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Grönländer erinnern an deutschen Polarforscher

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:35

Mit den Alfred-Wegener-Tagen vom 4. bis 6. Oktober 2005 erinnert Grönland an den deutschen Meteorologen, Polarforscher und Begründer der Theorie der Kontinentalverschiebung sowie an seinen grönländischen Begleiter Rassmus Villumsen. Professor Jörn Thiede, Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, stellt aus diesem Anlass in Uummannaq historische Filmdokumente der letzten Grönlandexpedition Wegeners vor und gibt einen Einblick in dessen Leben und wissenschaftliches Werk

Mit den Alfred-Wegener-Tagen vom 4. bis 6. Oktober 2005 erinnert Grönland an den deutschen Meteorologen, Polarforscher und Begründer der Theorie der Kontinentalverschiebung sowie an seinen grönländischen Begleiter Rassmus Villumsen. Professor Jörn Thiede, Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, stellt aus diesem Anlass in Uummannaq historische Filmdokumente der letzten Grönlandexpedition Wegeners vor und gibt einen Einblick in dessen Leben und wissenschaftliches Werk.


(c) Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven
Alfred Wegener und sein grönländischer Begleiter Rassmus Villumsen. Die Rückfahrt von Eismitte im November 1930 endete tragisch. Erst im Mai 1931 fand eine Suchexpedition den Leichnam von Alfred Wegener im Eis, Rassmus Villumsen blieb verschollen.

Zu der Gedenkveranstaltung hat Kunnunnguat Fleischer, Schulleiter in der grönländischen Stadt Uummannaq, eingeladen. Neben der historischen Würdigung soll auch die heutige Forschung auf Grönland dargestellt werden. Weitere Vorträge halten Dr. Reinhard Krause, Physiker und Historiker am Alfred-Wegener Institut, Professor Jan Harff, Leiter der marinen Geologie am Institut für Ostseeforschung in Warnemünde, und Dr. Naja Mikkelsen von der geologischen Landesanstalt für Dänemark und Grönland (GEUS). Unter den grönländischen Zuhörern werden auch Verwandte von Rassmus Villumsen sein, dem Begleiter Wegeners auf dessen letzter Fahrt.

Alfred Wegener hatte bereits an drei Grönlandexpeditionen teilgenommen und galt als einer der erfahrensten Polarforscher seiner Zeit, als 1930 die große Grönlandexpedition unter seiner Leitung startete. Mit drei Stationen von der West- bis an die Ostküste Grönlands sollten erstmals fortlaufend geophysikalische und meteorologische Messungen durchführt werden. Doch die selbst für grönländische Verhältnisse extremen Wetterbedingungen erschwerten den Fortgang der Arbeiten und gefährdeten die Versorgung der inmitten Grönlands liegenden Station'Eismitte'. Eine von Wegener selbst geleitete Rettungsexpedition erreichte zwar noch die Station, auf dem Rückweg zur Küste Anfang November 1930 aber starben der gerade fünfzigjährige Polarforscher und sein grönländischer Begleiter Villumsen. Am 1. November 2005 wäre Alfred Wegener 125 Jahre alt geworden.


(c) Foto: Dr. Hans Oerter, Alfred- Wegener-Institut
Am Eisrand des Kronprinz-Christian-Landes in Nordostgrönland Veränderungen des grönländischen Eisschildes interessieren auch heute die Wissenschaft.

Auch heute wird in Grönland intensiv geforscht. Die Insel liegt unter einem bis zu vier Kilometer mächtigen Eisschild, in dem Klimadaten von Jahrtausenden archiviert sind. Mit Eiskernbohrungen erschließen Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts diese Daten und verbessern damit die Grundlage für Klimaprognosen. Parallel werden auch die heutigen Veränderungen der Eisbedeckung als Folge des weltweiten Klimawandels untersucht; in Kürze nach dem Start des europäischen Satelliten CryoSat auch vom All aus.

Pressemitteilung des AWI