Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite News Renaturierungsmaßnahmen für bessere Gewässer

Renaturierungsmaßnahmen für bessere Gewässer

erstellt von rduechting zuletzt verändert: 12.10.2011 09:40

Die schrittweise Renaturierung von Flüssen kann eine kosteneffektive Möglichkeit sein, die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, wonach alle Flüsse in den nächsten Jahren einen guten ökologischen und chemischen Zustand erreichen müssen. Zu diesem Ergebnis kommen Ökonomen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Die Forscher hatten in ihrer Untersuchung ein bereits früher entwickeltes Verfahren zum Management von Flusseinzugsgebieten auf die aktuellen Bedürfnisse angepasst. Ihre Ergebnisse werden am Donnerstag auf einer Wasserkonferenz in Dresden vorgestellt.

Renaturierung von FlüssenWährend sich knapp 90 Prozent der Flüsse in Deutschland in einem guten chemischen Zustand befinden, ist es beim ökologischen Zustand genau umgekehrt. Dort erfüllen nur rund zehn Prozent diese Vorgabe. Hauptprobleme sind dabei Barrieren, Begradigungen und Verbauungen im Fluss sowie Nährstoffeinträge aus dem Umland. Entsprechend groß ist der Bedarf bei den Behörden, in den nächsten Jahren geeignete Maßnahmen zu planen, um den ökologischen Zustand dieser Flüsse zu verbessern.

Ein vielversprechender Ansatz könnte dafür das vom Deutschen Rat für Landschaftspflege entwickelte Trittstein-Konzept sein, wonach nicht der ganze Fluss renaturiert werden muss, sondern optimale Bedingungen in einzelnen Abschnitten geschaffen werden, von denen die Organismen später die übrigen Abschnitte aus wiederbesiedeln können. Allerdings dürfen diese Nischen eine Mindestgröße nicht unterschreiten und sollten auch nicht zu weit auseinander liegen.

„Um den guten ökologischen Status eines gesamten Flusses zu erreichen, sollte mindestens die Hälfte so renaturiert werden, dass sich dort Wasserorganismen vermehren können. In Anbetracht des großen Anteils von degradierten Flüssen in Deutschland wird deutlich, dass kostengünstige Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie eine große Rolle spielen werden, um das Ziel eines guten Zustands der Gewässer in den nächsten Jahren zu erreichen“, erklärt Dr. Bernd Klauer, der zusammen mit seinen Kollegen ein auf dem Trittstein-Konzept aufbauendes Verfahren entwickelt hat, das die Kosteneffizienzanalyse mit einem multikriteriellen Bewertungsansätzen verknüpft.

Wehr an der Saale„Unser Tool „BASINFORM-M“ bietet ein systematisches Verfahren zur Auswahl von Maßnahmen für die Verbesserung von Gewässermorphologie und ‑durchgängigkeit, das dem Kosteneffizienzprinzip Rechnung trägt, ohne andere wichtige Aspekte wie die Umsetzbarkeit der Maßnahmen zu vernachlässigen.“ Das Verfahren wurde zunächst für die Gewässerentwicklungskonzepte im Bundesland Brandenburg ausgearbeitet. Die Wissenschaftler hoffen, dass ihr Verfahren auch in weiteren Bundesländern und EU-Staaten genutzt wird.

Am 12./13. Oktober 2011 findet in Dresden eine Konferenz zum Integrierten Wasserressourcenmanagement (IWRM) statt. Etwa 400 Wissenschaftler und Mitarbeiter von Politik, Verwaltung, Unternehmen und der Entwicklungszusammenarbeit aus über 50 Ländern widmen sich in über 100 Vorträgen, Diskussionen und zahlreichen Posterbeiträgen der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser. Behandelt werden aktuelle Fragen des Wassersektors wie z.B.: Wie kann die Wasserbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels nachhaltig geplant werden? Welche Technologien tragen zu einer effizienten und sparsamen Nutzung von Wasser bei? Wie kann deutsches Know-how in Schwellen- und Entwicklungsländern genutzt werden? Wie kann ein flexibles und integratives Wasserressourcen-Management konzipiert werden? Die Konferenz wird vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) organisiert, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der International Water Association (IWA) sowie dem Global Water Systems Project (GWSP) unterstützt.


Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, Oktober 2011

Verweise
Bild(er)