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Klimaschutz kostet nicht die Welt

erstellt von eschick zuletzt verändert: 03.11.2014 12:20

Am 2. November wurde in Kopenhagen vom Weltklimarat IPCC der Abschluss des fünften Sachstandsberichts (AR5) vorgestellt. „Klimaschutz kostet nicht die Welt“: Ottmar Edenhofer, Ko-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe „Klimaschutz“ und einer der Autoren des nun veröffentlichten Syntheseberichts, verweist auf die möglicherweise unumkehrbaren Folgen ungebremsten Klimawandels gegenüber den überschaubaren Kosten ambitionierten Klimaschutzes.

Titelgrafik des im November 2014 veröffentlichten IPCC-Syntheseberichts. (Bild: IPCC)„Die Treibhausgas-Emissionen steigen, steigen, steigen“, sagt Edenhofer, der Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) ist. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 haben die globalen Emissionen sogar schneller zugenommen als in den drei Jahrzehnten zuvor.

„Wir sind heute nicht auf dem Weg, das gesetzte Zwei-Grad-Ziel einzuhalten. Und je länger wir die dazu notwendigen Klimaschutzmaßnahmen verzögern, umso größere Risiken nehmen wir auf uns - bei den Klimafolgen, aber auch im Klimaschutz“, sagt Edenhofer.

Der Synthesebericht des IPCC belegt, dass der unverminderte Klimawandel das Risiko weitreichender und unumkehrbarer Folgen erhöht. Dazu gehören Auswirkungen auf die Artenvielfalt, ökosystemare Dienstleistungen und wirtschaftliche Entwicklung und die zusätzliche Gefährdung von Lebensunterhalt, Ernährung und Sicherheit von Menschen.

„Auch der Klimaschutz birgt Risiken“, sagt Edenhofer. Etwa beim Ausbau der Stromerzeugung aus Biomasse oder der Abscheidung und unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid aus den Abgasen von Kraftwerken gibt es offene Fragen zum Einsatz in großem Maßstab. „Doch diese Risiken sind beherrschbar – das ist der fundamentale Unterschied zu den potentiell unbeherrschbaren Risiken des Klimawandels“, so Edenhofer.

Der Beitrag seiner Arbeitsgruppe zum Fünften Sachstandsbericht zeigt, dass das globale Wirtschaftswachstum durch Klimapolitik kaum eingeschränkt würde. „Klimaschutz ist zweifellos mit Kosten verbunden, aber es kostet nicht die Welt, den Planeten für unsere Kinder zu bewahren“, so Edenhofer. Der Ökonom betrachtet einen Preis für Kohlenstoffemissionen als zentrale Maßnahme. „Der Deponieraum der Atmosphäre ist begrenzt und kann nicht weiter kostenlos genutzt werden“, betont Edenhofer.

Der Synthesebericht des Intergovernmental Panel on Climate Change ist der vierte und abschließende Teil des fünften Sachstandsberichts. In Kopenhagen wurde seine Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger verabschiedet. Die Berichte der drei IPCC-Arbeitsgruppen sind bereits im Herbst 2013 und im Frühjahr 2014 erschienen.


Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), November 2014