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GAME heißt Griechenland willkommen

erstellt von egoernert zuletzt verändert: 12.03.2015 13:34

14 Studentinnen und Studenten, acht Länder und eine zentrale Forschungsfrage: Wie reagieren Meeresorganismen auf die Erwärmung der Ozeane? Das sind die Eckdaten des 13. Projekts im Rahmen des Forschungs- und Ausbildungsprogramms GAME am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Erstmals ist in diesem Jahr auch eine Partner-Einrichtung aus Griechenland dabei. Heute startet das Projekt offiziell mit einem Empfang im Kieler Rathaus.

Stadtpräsident Hans-Werner Tovar (5.v.r.) und Ratsherr Benjamin Raschke (3.v.r.) begrüßen die Studierenden. (Foto: J. Steffen, GEOMAR)Ob die Ozeane wärmer werden, ist keine Frage mehr. Wie die Organismen in den Meeren damit zurechtkommen aber schon. Mit ihr beschäftigen sich ab sofort 14 Studentinnen und Studenten aus insgesamt acht Ländern im Rahmen des GAME-Forschungs- und Studienprogramms des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. In dieser Woche treffen sich die Studierenden zunächst in Kiel, um ihre Versuche gemeinsam vorzubereiten. Doch bevor die Forschungs-Arbeit beginnt, empfing Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar die Gruppe heute im Kieler Rathaus.

Tovar hob dabei nicht nur die wissenschaftlich interessanten Themen hervor, die im Rahmen des GAME-Programms bearbeitet werden, sondern auch den internationalen und kulturübergreifenden Charakter des Projekts: „Hier lernen junge Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen miteinander an Themen zu arbeiten, die alle Menschen betreffen. Das schweißt zusammen. Es ist schön, dass Kiel im Zentrum des dabei entstehenden Netzwerkes steht“. 

„Ganz besonders freuen wir uns, dass wir in diesem Jahr wieder neue Partner gewinnen konnten“, sagt Dr. Mark Lenz, GAME-Koordinator am GEOMAR. Denn mit der Universität von Piräus ist erstmals eine Forschungseinrichtung aus Griechenland Teil des weltumspannenden GAME-Netzwerkes. Außerdem sind 2015 Partnereinrichtungen in Brasilien, Chile, Deutschland, Indonesien, Japan, Portugal und Großbritannien an dem Projekt beteiligt.

Einen Monat lang werden die Nachwuchswissenschaftler in Kiel gemeinsam die Versuche vorbereiten, um die Auswirkungen der Ozeanerwärmung auf Organismen in Küstenökosystemen zu untersuchen. „Dabei geht es um die Frage, welche Arten sich besser anpassen können: Organismen, die in kälteren, aber wechselhaften Umgebungen leben, oder doch eher solche, die in wärmeren und stabileren Umgebungen zu Hause sind“, erklärt Dr. Lenz. 

Nach dem einmonatigen Vorbereitungskurs in Kiel teilt sich die Gruppe in Zweier-Teams auf. Dieses Jahr werden es sieben Teams sein, die von je einem deutschen und einem ausländischen Studierenden gebildet werden. Die praktischen Arbeiten werden dann von April bis September an den GAME-Partnerinstituten in den jeweiligen Herkunftsländern der ausländischen Studierenden durchgeführt. „Das GAME-Netzwerk ist ideal für diese Art von Versuchen, denn wir können vergleichbare Experimente gleichzeitig in alle großen Ozeanen und in verschiedenen Klimazonen ausführen“, sagt Dr. Lenz. 

Wenn die Arbeiten beendet sind, kehren die Teilnehmer für die Zeit von Oktober bis Dezember nach Kiel zurück. Im GEOMAR werden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und verglichen. Anschließend werden die Studierenden ihre Masterarbeiten über das Projekt schreiben. „Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr mit vielen neuen Erkenntnissen und einem regen Austausch unter den Studierenden“, so der wissenschaftliche Leiter und GAME-Gründer, Prof. Dr. Martin Wahl vom GEOMAR.

Das GAME-Programm


GAME ist ein internationales Forschungs- und Ausbildungsprogramm für junge Meereswissenschaftler und steht für „Globaler Ansatz durch Modulare Experimente“. Zu einer ökologischen Fragestellung werden im Rahmen von themengebundenen Forschungsprojekten zeitgleich identische Experimente an verschiedenen Standorten auf der ganzen Welt durchgeführt. Dieser Ansatz ist neu in der ökologischen Forschung und ebenso innovativ wie effizient: Nur global vergleichbare Ergebnisse liefern Erkenntnisse über biogeographische Räume und Ökosystemgrenzen hinweg.

Jedes Jahr können bis zu 20 Studierende betreut werden, die Experimente in binationalen Teams an jährlich bis zu 10 Standorten auf der Welt durchführen. Die Vor- und Nachbereitung jedes Projektes findet gemeinsam mit allen Teilnehmern am GEOMAR in Kiel statt. Vorbereitend wird die Herangehensweise an ökologische Fragestellungen erarbeitet und die Analyse von Daten mit biostatistischen Methoden vertieft.


Quelle: GEOMAR, Kiel, März 2015