig erkannt werden - denn längst nicht jedes Seebeben erzeugt auch einen Tsunami. Je nach Witterung wird das Forschungsschiff SONNE bis zum 21. November 2005 die erste Boje positioniert haben.

Die Deutsch-Indonesische Kooperation zum Bau eines Tsunami-Frühwarnsystems entstand als Reaktion auf die verheerende Flutkatastrophe Dezember 2004 in Indonesien. Im internationalen Rahmen wurde beschlossen, koordiniert von der Intergovernmental Oceanographic Commission (IOC) der UNESCO, ein Frühwarnsystem für den Indischen Ozean einzurichten. Die Bundesrepublik Deutschland vereinbarte bereits im Januar 2005 in einer gemeinsamen Erklärung den Bau eines offenen Tsunami-Frühwarnsystems (TEWS) für Indonesien und ein entsprechend angepasstes Capacity Buildings für indonesische Einrichtungen. Das Frühwarnsystem soll Daten aus der durch Erdbeben am stärksten gefährdeten Region im Indischen Ozean - dem Sundabogen - zur Verfügung stellen. Allen Anrainerstaaten stehen diese Daten für eine Warnung im eigenen Land zur Verfügung. Für den Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems stellt die Bundesregierung im Rahmen ihrer Wiederaufbauhilfe in der betroffenen Region 45 Millionen Euro bereit. Die Federführung in Deutschland liegt beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, vertreten durch das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), koordiniert den Aufbau seitens Deutschlands. Es beteiligen sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Alfred Wegener Institut (AWI), das Forschungszentrum Geesthacht (GKSS), das Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), die Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR), die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Universität der UN in Bonn (UNU) sowie weitere Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Weitere Informationen:

BMBF-Information zum Tsunami-Frühwarnsystem

GEOTECHNOLOGIEN: Wellenschutz für Südostasien

rb, iserundschmidt 11/05