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Forscher in der Unterwasserwelt

erstellt von eschick zuletzt verändert: 20.07.2016 13:28

Das Forschungsschiff Meteor erkundet auf seiner Jubiläumsfahrt Tiefsee-Schlote vor den Azoren. Dazu schicken die Geowissenschaftler einen Tauchroboter in die Tiefe. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bekräftigt die herausragende Bedeutung der Erforschung der Meere und Ozeane: "Die Flotte ist zentrales Instrument für die Meereswissenschaft".


Schwarzer Rauch am Mittelatlantischen Rücken in 2.980 Metern Tiefe. (Bild: MARUM)

Schwarzer Rauch am Mittelatlantischen Rücken in 2.980 Metern Tiefe. (Bild: MARUM)

Heiße Quellen in den Meeren gelten als möglicher Entstehungsort des Lebens. In über 400 Grad Celsius warmem Wasser tummeln sich Organismen in ewiger Dunkelheit – in einer scheinbar lebensfeindlichen Umwelt. Doch rund um diese Unterwasser-Schlote hat sich einzigartiges Leben angesiedelt, dessen Grundlage giftiger Schwefelwasserstoff ist. Bakterien, wie sie wahrscheinlich schon vor Jahrmillionen auf einer damals noch lebensfeindlichen Erde existierten, bilden die Nahrungsgrundlage für eine außerirdisch anmutende Tierwelt, die immer noch wenig erforscht ist.

Der Tauchroboter Marum-Quest wird während einer Expedition im Arabischen Meer vom Forschungsschiff Meteor herabgelassen. (Bild: MARUM)Genug Rätsel also, um hier weiter zu erkunden: Auf seiner Jubiläumsfahrt wird das Forschungsschiff Meteor nun diesen heißen Quellen vor der Inselgruppe der Azoren mit einem Tauchroboter nachspüren. Wissenschaftler unter der Leitung des Geologen Christoph Beier von der Universität Erlangen-Nürnberg werden den Tauchroboter Marum-Quest in die Unterwasservulkane aussenden. Dort soll das Gerät Messungen in den Kratern ausführen und Proben an Bord bringen. Die Messungen könnten auch zeigen, wie die Azoren entstanden sind.

Temperaturmessung mit dem Tauchroboter Marum-Quest am Mittelatlantischen Rücken in 3.000 Metern Wassertiefe (Bild: MARUMIm Dienste der Wissenschaft ist das Forschungsschiff Meteor seit 30 Jahren auf den Weltmeeren unterwegs und ermöglicht es Forschern, das Klima, Meereslebewesen und Stoff- und Energieflüsse im Wasser sowie den Meeresboden zu untersuchen. "Meere und Ozeane haben eine enorme Bedeutung für die Zukunft unseres Planeten", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Damit Wissenschaftler international herausragende Meeresforschung betreiben können, sind sie auf eine moderne Forschungsinfrastruktur angewiesen. Deshalb erneuern wir kontinuierlich die deutsche Forschungsflotte." Die notwendigen Forschungsplattformen stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) der deutschen Meeresforschung in Form einer modernen Forschungsflotte und hochspezialisierter Unterwasserfahrzeuge zur Verfügung.

Die Meteor wurde 1986 für die Grundlagenforschung in Dienst gestellt. Ihre Einsatzgebiete sind der Atlantik, der Ostpazifik, der Westindische Ozean, das Mittelmeer und die Ostsee. In 30 Jahren hat die Meteor 1,3 Millionen Seemeilen zurückgelegt und 9800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beherbergt. Das BMBF hat den Bau des Schiffs finanziert und ist dessen Eigentümer. Genutzt und betrieben wird die Meteor von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Das BMBF beteiligt sich mit 30 Prozent an den laufenden Kosten für den Betrieb des Schiffs. Heimathafen der Meteor ist Hamburg.

Die insgesamt 16 Schiffe des Bundes werden im Wissenschaftsjahr 2016*2017 auf der Website des Wissenschaftsjahrs porträtiert. Unter dem Motto "Entdecken. Nutzen. Schützen" lädt das BMBF Bürger zu Open Ship-Events ein: Schiffsbegehungen bieten Einblicke in die "Meeresforschung aus erster Hand", Themen-Blogs informieren über Leben und Forschung an Bord der Schiffe. Den Auftakt macht die Meteor mit ihrem Jubiläum.

Weitere Informationen zum Forschungsschiff Meteor finden Sie auf den Seiten des BMBF.

Weitere Informationen zum Wissenschaftsjahr gibt es unter: www.wissenschaftsjahr.de


Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn/Berlin, Juli 2016