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GEOMAR koordiniert Forschungsprojekt im Oman

erstellt von egoernert zuletzt verändert: 09.06.2015 13:56

Nicht nur durch oberirdische Flüsse, sondern auch über das Grundwasser gelangt an allen Küsten der Erde Süßwasser ins Meer. Besonders in Wüstenstaaten wie dem Oman ist es wichtig zu wissen, wie groß die Menge dieser Grundwasserverluste ist. Diese Woche haben GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig und Vertreter des Nationalen Forschungsrates des Oman in der omanischen Hauptstadt Maskat einen Vertrag über ein gemeinsames Forschungsprojekt zu diesem Thema unterzeichnet. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und hat einen Umfang von 3,4 Millionen Euro.

Ein Wave-Glider während eines Tests. Er soll in den kommenden Jahren nach Grundwasserausflüssen suchen. (Foto: GEOMAR)Der Oman im Süden der Arabischen Halbinsel ist ein klassisches Wüstenland. Nur an seiner Nordküste und im äußersten Südwesten rund um die Hafenstadt Salalah ist Landwirtschaft möglich. Gleichzeitig geht wie an allen Küsten der Erde Grundwasser verloren, weil es ins Meer abfließt. „Gerade für ein Wüstenland wie den Oman ist es sehr wichtig, den Umfang dieser Grundwasseraustritte und die Transportwege im Untergrund genau zu kennen“, sagt der Geologe Dr. Warner Brückmann vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Das GEOMAR koordiniert in den kommenden vier Jahren ein gemeinsames wissenschaftlich-technisches Projekt zur Überwachung dieser Grundwasseraustritte im küstennahen Bereich vor Salalah. GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig und Seine Exzellenz Dr. Hilal Al Hinai, Generalsekretär des Nationalen Forschungsrats des Oman, unterzeichneten in dieser Woche in der omanischen Hauptstadt Maskat einen entsprechenden Vertrag. Das Projekt hat einen Umfang von 3,4 Millionen Euro.

GEOMAR-Direktor Prof. Dr. Peter Herzig und seine Exzellenz Dr. Hilal Al Hinai bei der Vertragsunterzeichnung. (Foto: IATI)Im Rahmen des Vorhabens soll eine autonome Messplattform weiterentwickelt und zur Einsatzreife gebracht werden, die Grundwasseraustritte am Meeresboden aufspüren und die Menge des austretenden Wassers feststellen kann. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Wave-Glider, eine surfbrett-ähnliche Plattform, die allein durch Umwandlung von Wellenenergie angetrieben wird. Solarpanele versorgen die angebauten Sensoren mit Strom. „Das hat den Vorteil, dass das Gerät monatelang autonom vor der Küste betrieben werden kann“, erklärt Dr. Brückmann. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig (UFZ) soll aus den so gewonnenen Daten erstmals ein 3D-Grundwassermodell entwickelt werden, das auch Daten aus einem landgestützten Messnetz berücksichtigt. „So wollen wir die Grundwasserflüsse im Küstenaquifer von Salalah und Grundwasserverluste in das Arabische Meer genau erfassen“, sagt Dr. Brückmann.

Das Forschungsprojekt ist das erste im Rahmen einer langfristigen Kooperation zwischen der Helmholtz-Gemeinschaft und dem Oman. Die Helmholtz-Gemeinschaft unterstützt dabei das Sultanat, ein nationales „Institute of Advanced Technology Integration“ nach dem Muster eines Helmholtz-Zentrums aufzubauen. Das GEOMAR hatte entscheidenden Anteil an der Entwicklung des IATI-Konzepts und bereitet gemeinsam mit anderen Helmholtz-Zentren weitere Pilotprojekte vor. „Für internationale Spitzenforschung benötigt man verlässliche Partner in aller Welt. Mit dieser Kooperation können wir den guten Ruf, den Deutschland im Oman ohnehin hat, weiter festigen und so den Grundstein auch für zukünftige Zusammenarbeit im Bereich des Indischen Ozeans legen“, betonte GEOMAR-Direktor und derzeitiger Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft für den Bereich „Erde und Umwelt“, Professor Peter Herzig, während der Vertragsunterzeichnung in Maskat. 


Quelle: GEOMAR, Kiel, Juni 2015