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Verbesserung der Luftqualität beschleunigt die Klimaveränderung

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:31

Das Weltklima könnte sich schneller und heftiger erwärmen als bisher angenommen - dies ergeben gerade in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Nature" veröffentlichte Forschungen (Nature, 30 Juni 2005).

Eine Verringerung der Aerosolteilchen in der Luft, einhergehend mit einer Verbesserung der Luftqualität, wird Klimaveränderungen deutlich verstärken, indem sie die Kühlwirkung der Aerosole herabsetzt und gleichzeitig die in der Atmosphäre verbleibende Menge an Kohlendioxid erhöht. Solche Aerosole haben bisher die Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche erniedrigt und damit teilweise den Erwärmungseffekt von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, die das globale Klima während des 20. Jahrhunderts erwärmten, ausgeglichen. Wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt wird die Emission dieser Aerosolteilchen aber seit einiger Zeit scharf reduziert.

Die Verringerung der Aerosolbelastung wird allerdings auch zu einer Erniedrigung ihrer Kühlwirkung und damit zu einer Beschleunigung der globalen Erwärmung führen. Die Forscher vergleichen dies mit dem Fahren eines Autos, wenn gleichzeitig Gas gegeben und gebremst wird: "Nun nehmen wir den Fuß von der Bremse, aber wir wissen nicht, wie viel schneller wir uns dadurch bewegen werden. Da wir nicht genau wissen, wie stark die Kühlwirkung durch Aerosole bisher war, können wir auch nicht genau wissen, wie stark die Erwärmung durch Treibhausgase ausfallen wird."


(c) Max-Planck-Institut für Chemie

Treibhausgase reduzieren

Jegliche Erwärmung wird darüber hinaus durch Wechselwirkungen zwischen dem Klima und dem Kohlenstoffzyklus, d.h. der natürlichen Biosphäre der Erde verstärkt. Gegenwärtig absorbieren Ozean und Landökosysteme etwa die Hälfte unserer Kohlendioxid-Emissionen, aber als Auswirkung der Klimaveränderung wird sich dieser natürliche "Puffer-Service" verringern. "Höhere Temperaturen bedeuten, dass tote Materie schneller verrottet. Wenn nun die Erwärmung aufgrund der verringerten Kühlung durch Aerosole zukünftig stärker ausfällt als erwartet, wird weniger Kohlendioxid von der Landmasse aufgenommen, wodurch mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre verbleiben und damit zum Treibhauseffekt beitragen kann", erklärt Professor Cox.

Das deutsch-englische Forscherteam um Meinrat O. Andreae vom Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie, ist sich der bestehenden Unsicherheit, welche die Klimamodelle stets belastet, bewusst. Doch sollte gerade dies zum Handeln auffordern, um die globalen Kohlendioxid-Emissionen zu beschränken. Betrachtet man die potenziell schwerwiegenden Konsequenzen für unsere Umwelt und Gesellschaft, so ergibt sich als einzig sinnvolle Vorgehensweise eine sofortige Verringerung der Treibhausgas- Emissionen, und zwar mit Zielsetzungen deutlich unterhalb denjenigen des Kyoto-Protokolls."