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Dezentrales Tsunami-Frühwarnsystem des GFZ überzeugend - Indonesien entscheidet sich für das deutsche Konzept

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:39

Bei einem Treffen auf der thailändischen Insel Phuket einigten sich Vertreter von über 50 Staaten und Organisationen auf den Aufbau mehrere Tsunami-Warnsysteme rund um den Indischen Ozean. Der Vorschlag eines zentralen Warnsystems, wie etwa Thailand es bei sich ansiedeln wollte, ist damit vom Tisch. Indonesien hat sich für das vom Geoforschungszentrum Potsdam vorgelegte deutsche Konzept eines Frühwarnsystems entschieden.

Das deutsche Warnsystem bietet entscheidende Vorteile: Es arbeitet dezentral und lässt sich mit anderen Systemen verbinden. Zudem ist es schneller als das von den USA und Japan im Pazifik betriebene Netz und soll weniger Fehlalarme auslösen. Bereits von Oktober an soll das Forschungsschiff "Sonne" im Indischen Ozean die Arbeit aufnehmen. Erste Anlagen könnten innerhalb von eineinhalb Jahren in Betrieb genommen werden.

Das Funktionsprinzip gleicht dem des erprobten Pazifik-Systems: Drucksensoren am Meeresboden registrieren Seebeben oder erhöhten Wasserdruck und senden diese Daten über Bojen und Satelliten an Alarmstationen auf dem Festland. Hier werden die Daten mit einer neuartigen Software in Rekordzeit ausgewertet - und die angeschlossenen Nutzer nahezu in Echtzeit per Internet, E-Mail und SMS gewarnt. Neben Behörden und öffentlichen Einrichtungen sollen auch z.B. Hotels und Privatpersonen an das System angeschlossen werden können.


Ausbreitung der seismischen Wellen nach dem Sumatra-Beben vom 26.12.2004
Quelle: GFZ Potsdam

Schon jetzt betreibt das GFZ gemeinsam mit anderen Institutionen ein weltweites Netz von etwa 50 Messstationen. Um die vorhanden Lücken im Indischen Ozean zu schließen, sollen hier noch etwa 30-40 weitere Stationen entstehen. Insgesamt wird das Projekt etwa 45 Millionen Euro kosten.

(c) rb/iserundschmidt
Quellen: dpa, afp, faz, rp-online