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Kleinfelder Wirtschaft im großen Maßstab - Präzisionslandwirtschaft kombiniert Geodaten mit landwirtschaftlichen Parametern

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:31

Präzisions Landwirtschaft setzt auf Ideen der Kleinfelder Wirtschaft. Intelligente Traktoren, die den Untergrund genau kennen und bei der Feldbearbeitung darauf eingehen, kombinieren Geodaten mit der Messung landwirtschaftlicher Parameter und reagieren so punktgenau auf Bodenverhältnisse, Nährbedarf der Pflanze mit abgestimmten Düngemittelgaben. So steigen die Erträge und das Grundwasser wird geschont. Dazu werden die Landmaschinen mit Sensortechnik, Satellitennavigation und Computermodellen ausstattet.


(c) Eugen Staab, 2005

Erstmals erstellten die Wissenschaftler feinmaschige Karten der Bodenbeschaffenheit eines Ackers, kombinierten sie mit Ertragszahlen der Vorjahre und Klimamessungen und verknüpften die Daten in einem Computermodell. Dazu unterteilten sie jeden Acker in nahezu 100 Einzelflächen von rund 1200 Quadratmetern. Ergebnis ist ein Managementkonzept, mit der Landwirte bei Aussaat, Düngung und Spritzmittel punktgenau auf kleinräumige Unterschiede ihrer Felder reagieren können. Damit schließen die Forscher eine Lücke in der landwirtschaftlichen Technik, die Messergebnisse während der Fahrt differenziert betrachtet und intelligente Entscheidungen trifft.

Erste Ergebnisse auf den Versuchsfeldern - zwei Mais- und zwei Weizenfelder mit stark variablem Untergrund - sind vielversprechend. Dort wurde etwa die gleiche Menge Stickstoff ausgebracht wie bei einem konventionellen Düngeeinsatz - allerdings kleinräumig sehr stark verteilt. Auf allen Feldern sind Biomasse und ährentragende Halme stark angestiegen. Dies bedeutet, dass ein viel größerer Anteil des Düngers von Pflanzen aufgenommen wurde, anstatt möglicherweise ins Grundwasser zu wandern. Exakte Ergebnisse sollen Bodenproben im Herbst nach der Ernte liefern.

Stichwort: "Precision Farming"

Precision Farming integriert Ansätze der Kleinfelderwirtschaft in die moderne Landwirtschaft. Dabei arbeiten Landmaschinen mit Sensoren und Satellitennavigation, um Aussaat, Dünger und Pflanzenschutzmittel punktgenau nach Pflanzenbedarf zu dosieren, denn ein Acker ist keine gleichförmige Fläche: Einzelne Quadratmeter haben nasse Böden, andere sind wasserarm, Kuppen sind weniger fruchtbar als der Hangfuß, Unkräuter wachsen häufig am Rand. Bei konventionellem Ackerbau werden Düngung, Pflanzenschutz und andere Maßnahmen auf die durchschnittliche Qualität eines Schlages ausgerichtet. Kleinräumige Unterschiede bleiben außer Acht.

Gerade in Baden-Württemberg gibt es dabei besonders hohen Forschungsbedarf. Denn vom Schwemmland des Oberrheingrabens bis zu den Kalkfelsen der Schwäbischen Alb schwanken die Standortbedingungen der Böden im Land besonders stark. Die Universität Hohenheim forscht deshalb in drei repräsentativen Agrarräumen Baden-Württembergs: dem Oberrheingraben, dem Heckengäu und der Schwäbischen Alb.

Universität Hohenheim