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Haiyans Nachfolger

erstellt von eschick zuletzt verändert: 15.11.2013 15:32

Der Taifun Haiyan hat auf den Philippinen schwere Schäden verursacht und vermutlich tausende Menschen das Leben gekostet. Der Potsdamer Klimafolgenforscher Stefan Rahmstorf erwartet, dass sich solche Wirbelstürme künftig häufen und zudem verstärken.

Satellitenbild vom 7.11., kurz bevor Haiyan auf die Philippinen trifft. (Bild: CIMSS, University of Wisconsin)"Der Taifun Haiyan, der über die Philippinen fegte, war wahrscheinlich der stärkste Tropensturm, der seit Beginn der Beobachtungen auf Land traf", so Stefan Rahmstorf, Leiter des Forschungsbereichs "Erdsystemanalyse" am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Mit Windgeschwindigkeiten von gemessenen 275 bis über 300 km/h war der Taifun über die Inseln gefegt und hinterließ eine Spur ver Verwüstung. Damit gehört er laut dem amerikanischen Joint Typhoon Warning Center (JTWC) zur Kategorie der äußerst starken Super-Taifune und ist vergleichbar mit einem Hurrikan der Kategorie 5.

Tropische Wirbelstürme entstehen in den tropischen Gebieten der Weltmeere. Dort prallen kalte Luftschichten auf von den Ozeanen angewärmte Luftmassen und erzeugen ein Tiefdruckgebiet, weshalb ein Zusammenhang zwischen Klimawandel bzw. Erderwärmung und der Zunahme von Wirbelstürmen vermutet wird. Bedingt durch den Tiefdruck werden weitere Luftmassen angesaugt, die sich durch den Einfluss der Corioliskraft mit hoher Geschwindigkeit um das Zentrum des Taifuns drehen. So entsteht der Wolkenwirbel, den man von Satellitenaufnahmen kennt.

Gewaltige Ausmaße: Taifun Haiyan am 9. November 2013 von einer Astronautin der ISS aufgenommen. (Bild: NASA/Karen Nyberg)Klimaforscher Rahmstorf zufolge sind solche Stürme in den letzten drei Jahrzehnten häufiger geworden, Klimamodelle lassen sogar noch eine weitere Verstärkung für die Zukunft erwarten. "Die globale Erwärmung verschlimmert zudem die Folgen: etwa extreme Regenfälle, die ein Tropensturm mit sich bringt und die zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen", so Rahmstorf. Grund hierfür sei, dass Verdunstungsraten und der Wassergehalt der Luft in einem wärmeren Klima ansteigen. Außerdem erwartet der Klimaforscher vermehrt Sturmfluten an den Küsten, denn der Meeresspiegel steigt infolge der globalen Erwärmung.


Mit Material von: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, November 2013.