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Der komplizierte Geo-Dynamo

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:44

Seit 75 Jahren werden am Adolf Schmidt-Observatorium des GeoForschungsZentrums Potsdam das Magnetfeld der Erde beobachtet und seine Änderungen aufgezeichnet. Das Magnetfeld der Erde ist immer in Bewegung.


(c) GFZ Potsdam

Das Erdmagnetfeld ist auch heute eines der wichtigen Forschungsthemen der Geowissenschaften. Dazu gehört die genaue und kontinuierliche Beobachtung des Magnetfeldes. "Niemegk hat zusammen mit seinen Vorgängerstationen in Potsdam und Seddin eine der längsten kontinuierlichen Datenreihen weltweit, bis 1890 reichen die Messaufzeichnungen zurück," sagt Prof. Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender des GFZ Potsdam. "Hinzu kommt: auch die Qualität der Daten gehört dank der gut gewählten Lage fern von anthropogenen Störungen der Messungen heute noch weltweit zu den besten."

Magnetstürme auf der Erde

Ende Oktober 2003 trafen sehr starke magnetische Stürme auf die Erde. Bis in den Süden Deutschlands waren Polarlichter zu sehen. Die Magnetstürme sorgten aber auch für Probleme im Funkverkehr (z.B. mit Flugzeugen), einem Stromausfall in Schweden und Beeinträchtigungen von verschiedenen Satelliten. Der Grund war ein äußerst starker Ausbruch auf der Sonne. Am Observatorium Niemegk beobachtete man am 29. Oktober eine Schwankung der Kompass-Nadel um fast 3 Grad innerhalb von weniger als 30 Minuten.

Magnetfeld in Bewegung

Aber auch im "Normalbetrieb" ändert sich das Erdmagnetfeld ständig. Die auch heute noch übliche Navigation mit dem Kompass bedarf stets aktualisierter Daten der magnetischen Missweisung weltweit. Das Observatorium Niemegk ist in das internationale Netz zur Datenerhebung eingebunden. Das GFZ Potsdam beobachtet zusätzlich mit seinem eigenen Satelliten CHAMP das Erdmagnetfeld. Die naheliegende Frage, ob dadurch erdgebundene Observatorien nicht überflüssig werden, beantwortet Rolf Emmermann so: "Satellitenbeobachtungen ergänzen die Messungen in Observatorien, vor allem in den Gebieten der Erde, wo es keine Messstationen gibt. Ersetzen können Satelliten aber die Observatorien nicht, weil gerade für Langzeitmessungen nur Observatoriumsbeobachtungen die Basis sein können. Zudem werden die Satellitendaten mithilfe von Bodenstationsmessungen geeicht. CHAMP und Niemegk ergänzen sich ideal." Die zukünftige SWARM-Mission zur Magnetfeldbeobachtung aus dem Raum belegt dieses Argument. Drei Satelliten vom CHAMP-Typ sollen ab 2009 die Erde umkreisen, Niemegk wird dazu die bodengestütze Ergänzung darstellen.

Weitere Informationen zur Erforschung des Erdmagnetfeldes am GFZ Potsdam finden Sie hier

Pressemitteilung GFZ Potsdam