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Erneut starkes Erdbeben in Norditalien

erstellt von rduechting zuletzt verändert: 30.05.2012 12:57

Am Dienstag, den 29.05.2012, ereignete sich um 07:00:04 (UTC) in Norditalien in der Region Emilia Romagna ein weiteres starkes Erdbeben mit der Magnitude 5,8. Das Epizentrum lag etwa 15 km westlich vom Epizentrum des Erdbebens, das sich 9 Tage zuvor mit einer Magnitude von 6,1 ereignet hatte.

Das Erdbeben konnte von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) an Erdbebenstationen in Deutschland detektiert und lokalisiert werden. Die ersten seismischen Wellen des aktuellen Bebens erreichten die nächstgelegenen deutschen Stationen nach 50 Sekunden.

Das Erdbeben, das auch in benachbarten Ländern und in Süddeutschland verspürt wurde, forderte erneut Todesopfer und verursachte weitere Zerstörungen in der Erdbebenregion. Nachdem die Nachbebentätigkeit des starken Bebens am 20.5.2012 bereits deutlich nachgelassen hat, stellt dieses unerwartet starke Nachbeben den Beginn einer neuen Erdbebensequenz dar.

Der Erdbebenherd liegt in der Poebene zwischen den Apenninen und den Alpen. In dieser Region herrschen komplexe tektonische Verhältnisse, die Spannungen aufbauen, die sich immer wieder in neuen Erdbeben entladen. Die Adriatische Mikroplatte taucht von Ost nach West unter den Apennin ab. Grossräumig findet gleichzeitig die Kollision der Afrikanischen mit der Eurasischen Platte statt, die auch für die Auffaltung der Alpen verantwortlich ist.

Epizentrum (gelber Stern) des Bebens am 29. Mai 2012 in Norditalien (Grafik: BGR).

Karte mit dem Epizentrum (gelber Stern) des Bebens am 29. Mai 2012 in Norditalien. Dargestellt ist auch der Verlauf der Grenze zwischen der Eurasischen und der Afrikanischen Kontinentalplatte sowie die Verteilung der Erdbeben ab Magnitude 4 in den letzten 42 Jahren (rot). Die Erdbeben, die sich seit dem 20. Mai 2012 in dieser Region ereignet haben (gelb) markieren die Ausdehnung des vom Bruchprozess betroffenen Gebietes (Grafik: BGR). 

 


Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Mai 2012